Feuerwehr hat 23 Sturmeinsätze

Susanne Filz und Marlies Jung-Knoblich

Von Susanne Filz & Marlies Jung-Knoblich

Do, 04. Januar 2018

Schopfheim

Heftige Windböen fegten Ziegel vom Dach und stürzten Bäume um / Auch die Friedrich-Ebert-Schule ist betroffen.

SCHOPFHEIM. Sturm und Orkanböen richteten am Mittwochvormittag auch in Schopfheim und den Stadtteilen Schäden an. Feuerwehr und Polizei mussten zu mehreren Einsätzen ausrücken. So beschädigten Sturmböen das Dach der Friedrich-Ebert-Schule zur Roggenbachstraße hin an zwei Stellen. Für Fußgänger und Autofahrer bestand Gefahr durch herabfallende Ziegel, deshalb sperrte Feuerwehr die Roggenbachstraße im Bereich Ecke Himmelreichstraße bis zur Sporthalle ab.

Ein Anwohner hatte die Feuerwehr über die Dachschäden informiert. Die beiden Löcher in der Dachbedeckung liegen neben dem Glockenturm und dem vorspringenden Gebäudeteil mit dem ehemaligen Haupteingang der Friedrich-Ebert-Schule. Das Loch auf der linken Seite misst etwa eineinhalb Quadratmeter, rechts davon wurden die Ziegel auf einer Fläche von etwa einem Quadratmeter abgedeckt. Die Schäden sind vom gegenüberliegenden Parkplatz aus gut sichtbar. Es regnet hinein.

Niemals zuvor sei die Ebert-Schule von einem Unwetter betroffen gewesen, erzählt Bertram Ludwig, Fachgruppenleiter Gebäudemanagement der Stadt Schopfheim, der durch Sturm und Regen mit dem Fahrrade zur Ebert-Schule geradelt war, um die Schäden zu begutachten. Er hatte am Vormittag das Problem, dass er keinen Zimmerer erreichten konnte, der den Schaden hätte beheben können. Der Dachboden selbst sei leer, so dass der hereinrieselnde Regen keinen Schaden an Dingen anrichten konnte, erläuterte Bertram Ludwig auf BZ-Nachfrage. Im Lauf des Tages konnten mit Hilfe der Feuerwehr lose Ziegel runtergeholt und die Löcher provisorisch abgedichtet werden. "Der Schulbetrieb kann am Montag normal laufen, Gefahr von herunterfallenden Ziegeln besteht auch nicht mehr", teilt Ludwig mit. Schopfheims Freiwillige Feuerwehr wurde zu 23 Einsätzen gerufen, bilanzierte Feuerwehrkommandant Lutz Hofer am Mittwochnachmittag.

Elf Einsätze waren es in der Kernstadt und Eichen, acht in Gersbach, einer in Wiechs und drei in Raitbach. Es habe sich vorwiegend um teilweise abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume gehandelt. Neben dem Einsatz in der Roggenbachstraße (Friedrich-Ebert-Schule) habe es noch einen spektakuläreren Einsatz in der Schwarzwaldstraße gegeben, wo ein Baum auf ein Wohnhaus gestürzt sei, erzählte Lutz Hofer.

In Gersbach waren es vor allem umgestürzte Bäume, die es zu beseitigen galt. Zum ersten Mal sei die Feuerwehr um 10.45 Uhr alarmiert worden, dann ging es Schlag auf Schlag. Mit acht Fahrzeugen und 54 Einsatzkräften sei die Feuerwehr pausenlos unterwegs gewesen. "Wir konnten alle Einsätze gut abdecken", erklärte Hofer. Die Führungsgruppe sei zur Unterstützung dabei gewesen. Viel tun könne die Feuerwehr nicht, wenn der Sturm Ziegel vom Dach gefegt habe, erklärte Lutz Hofer. Wenn nötig, sei die Straße abgesperrt worden oder es werde im Rahmen des Möglichen versucht, Dachziegel zu richten. Allerdings müssten die Feuerwehrkräfte darauf achten, sich nicht selbst zu gefährden. Die Straße Richtung Schwörstadt habe wegen umgestürzter Bäume auch gesperrt werden müssen, teilte Hofer mit. Es habe Umleitungsschilder gegeben.

Ein Hochwassereinsatz war am Mittwoch nicht dabei, solche Einsätze erwartet der Kommandant allerdings für den Donnerstag, denn die Wasserpegel seien beträchtlich gestiegen.