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18. Februar 2010
Firmen buchen billigere Flüge
Swiss verzeichnet bei Interkontinentalflügen Einbrüche.
BASEL. Ein seit 2006 um 40 Prozent erhöhtes Sitzplatzangebot und eine Verdopplung des Marktanteils auf 9,3 Prozent am Basler Euro-Airport meldete die Lufthansatochter Swiss gestern ai einer Pressekonferenz am Unternehmenshauptsitz in Basel. Mit 319 000 Passagieren und 5234 Flügen wurde am Euro-Airport im Jahr 2009 zwar ein besseres Ergebnis erreicht als ein Jahr zuvor. Deutliche Einbrüche habe es dagegen beim Gewinn gegeben, erklärte Marketingchef Holger Hätty.
Unterm Strich werden aber bei Swiss immer noch schwarze Zahlen stehen, wenn die Lufthansa im März ihr Jahresergebnis veröffentlicht. Trotz der guten Entwicklung bei den Passagierzahlen zeigt die Kurve bei den Erträgen seit Oktober 2008 jedoch stark nach unten. "Auf der Buchungsseite sind wir sehr zufrieden, im Kostenbereich dagegen unter Druck", erklärte der im vergangenen Jahr von Lufthansa zur Swiss gewechselte Hätty. In Basel schreibe man gegenüber den anderen beiden Swiss-Standorten Zürich und Genf sogar geringe Verluste, Abbauabsichten bestünden indes keine. Es führe dagegen – schon um Geschäftskunden zu halten – kein Weg um Basel herum, wo man zusammen mit Lufthansa 15,9 Prozent Marktanteile besitze und damit zweitwichtigste Gesellschaft sei.Werbung
Kein Vergleich mehr mit den Zeiten, in denen die Basler Crossair hier noch mehr als 50 Prozent der Anteile besetzte. Den unangefochten ersten Platz nimmt stattdessen heute mit rund 40 Prozent Easyjet ein. An einem Marktwettkampf mit dem Billigflieger ist den Schweizern jedoch nicht gelegen. Das insgesamt niedrige Preisniveau ist dennoch diktiert und hat sich auf die Erlöse niedergeschlagen. "Die Preise setzt der Markt, dem müssen wir uns beugen", so Hätty. Krisenbedingt sei es auch gerade bei den profitablen Interkontinentalflügen zu Einbrüchen gekommen. Unternehmen hätten im Zeichen der Krise vermehrt auf Flüge verzichtet oder ihr Personal angewiesen, von der teuren Business-Class in die günstigere Economy umzusteigen. Die Flughäfen seien als Monopolisten dagegen zu unflexibel bei ihren Gebühren.
Gute Erwartungen setzt der Marketingmann jedoch in die Zukunft: "Wir merken, die Wirtschaft zieht an." Aus diesem Grunde habe die Swiss im vergangenen Jahr auch bereits eine halbe Milliarde Franken investiert und elf neue "A330-300" Airbusse bestellt sowie 30 Bombardier "CSeries" von denen zwei die derzeit in Basel stationierten älteren Maschinen vom Typ Avros ersetzen sollen. Die neuen Flugzeuge, zu deren Erstbestellern Swiss zählt, sollen umweltfreundlicher sein und um etwa zwei Drittel weniger Lärm verursachen. Für die Benutzer gehe die Tendenz mit ihnen zudem auch wieder in Richtung First-Class-Segment, so Hätty.
Swiss beschäftigt in Basel derzeit 452 seiner insgesamt 7337 Mitarbeiter. Zusammen mit Lufthansa Technik Switzerland sind es mehr als doppelt so viele. Als Nachfolgeunternehmen der Swissair fliegt Swiss von Basel aus heute neun Ziele an. Gemeinsam mit Lufthansa, die drei deutsche Ziele anfliegt, und den ebenfalls zur Familie gehörenden Austrian Airlines werden wöchentlich rund 150 Flüge angeboten.
Autor: Annette Mahro
