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07. November 2017

Filmdoku für eine bessere Welt

Unterstützerverein sammelt beim bundesweiten "Entwicklungspolitischen Filmherbst 2017" Geld fürs "Rainbow House of Hope".

  1. Susanne Fink und Uschi Schmitthenner werben für den Film „Der Fall Mubende“, der einen empörenden Fall von Enteignung von Kleinbauern in Uganda aufarbeitet. Foto: Hans-Jürgen Hege

  2. Im Rainbow House of Hope können Menschen Ausbildungen absolvieren, etwa Frisör, Schreiner oder Schneider werden. Foto: privat

SCHOPFHEIM. Die Industrialisierung Ugandas schreitet voran. Und immer noch wissen Einwohner, die entsprechenden Bauvorhaben im Weg stehen, nicht wohin, wenn ihre Behausungen in den Armenvierteln der Abrissbirne zum Opfer fallen. Bedroht war auch das "Rainbow House of Hope" in Kampala. Inzwischen wurde ein neues Stück Land gefunden. Der Unterstützerverein in Schopfheim gleichen Namens bittet für das Projekt um Spenden und beteiligt sich dafür auch mit einer Veranstaltung am "Entwicklungspolitischen Filmherbst 2017".

Der "Entwicklungspolitische Filmherbst" ist eine Veranstaltungsreihe des Landes unter der Fahne des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Im Rahmen dieser Reihe zeigen der Schopfheimer Verein "Rainbow House of Hope" und Uschi Schmitthenner von der evangelischen Kirchengemeinde am Donnerstag, 9. November, 19 Uhr den Dokumentarfilm "Der Fall Mubende" im evangelischen Gemeindehaus. In dem Film geht es um einen spektakulären Fall von Landgrabbing (Land wegschnappen) im ugandischen Mubende. Zur Vorstellung wird auch Regisseur Michael Enger vor Ort sein. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Diese kommen dem "Rainbow House of Hope" zugute.

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Schopfheimer Unterstützer retten das Projekt

Für das ugandische Hilfsprojekt wäre schon längst das Aus gekommen, wenn es den Schopfheimer Verein gleichen Namens nicht gäbe, der das Rainbow House of Hope seit 2006 unterstützt. Das Haus wurde 1998 in Kampala als Nicht-Regierungs-Organisation von den Sozialarbeitern Geoffrey Tumusiime und Micheal Mwase gegründet, um die Einkommenssituation benachteiligter Jugendlicher zu verbessern.

Als es abzusehen war, dass das Rainbow House of Hope am Standort nicht zu halten sein würde, machte sich das Team um Susanne Fink und Ulrike Hummel-Beck auf die Suche nach einem adäquaten Ersatz. 20 Kilometer nördlich von Kampala wurde das Team fündig. Das Grundstück wird wesentlich mehr Platz für weitere Projekte bieten. Aber: Für die laufenden Kosten und die Erweiterung benötigt der Verein Geld, und so werben Susanne Fink und ihre Mitstreiter um Verständnis für die außergewöhnliche Lage, in der sich die Partner des Vereins in Uganda befinden – und um finanzielle Unterstützung. Das Land ist gekauft. Im Moment werde Gemüse angebaut, und zwar von Mitarbeitern, die gerade neue biologische Anbaumethoden erforschen, betont Fink und verweist stolz darauf, dass die erste Maisernte bereits eingefahren wurde und das Ergebnis der Ernte den Speiseplan der Handwerksschule bereichert, in der 47 Lehrlinge jeden Tag warmes Essen bekommen.

Susanne Fink berichtet zudem, dass eine zwanzigköpfige Gruppe von Architekturstudenten der Jade Hochschule Oldenburg dabei sei, mit ihrem Professor Peter Fank einen Masterplan für das Projekt zu erstellen. Das macht Aufenthalte vor Ort in Uganda notwendig. Für die Flugkosten kommen sie selbst auf. Der Verein "Rainbow House of Hope" müsse lediglich die Materialkosten für die erste Baumaßnahme übernehmen. "Und dafür sammeln wir", sagt Susanne Fink, die Vorsitzende des Vereins "Rainbow House of Hope".

Weitere Infos zur Arbeit des Vereins unter http://www.rainbowhouse.info Spenden werden erbeten auf das Konto mit der IBAN DE 21 6835 1557 0003 1788 52 / BIC: SOLADES1SFH bei der Sparkasse Wiesental.

"Der Fall Mubende"

"Der Film", so heißt es in der Ankündigung, "begleitet den Fall von Landgrabbing im ugandischen Mubende. Von dort wurden im Jahr 2001 4000 Menschen vertrieben, um Platz für eine Plantage zu schaffen." Kleinbauern schildern in diesem Dokumentarfilm die damaligen Ereignisse und deren Folgen für ihre Familien. Im März 2013 fällte das Hohe Gericht Kampalas dann ein "sensationelles Urteil", als es den Ableger einer Kaffee-Gruppe aus Hamburg zu einer Schadensersatzzahlung von elf Millionen Euro zugunsten der betroffenen Menschen verdonnerte. Aber: Die Zahlungen blieben bisher aus, nachdem die Tochter-Firma Berufung eingelegt hat, über die bisher noch nicht entschieden wurde.  

Autor: hjh

Autor: Hans-Jürgen Hege