Oberliga-Aufstieg

Finaltriumph: EHC Freiburg feiert Regionalliga-Meisterschaft

mko

Von mko

Sa, 31. März 2012 um 01:23 Uhr

EHC Freiburg

Der EHC Freiburg ist neuer Meister der Regionalliga Südwest! Zu Hause hat der EHC den Finaltriumph perfekt gemacht – und unbesiegt zugleich den Aufstieg in die Oberliga gefeiert.

Noch bevor das finale Duell um den Titel angepfiffen worden war, hatte der Abend in der Franz-Siegel-Halle bereits seinen ersten emotionalen Höhepunkt erlebt. Petr Mares und Ravil Khaidarov standen gemeinsam auf dem Eis und blickten gen Südkurve, wo ihre Trikotnummern feierlich unter das Hallendach gezogen wurden. Gänsehautfeeling – denn im Eishockey ist dies die höchste Ehre, die einem Akteur zuteil werden kann. Mit der Tradition der "retired jerseys" zeichnen Klubs ihre Spieler aus, die sich in besonderem Maße um den Verein verdient gemacht haben – ihre Rückennummern werden nie mehr vergeben.

Fotos: Der EHC feiert den Aufstieg in der Kabine und in der Freiburger Diskothek Schneerot (fudder.de)

Emotionale Ehrung für Khaidarov und Mares

Seit gestern hängen die Nummern 18 (Khaidarov) und 53 (Mares) unter dem Dach der Franz-Siegel-Halle. Die beiden EHC-Rekordspieler, die auch erfolgreich in der Freiburger Nachwuchsabteilung als Trainer engagiert sind, reihen sich damit in die Riege der EHC-Idole Jiri Crha, Milan Chalupa und Rick Laycock ein. Und allen voran der Nummer 25: Thomas Dolak. Der 59-jährige Cheftrainer, der seit Dezember krankheitsbedingt durch Peter Salmik hinter der Bande vertreten wird, überreichte Khaidarov und Mares zudem die lebenslange Vereinsmitgliedschaft. Drei Legenden gemeinsam auf dem Eis – die Bühne für einen großen Abend war bereitet.

Während mancher Zuschauer noch seine Tränen der Rührung wegwischte, begab sich die Regionalliga-Mannschaft bereits auf die Mission Meisterschaft. Zwar agierte der EHC nicht derart souverän wie beim 5:1-Hinspielsieg in Stuttgart, dennoch brachte er einen verdienten 8:5-Erfolg unter Dach und Fach. Außerdem boten beide Teams im Mittelabschnitt noch die nötige Portion Spannung, als der Titelverteidiger am Ausgleich schnuppern konnte. Doch letztlich legte Freiburg die entscheidende Schippe obendrauf und feierte im 25. und letzten Saisonspiel den 25. Sieg. Zugleich ist der EHC somit sportlich für die Oberliga, die dritthöchste Liga, qualifiziert.

"Nie mehr 4. Liga!"

Auf den Rängen sorgten die Fans von Beginn an für Feierstimmung, lautstark hatten sie ihre Mannschaft angefeuert und die herausragende Saisonleistung gefeiert. Natürlich kam am Finalabend das ganze Repertoire zum Zuge: Von "Oh wie ist das schön …" über "Der EHC ist wieder da!" bis hin zum Lieblingshit "Nie mehr 4. Liga!" Die Fans machten deutlich, dass sie auf ihr Team, das ausschließlich aus Freiburger Akteuren besteht, verdammt stolz sind und ließen Erinnerungen an längst vergessene Tage wach werden, als die Franz-Siegel-Halle auch auf den Rängen eine Bastion gewesen ist.

Natürlich wurde auf dem Eis ebenfalls überschwänglich gefeiert – schon mit dem Schlusspfiff war Goalie Christoph Mathis unter einem Spielerknäuel begraben worden, die Truppe feierte ausgelassen ihren Triumph. Otto Neideck, erster Bürgermeister der Stadt Freiburg, übergab EHC-Kapitän Patrick Vozar schließlich den Meisterpokal. Der Auftakt für eine große Sause an der Ensisheimerstraße, die Meisterfeier ging rund ums Stadion weiter. Einzig für Verteidiger Lutz Kästle gab es noch einen Zwischenstopp beim Teamarzt: Er hatte sich bei der abschließenden Jubelarie am Arm verletzt und musste umgehend genäht werden.

Neun Jahre nach der Meisterschaft in der 2. Bundesliga hat das Freiburger Eishockey wieder einen Titel errungen und darf einen Aufstieg feiern. Wie damals mit einem "Sweep", also ohne Niederlage in der Finalserie. In der nordamerikanischen Sporttradition wird dies durch einen Besen symbolisiert – und wie einst 2003 in Garmisch-Partenkirchen flog auch am Freitagabend wieder ein Besen aufs Eis. Sogar der Initiator war derselbe.

Statistik

EHC Freiburg – Stuttgarter EC 8:5 (3:1, 2:2, 3:2)

Tore: 1:0 (9.) Böcherer (A. Bauer, M. Kunz) PP, 2:0 (13.) B. Stehle PP, 3:0 (15.) T. Linsenmaier (A. Bauer), 3:1 (19.) Schmitt (Schmidt) PP, 4:1 (21.) Vozar (T. Kunz, B. Stehle), 4:2 (28.) Schmitt (Schmidt, Mauch) PP, 4:3 (28.) Schmitt (Schmidt), 5:3 (38.) T. Linsenmaier (A. Bauer, Böcherer), 6:3 (48.) Iliev (Zimber), 7:3 (56.) T. Kunz (M. Kunz), 8:3 (58.) A. Bauer (Brückmann), 8:4 (60.) Bischoff (Beck), 8:5 (60.) Bischoff PEN

Strafen: Freiburg 6 + 10 (Rießle) – Stuttgart 8
Schiedsrichter: Philipp Sintenis (Bayreuth)
Zuschauer: 2612

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