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18. Juni 2012 19:09 Uhr

Planungen

Fernstraßenbau: Südbaden kommt schlecht weg

Zu wenig Geld, zu viele Bauprojekte: Grün-Rot hat eine Liste der vordringlichen Projekte im Bundesfernstraßenbau veröffentlicht. Aus dem Regierungsbezirk Freiburg hat es keins in die Top 5 geschafft.

  1. Viele Straßen-Bauprojekte und kein Geld. Foto: dpa

20 baureife Fernstraßenprojekte hat das Land in einem Katalog nach Wichtigkeit, Umweltverträglichkeit und Kosten-Nutzen-Verhältnis bewertet. Kein Bauvorhaben aus dem Regierungsbezirk Freiburg schaffte es dabei in die höchste Kategorie, für die bereits von 2014 an Geld fließen soll. Nur die Ortsumfahrung Winden im Zuge der Bundesstraße 294 kann von 2015 oder 2016 an realisiert werden, teilte das Verkehrsministerium mit. Das vier Kilometer lange Stück kostet 50 Millionen Euro, derzeit rollen 13.600 Fahrzeuge täglich durch den Ort.

Drei andere Projekte wurden dagegen hinausgeschoben, ein möglicher Baustart wird lediglich mit "mittelfristig" (und damit nicht mehr in dieser Legislaturperiode) umschrieben. Dazu gehört die Ortsumgehung Grenzach im Zuge der Bundesstraße 34. Das 2,8 Kilometer lange Stück wird mit 14,5 Millionen Euro Gesamtkosten beziffert, rund 10 000 Fahrzeuge benutzen die Straße täglich. Gleiches gilt für die Umfahrung Wyhlen: Sie würde bei einer Länge von 4,2 Kilometern rund 19 Millionen kosten, eingeschlossen die Beseitigung eines schienengleichen Bahnübergangs. Ebenfalls nicht terminiert, aber immerhin unter den Top 20 ist die Umfahrung von Behla an der B 27 von Donaueschingen in Richtung Waldshut/Schaffhausen. Das Projekt wurde im vergangenen Jahr planfestgestellt, Vorarbeiten für die fünf Millionen teure Strecke sind bereits abgeschlossen.

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Kritik von der FDP

"Angesichts der finanziellen Lage können realistischerweise nicht alle Forderungen auf einmal erfüllt werden", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, als er gestern die betroffenen Gemeinden informierte. "Insgesamt steht zu wenig Geld zur Verfügung", klagte Verkehrsminister Hermann. Der Bund hat im vergangenen Jahrzehnt durchschnittlich rund 220 Millionen Euro jährlich überwiesen, damit das Land Bundesfernstraßen bauen kann. Allein für die Fertigstellung gegenwärtig im Bau befindlicher Straßen seien rund 900 Millionen Euro erforderlich, in der Schublade liegen baureife, noch nicht begonnene, aber als dringlich angesehene Projekte für 3,7 Milliarden Euro. Wenn die Mittel so knapp sind, dass das Land noch nicht einmal in der Lage sei, die vorhandenen Straßen zu erhalten, "dann müssen wir wohl umdenken", so Kretschmann.

Für die FDP kritisierte deren verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann, der Verkehrsminister sende falsche Signale nach Berlin, wenn er trotz des enormen Nachholbedarfs keine neuen Straßen planen und beim Bund anmelden wolle. Die Liste sei am Landtag vorbei erarbeitet und in einer Blitzaktion dem Verkehrsausschuss bekanntgegeben worden: "Transparenz sieht anders aus."
Bundesfernstraßen-Projekte

Nach sechs Kriterien hat das Land eine Prioritätenliste für bereits genehmigte Bundesfernstraßen-Projekte erstellt. Dabei enstanden folgende Gruppen:

Frühester Baustart 2014
Ortsumgehungen Ravensburg (B30), Holzgerlingen (B464/Kreis Böblingen), Süßen (B466/ Kreis Göppingen), die Verlegung der B31 zwischen Immenstaad und Friedrichshafen (Bodenseekreis) und die Tangente von der Autobahnanschlussstelle Pforzheim-West bis zur B294.

2015/2016
Ortsumgehung Gingen (B10/Kreis Göppingen), der Neubau der B28a zwischen Tübingen und Rottenburg und der B31 zwischen Stockach und Überlingen (Bodenseekreis); auch der vierstreifige Neu- und Ausbau der B33 von Allensbach/West bis Konstanz sowie der zweistreifige Neubau der Ortsumgehung Winden (B294/Kreis Emmendingen)

Nach 2016
Sechsstreifiger Ausbau der A3 bei Wertheim (Main-Tauber-Kreis), Ortsumgehungen Unlingen (Kreis Biberach/B311), Wyhlen und Grenzach (beide Kreis Lörrach/B34), Behla (B27/Schwarzwald-Baar-Kreis) und Mögglingen (B29/Ostalbkreis). Im Anschluss an letzteres Maßnahme soll die B29 zwischen Essingen und Aalen ausgebaut werden; bei Erbach (Alb-Donau-Kreis) soll die B311 als Querspange zur B30 neu gebaut werden. Für die B14 ist ein Ausbau zwischen Backnang (Rems-Murr-Kreis) und Nellmersbach vorgesehen. Auch der vierstreifigen Ausbau der Ortsdurchfahrt Schwäbisch Hall (B14) fällt in die mittelfristige Planung.

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Autor: Andreas Böhme


14 Kommentare

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Kandi Haberstroh  

Kandi Haberstroh

Registriert seit: 14.11.2011

Kommentare: 79

18. Juni 2012 - 19:19 Uhr

Die Kreuzung auf dem Bild kenn ich doch! Da geht's von der Mooswaldallee nach Rieselfeld rein!

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sonja geiger

Registriert seit: 29.07.2010

Kommentare: 44

18. Juni 2012 - 19:39 Uhr

Ist ja klar, dass nichts geht..Womit auch ??? Bereits in der ganzen EU bezahlt man Maut oder Vignette und bekommt dafür SUPER Straßen geboten nur bei uns fährt alles umsonst durch..Da lohnt sich für manchen Franzosen ein rießiger Umweg Richtung Süden. Bei den Schweizern kostet die Vignette nächstes Jahr 70 !! Franken !! Eine Erhöhung von 30 Franken !! Die Strafe beim Erwischen ohne Vignette erhöht sich um das Doppelte auf 200 Franken.. Da könnte man noch was abgucken...

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Joachim Pape

Registriert seit: 04.12.2009

Kommentare: 638

18. Juni 2012 - 20:58 Uhr

@sonja geiger

Die Vignette-Lösung ist doch für Deutschland viel zu einfach. Als Land der Hochtechnologie, die zwar in der Praxis störanfällig ist und oft gar nicht funktioniert aber trotzdem schön kostet, wäre dies doch unter der Würde.

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1348

18. Juni 2012 - 23:09 Uhr

Ich bin froh, dass in Südbaden nicht nur noch mehr Ackerflächen und Natur unter Beton verschwinden. Wir brauchen keine neuen Straßen, sondern Verkehrskonzepte, die auf Verkehrsvermeidung und -verlagerung setzen. Ich hoffe, die grün-rote Landesregierung setzt hier auch die richtigen Weichen.
Zur Kritik der Betonköpfe aus der FDP fällt mir ein: Ein halbes Jahrhundert kein Verkehrskonzept auf den Weg gebracht, dass diesen Namen verdient. Es gibt keinen Nachhohlbedarf bei Straßen in Südbaden, sondern bei verkehrspolitischer Intelligenz bei der FDP. Dann lieber mal die Schnauze halten.

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Hannes Fischer

Registriert seit: 15.01.2010

Kommentare: 446

19. Juni 2012 - 02:01 Uhr

Der Grundtenor der Vorkommentartoren ist eindeutig: das Verursacherprinzip muss in naher Zukunft auch in den Bereichen des motorisierten Individual Verkehrs (MIV) ankommen oder es gibt dafür keine Zukunft! Das allerdings ist in den Amts-Stuben immer noch ein Fremdwort.

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Jochen Debus

Registriert seit: 20.06.2009

Kommentare: 38

19. Juni 2012 - 03:06 Uhr

Ist doch eigentlich gut so, dass bei uns aktuell nichts gebaut wird!
Wenn doch dauern die Bauarbeiten Jahre und die neue Straße ist dann auch nachher kaum passierbar. (Beispiel: Habsburger Strasse: Freiburg)
Das das keine Verminderung des Verkehr bringt sondern nur Verlagerung sieht niemand.
Bei Fernstraßen (bzw. Autobahnen) ist das Interesse unserer Regierung zur Sanierung ja sowieso = Null!
Bin kein Autofan... Fahre gerne mit der Bahn, aber auch die steckt seit 20 Jahren Richtung Basel im Stau.
Man kann nicht nur immer gegen etwas sein... Ich bin für den Ausbau von Verkehrslinien und Strom-"Autobahnen"

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1348

19. Juni 2012 - 10:10 Uhr

Man kann nicht nur immer gegen etwas sein... Ich bin für den Ausbau von Verkehrslinien und Strom-"Autobahnen"

Herr Debus, da gebe ich ihnen Recht. Aber das Problem ist doch, dass jahrzehntelang nur der Individualverkehr auf Kosten der Menschen und der Umwelt gefördert wurde und jetzt versucht wird, beides weiter auszubauen. Dafür haben wir aber nicht die finanziellen Mittel. Deshalb muss die Politik eindeutige Prioritäten setzen: Beim Straßenbau kein Neubau, sondern Erhalt der Infrastruktur, dafür massiver Ausbau des ÖPNV inklusive des lange überfälligen 3. und 4. Gleises der Oberrheinbahn.

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Michael Rehm

Registriert seit: 08.09.2011

Kommentare: 151

19. Juni 2012 - 10:18 Uhr

"Bereits in der ganzen EU bezahlt man Maut oder Vignette und bekommt dafür SUPER Straßen geboten nur bei uns fährt alles umsonst durch"

@ Fr. Geiger: Waren Sie schonmal in Frankreich, Italien... SUPER Strassen??? Naja... Wer auf Schlaglöcher, holperpisten und Rollsplitt steht, dem gefällts sicher.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1687

19. Juni 2012 - 10:33 Uhr

Gut so!
Wir brauchen keine neue Straßen, sondern einen Ausbau des kostenlosen ÖPNV!
Finanziert werden kann dies durch eine deutliche Erhöhung der Öko-Steuer und ducrh eine PWK-Maut.

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Manni Fischer  

Manni Fischer

Registriert seit: 29.11.2010

Kommentare: 807

19. Juni 2012 - 11:45 Uhr

"sondern einen Ausbau des kostenlosen ÖPNV"

Wo gints denn den schon, dass man ihn ausbauen könnte? Und bleiben sie bitte in Deutschland..

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Bernd Friedrich

Registriert seit: 24.02.2011

Kommentare: 23

19. Juni 2012 - 11:47 Uhr

wiedermal total fernab der realität. dann legalisieren wir noch alle drogen und sitzen jeden tag in gruppen zusammen um uns zu sagen wie lieb wir uns haben

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1207

19. Juni 2012 - 12:09 Uhr

Wir könnten auch auf den, wegen Strassenschäden gesperrten, Kreisverkehren unseren Namen tanzen ;-) ........

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

20. Juni 2012 - 20:48 Uhr

Ohjee, Herr Rosenthal-Schöpflin,
lassen Sie es doch endlich bleiben, immer und immer wieder- bei jeder sich bietenden Gelegenheit den kostenlosen ÖPNV zu fordern. Den werden auch unsere Enkel in 100 Jahren nicht haben!

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1687

21. Juni 2012 - 15:12 Uhr

Herr Fischer, mit "Ausbau des kostenlosen ÖPNV" ist zu verstehen, daß der ÖPNV für alle kostenlos sein sollte und dabei noch stärker ausgebaut werden muß.

Auf Ihre Frage: Es gibt den kostenlosen ÖPNV tatsächlich auch schon im Inland, z.B. für Schüler mancher Schulen und Personen mit besonderen Voraussetzungen (diese können sehr unterschiedlich sein).

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