Flauschiger Kumpel im Notfall

Susanne Filz

Von Susanne Filz

Mi, 19. September 2018

Schopfheim

BZ-Initiative "Kinder helfen Kindern" spendet ans "Aktionskomitee Kind im Krankenhaus" für den Kauf von Rettungsteddybären.

SCHOPFHEIM. Der Rettungsteddybär ist seit 23 Jahren ein tröstlicher Helfer, wenn Kinder zu einer medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus müssen. Die kleinen Patienten erhalten das Stofftier von Rettungsassistenten auf der Fahrt ins Spital. Finanziert werden die Stoffteddys vom Verein AKIK, dem "Aktionskomitee Kind im Krankenhaus". Die Badische Zeitung spendete aus Mitteln der verlagseigenen Initiative "Kinder helfen Kindern" 2000 Euro an AKIK. Der entsprechende Scheck wurde am Dienstag überreicht.

Christian Herr von der BZ, Regionalverlagsleiter Lörrach und Hochrhein, hatte einen symbolischen Scheck im Großformat direkt ins Wohnhaus von Monika Werner, der Vorsitzenden des AKIK-Landesverbands Baden-Württemberg, nach Wiechs gebracht. "Wir freuen uns sehr darüber, dass es Kinder in unserem Verbreitungsgebiet gibt, die bereit sind, sich für behinderte oder erkrankte Gleichaltrige tatkräftig einzusetzen", sagte er.

Monika Werner bedankte sich. Da das 1968 gegründete "Aktionskomitee Kind im Krankenhaus" seine Arbeit ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziere, sei die BZ-Spende für sie eine große Freude.

Den Rettungsteddybär bezieht AKIK von einer Spielzeugfirma in Waiblingen. Es gibt ihn seit 1995. Viele Kisten voller Teddys – wahlweise in Braun oder Weiß – stapeln sich in der Garage der Familie Werner. Die Rettungsdienste Deutsches Rotes Kreuz, Bergwacht und Malteser können die Stofftiere in der benötigten Anzahl bei den Werners bestellen. Rund 600 Teddys pro Jahr verteilen die Mitarbeiter der Rettungsdienste an kranke, verunglückte und verängstigte Kinder im Landkreis Lörrach. Neun Euro kostet ein Rettungsteddybär. Dank der BZ-Spende kann die AKIK-Ortsgruppe Schopfheim/Lörrach jetzt 222 neue Stoffteddys anschaffen. Die Rettungsteddysbären seien aber vor allem eine PR-Aktion des Vereins, erläutert Monika Werner. Die eigentlichen Aufgaben des Aktionskomitees Kind im Krankenhaus reichen deutlich weiter. So unterhält das AKIK auf der Kinderstation im Lörracher Krankenhaus eine Bibliothek mit Kinder- und Jugendbüchern, die einmal pro Woche zur Ausleihe geöffnet ist. Und mit einer alljährlichen Geldspende unterstützt das AKIK das Elisabethenkrankenhaus, damit die Verwaltung für die Kinderstation Klinikclowns engagieren kann.

Lobbyarbeit ist die Hauptaufgabe

Das mit Abstand größte Arbeitsfeld des "Aktionskomitees Kind im Krankenhaus" sei aber die politische Lobbyarbeit. So habe der Verband seit seiner Gründung in langjähriger zäher Lobbypolitik bundesweit offene Besuchszeiten für Patienten in Krankenhäusern erreichen können, berichtet Monika Werner. "Für junge Eltern ist es heute selbstverständlich, dass Eltern ihr Kind jederzeit im Krankenhaus besuchen können und dass es in Kliniken Elternzimmer gibt oder – wie in Lörrach – zusätzliche Liegen für Eltern in den Krankenzimmern, aber das war nicht immer so", sagt Monika Werner, die als Mutter von fünf Kindern und neun Enkelkindern selbst nah an dem Thema dran ist.

Heute führt der sowohl bundesweit als auch international organisierte Verband einen neuen Kampf – den Kampf um den Erhalt von Kinderkliniken und -abteilungen. Monika Werner bedauert, dass die Kinder- und Jugendmedizin am Elisabethenkrankenhaus in Lörrach inzwischen die einzige Kinderklinik im Landkreis sei. "Ich möchte, dass die Bevölkerung zu schätzen weiß, dass es in unserem Landkreis diese hervorragende Kinderklinik gibt", sagt sie. Und im Jahresbericht 2017 der AKIK-Gruppe Schopfheim/Lörrach heißt es: "Beim Bau des Zentralklinikums wird das AKIKI Augen und Ohren offenhalten, wenn es darum geht, die Versorgung in der Qualität der Kinder- und Jugendmedizin zu erhalten."