Gießwasser holen ja, aber mit Maßen

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Sa, 28. Juli 2018

Efringen-Kirchen

In Efringen-Kirchen werden Bürger gebeten, das Wasserholen aufs Minimum zu beschränken / Ärger über Großabholer an Brunnen.

EFRINGEN-KIRCHEN/EIMELDINGEN/FISCHINGEN. Der Regen hat sich in den vergangenen Wochen rar gemacht, stattdessen herrscht tagsüber glühende Hitze. Das Landratsamt hat bereits die Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen untersagt, die Gemeinden haben bisher aber noch keine Einschränkungen ausgesprochen. Was aber das Wasserholen an Brunnen angeht, so weisen Efringen-Kirchen und Eimeldingen jetzt darauf hin, dass dies nur in Maßen erfolgen sollte.

Sowohl bei der Verwaltung in Eimeldingen als auch in Efringen-Kirchen sind Meldungen eingegangen, wonach sich Leute ziemlich ungehörig an den öffentlichen Brunnen bedienen. So berichtet Ordnungsamtsleiterin Sonja Nabbefeld auf BZ-Nachfrage, dass sie am Freitagfrüh zum Beispiel per Mail von einem Bürger verständigt worden sei, "dass im Ortsteil Kirchen gestern Abend ein Auto am Brunnen vorfuhr, um dort mehrere Kanister Wasser abzufüllen". Für Sonja Nabbefeld überschreitet das den zu tolerierenden Rahmen deutlich: "So etwas geht natürlich gar nicht." Das sieht auch Bürgermeister Friebolin in Eimeldingen so, dem eine solch exorbitante Wasserentnahme auch schon gemeldet worden war. "Wenn das jeder so machen würde, gleich mehrere Kanister für sich abzufüllen?" Kein Problem sieht er darin, wenn Bürger mal eine Kanne Wasser füllen.

So sieht es auch Sonja Nabbefeld für Efringen-Kirchen: "Es spricht nichts gegen eine Wasserentnahme von ein bis zwei Gießkannen zur Gartenbewässerung." An alle Bürger richtet sie gleichwohl vorsorglich den Appell, "die Wasserentnahme aus öffentlichen Brunnen auf ein Minimum zu beschränken." Was an Brunnen erlaubt ist und was nicht, das regelt in den Gemeinden die Polizeiverordnung. Auch in Efringen-Kirchen ist darin festgelegt, dass die Brunnen "nur entsprechend ihrer Zweckbestimmung benutzt werden" dürfen. Verboten sind Verunreinigungen, aber auch umfangreiche Wasserentnahmen, ob mit mehreren Kanistern oder gar Wasserpumpen oder Schläuchen. Die Brunnen der Gemeinde werden über das Trinkwassernetz des Wasserverbands Südliches Markgräflerland gespeist. Die Ausnahme bildet Mappach, wie Sonja Nabbefeld erinnert, dessen Brunnen über eine eigene Quelle versorgt werden. Noch habe der Wasserverband bislang keine Einschränkung erlassen, der Wassermeister beobachte die Wetterlage in den kommenden Wochen aber genau. Für die Ordnungsamtsleiterin ist unabhängig davon aber klar: Sollten Bürger weiter übermäßige Wasserentnahmen an Brunnen melden, überlege man, sie kurzzeitig abzustellen.

Was Fischingen betrifft, so hält Bürgermeister Axel Moick fest, dass die Brunnen dort auch nur aus Quellwasser gespeist werden. Die normale Wasserversorgung über das Leitungsnetz werde durch die Brunnenentnahme daher nicht belastet. Das Entnehmen von Wasser aus dem Brunnen in kleinen Mengen und mit einer Gießkanne sei ohnehin kein Problem, findet auch er. Was große Mengen betrifft, ist sich Moick sicher, dass das in Fischingen gar nicht möglich ist und niemand auf die Idee käme: "Denn dafür ist der Nachlauf bei uns viel zu schwach".