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25. Mai 2009
Ein Abend mit viel Esprit und Charme
Ein gesanglich sehr gelungener und vielseitiger Abend begann mit einem Misston: Bernd Thörmers Bürgermeisterschelte
FISCHINGEN. Vom Musikalischen her erlebten die Besucher in der fast übervoll besetzten Läufelberghalle eine harmonische Darbietung des Fischinger Männerchores. Nicht zuletzt auch durch die als Gäste geladenen und ihrem Namen alle Ehre machenden "Liederlichen Feel-Harmoniker". Dissonanzen gab es in der Jahresfeier aber im zwischenmenschlichen beziehungsweise politischen Bereich.
In seiner Begrüßungsrede ging der Vorsitzende des Chores, Bernd Thörmer, recht hart mit dem anwesenden Bürgermeister Peter Schmider ins Gericht (siehe auch nebenstehendes Apropos). Nicht verzeihen mochte er dem Gemeindeoberhaupt dessen Abwesenheit auf dem letzten Konzert. Zudem bemängelte er die mangelhafte Beleuchtung im Probensaal und der unerfüllte Wunsch nach Errichtung von Lagermöglichkeiten für den Verein.Das vorgetragene Repertoire des Chores reichte vom flott und freudig gesungenen "Funiculi-Funicula" über den zum Mitklatschen animierenden "Fliegermarsch" aus der Operette "Der fliegende Rittmeister" von Dostal, dem etwas getragenen, jedoch duftig und betont interpretierten "Ungarischen Tanz Nr. 6" von Brahms bis hin zum melancholischen "Heimat, deine Sterne", ein mitten in den Kriegswirren entstandenes Lied eines Soldaten.
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Seinen ersten Auftritt als Solist hatte der junge Benjamin Schneider. Der Tenor traf bei "Im Prater blüh’n wieder die Bäume" mit viel Gefühl die wehmütige Grundstimmung dieses Liedes. Rührend seine spontanen Dankesumarmungen für Dirigentin Ibolya Barla und Pianistin Susanne Hagen. Dieses Solo wird sicher nicht sein letztes gewesen sein. Mit dem "Bajazzo" sandte der Chor eine musikalische Gratulation an die anwesenden Vreneli und Günther Prick aus Wollbach, die jüngst ihre Goldene Hochzeit feierten.
Die "Liederlichen Feel-Harmoniker", acht ehemalige Chorsänger aus Herten als "Doppelquartett" in guter, alter A-cappella-Tradition, erwiesen sich als wesentlich mehr als die im Programm genannte Musikeinlage. Zumal ihnen die Gastgeber auch die Ehre überließen, mit ihren Darbietungen den gesanglich sehr gelungenen und vielseitigen Abend abzuschließen. Als Leihgeber für ihre Lieder fungierten die berühmten Comedian Harmonists, wie auch der zur Zeit sehr angesagte A-cappella-Chor, die Kölner Wise Guys. Dennoch vermochten die acht schwarz gekleideten Herren unter der Leitung Günther Häßlers jedem Titel ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Ihre mit viel Gestik, Mimik und schauspielerischen Einlagen gewürzten Darbietungen kamen beim Publikum sehr gut an. Zwar gerieten sie mit "Ich hab das Fräul’n Helen baden sehn" hart an die Grenze zum "Jetzt-sind-wir-Männer-unter-uns-Niveau", dennoch fand auch dies den Applaus des weiblichen Teils des Publikums. Den Thekendienst hatten in bewährter und freundlicher Art wieder die Mitglieder des Akkordeonorchesters Fischingen übernommen.
Autor: Reinhard Cremer


