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14. Januar 2010 07:15 Uhr

Totalschaden

Feuer in Endingen: Weingut brennt nieder – Millionenschaden

Bei einem Brand ist in Endingen am Kaiserstuhl das historische Weingut Bastian zerstört worden. Der Schaden liegt bei mindestens 1,5 Millionen Euro.

  1. Meterhoch lodern die Flammen in den winterlichen Nachthimmel über Endingen. Foto: dpa

  2. Weingut-Besitzer Andreas Neymeyer (Mitte) am Morgen vor Ort im Gespräch mit Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz (links) und Gesamtwehrkommandant Engelbert Kläger (rechts). Foto: Martin Wendel

Menschen wurden bei dem Feuer in der Nacht zum Donnerstag nicht verletzt. Erste Schätzungen beziffern den Schaden auf mindestens 1,5 Millionen Euro. Die genaue Brandursache ist noch ungeklärt. Polizei und Feuerwehr schließen mittlerweile aber aus, dass sich in einem Schuppen neben der Lagerhalle des Weinguts gelagerte Holzhackschnitzel-Vorräte entzündet haben. Nach Angaben des Endinger Stadtbrandmeisters Engelbert Kläger wurden auch ein Unimog-Laster samt Anhänger sowie ein weiterer Lieferwagen zerstört, die in dem Schuppen an der Halle untergebracht waren. "Der Brand ging definitiv von diesem Nebengebäude aus", so Kläger. Er wollte nicht ausschließen, dass das Feuer von einem der Fahrzeuge in dem Schuppen ausgelöst wurde. "Bisher sind aber alle Überlegungen zur Brandursache Spekulation."

Ein angrenzendes Bürogebäude und das Wohnhaus waren zunächst nicht betroffen. Auch die Weintanks auf der anderen Seite der Halle blieben intakt.
Die Besitzer des Weinguts, Andreas und Bernhard Neymeyer, waren am späten Mittwochabend von einem dumpfen Knall im Hof auf das Feuer aufmerksam gemacht worden. "Das klang so, als würde jemand mit Sylvester-Krachern knallen", sagt Andreas Neymeyer am Tag nach dem Brand. "Heute wissen wir, dass das die Reifen an dem Unimog waren, die in der Hitze geplatzt sind." Als er die Flammenwand in der Scheune gesehen sah, habe er die Feuerwehr alarmiert.

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DIE FEUERWEHRLEUTE ENTDECKTEN EINE FEUERWAND

Dort ging der Notruf um 22.52 Uhr ein. Angeblich sollen Passanten noch gegen 22.40 Uhr nichts von dem Feuer bemerkt haben. Weil die Endinger Feuerwehr nur vom Brand einer Scheune wusste, rückte sie zunächst ohne Unterstützung zusätzlicher Wehren an. "Dort sahen sich die Feuerwehrleute aber schon vor einer Feuerwand", so der Endinger Abteilungskommandant Joachim Hügel. Im Verlauf der Löscharbeiten seien deshalb auch die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften, sowie von Emmendingen und Kenzingen angerückt. Das hat es seit rund 20 Jahren am nördlichen Kaiserstuhl nicht mehr gegeben.

Stadtbrandmeister Kläger zufolge erschwerte die Dimension des Gebäudekomplexes die Löscharbeiten. So hatte die Halle eine Länge von etwa 180 Metern und eine Breite von rund 35 Metern. Zum Weingut gehören rund 15 Einzelgebäude. Außerdem habe die Feuerwehr versucht, die Glatteisbildung auf der Straße durch das Löschwasser in Grenzen zu halten. Mitarbeiter des Bauhofes streuten die überfrierenden Stellen auf Straßen und Gehwegen.

Noch immer sind Einsatzkräfte der Feuerwehr und Ermittler der Polizei vor Ort. Eine Brandwache der Feuerwehr hat ein Auge auf möglicherweise wieder aufflammende Glutnester.

Die Feuerwehren von Endingen und den umliegenden Ortschaften sowie die Wehren von Emmendingen und Kenzingen waren mit etwa 150 Mann im Einsatz. Das Rote Kreuz hatte etwa 20 Helfer vor Ort. Seit dem Vormittag untersuchen Sachverständige und Kriminalpolizei die abgebrannten Gebäude.

BESONDERS DER WEIN VON 2008 HAT GELITTEN

Andreas Neymeyer ist erleichtert, dass niemand bei dem Feuer verletzt wurde und dass er eine Feuerversicherung habe. "Besonders leid tut es mir um das historische Gebäude", so Neymeyer. Bei der Lagerhalle habe es sich um einen Fachwerkbau gehandelt, der zwischen 1884 und 1911 erbaut worden war. Im Verlauf der Löscharbeiten habe er um das Wohnhaus gefürchtet. "Das sah schon eng aus. Der Feuerwehr ist es aber gelungen, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern", sagt Neymeyer.

Wie es nun in dem Betrieb weitergeht, ist noch unklar. "Derzeit können wir noch nicht abschätzen, wieviel Wein in dem Feuer zerstört worden ist. Auch viele der Flaschen, die nicht geplatzt sind, könnten wegen der Hitze ungenießbar sein", so Neymeyer. Das trifft offenbar vor allem den Wein von 2008. "Die Produktion vom vergangenen Jahr ist noch im Keller eingelagert und war so vor den Flammen und der Hitze geschützt."

Autor: Bastian Henning