Finanzamt knackt wieder Milliardenmarke

Peter Rosa

Von Peter Rosa

Do, 08. März 2018

Kreis Waldshut

Steuereinnahmen brechen zum zweiten Mal nach 2015 den Rekord / Elektronisches System Elster wird immer beliebter .

KREIS WALDSHUT. Das Finanzamt Waldshut-Tiengen konnte im vergangenen Jahr einen neuen Rekord im Steueraufkommen verbuchen. Mit genau 1 182 563 575 Euro wurde die Hürde von einer Milliarde Euro nach 2015 zum zweiten Mal geknackt, und das um gleich 100 Millionen mehr.

"Dem Landkreis geht es gut", schließt Solveig Elze, Leiterin des Finanzamts Waldshut-Tiengen, daraus und fügt hinzu: "Die Zahlen spiegeln die gesamte deutschlandweite wirtschaftliche Entwicklung sowie die hohe Beschäftigungsquote wider."

Umsatzsteuer
Größter Posten ist mit 32 Prozent und knapp 368 Millionen Euro die Umsatzsteuer. Dies ist ebenfalls ein Rekord und gleich das 14-fache des Vorjahrs. Derartige Schwankungen sind extrem, aber nicht ungewöhnlich. Ursache sind vor allem Investitionen, Umstrukturierungen und dadurch wechselnde Finanzamtszuständigkeiten von größeren Unternehmen, erklärt Markus Lutz, neuer stellvertretender Leiter des Finanzamts Waldshut-Tiengen.

Einkommenssteuer
Dass es der Bevölkerung im Allgemeinen immer besser geht, zeigt mit 330 Millionen Euro der zweitgrößte Posten (29 Prozent), die Einkommenssteuer. Hier hat sich die Summe seit dem Jahr 2011 durch jährlichen Anstieg fast verdoppelt und ist nun ebenfalls auf Rekordniveau.

Grunderwerbssteuer
Einen weiteren Rekord verbucht mit knapp 26,7 Millionen Euro die Grunderwerbssteuer sowie der steuerliche Anteil des Landkreises mit 10,4 Millionen Euro. Auch hier besteht seit 2011 (4,3 Millionen) ein durchgängiger Anstieg. Die Körperschaftssteuer ist mit 71,3 Millionen Euro auf mittlerem und der Solidaritätszuschlag mit 38,6 Millionen Euro auf hohem Niveau.

Elektronische Steuererklärung
Auch die Quote derer, die ihre Steuererklärung selbst und mit Hilfe des elektronischen Systems Elster erledigen, stieg mit 12 225 Fällen auf 48 Prozent (Platz 37 von 65 Finanzämtern; Vorjahr: 45 Prozent), hängt im landesweiten Durchschnitt mit 49 Prozent aber leicht hinterher. Ihre Einkommenssteuererklärung bis Jahresende abgegeben haben 90,5 Prozent der 30 430 nicht steuerlich Beratenen, ein Rückgang von einem Prozent (landesweit 91 Prozent). "Auch hier wünschen wir uns für den 31. Dezember 2018 rund 1200 Steuererklärungen, also etwa vier Prozent, mehr", sagt Elze.

Aktuelle Steuererklärung
Das Finanzamt weist darauf hin, dass ab dem 12. März die Fälle von 2017 bearbeitet werden. Die Abgabe für steuerlich nicht Beratene endet am 31. Mai, bei elektronischer Abgabe am 31. Juli. Ebenfalls sollten, außer von Grenzgängern, keine Belege mehr abgegeben, sondern nur aufbewahrt werden. Darüber hinaus sind Unternehmenssteuererklärungen über Elster ab diesem Jahr nur noch authentifiziert möglich. Das gilt sowohl für unternehmerische und freiberufliche Tätigkeiten ebenso wie für Photovoltaikanlagen, Übungsleiter und Vereine.