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11. September 2015

Flüchtlinge jetzt mit W-Lan

Freifunk richtet Router bei Erstaufnahmestelle ein.

Viele Flüchtlinge in der bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle BEA in der Lörracher Straße freuen sich: Seit Donnerstagmorgen gibt es freies W-Lan für alle. Ein Internetzugang war zwar nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg bereits in Auftrag gegeben, aber der Initiative Freifunk dauerte dies zu lange. IT-Experte Andreas Klug und seine Kollegin Alexandra Rüdell überzeugten die Zuständigen vor Ort. Klug montierte beim DRK/Caritas-Container auf dem Gelände, wo es bereits einen DSL-Zugang für zwei Bürocomputer gab, einen Router mit W-Lan-Antenne.

"Läuft tadellos", sagt jemand, der sich selbst von außerhalb einloggen konnte. Schon unmittelbar nachdem die Verbindung funktionierte, standen bereits rund 20 Flüchtlinge mit ihren Smartphones in der Nähe des Routers und surften im Internet; sind dankbar über das unbürokratische Vorgehen der Freifunk-Initiative. Die Daten werden speziell verschlüsselt, wodurch nach Angaben von Freifunk eine juristische Störerhaftung für DRK und Caritas entfalle. Für die Flüchtlinge sei das Internet von enormer Bedeutung, um mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben und ein Lebenszeichen abzusetzen, sagt Andreas Klug (55) aus St. Georgen. Dieser eine DSL-Zugang sei aber auf Dauer noch zu wenig, "das ist ja wie ein kleiner Stadtteil". Wenn beispielsweise abends mehr als 100 Leute das W-Lan nutzten, werde die Verbindung "wahnsinnig langsam". Mails verschicken gehe immer, aber Webseiten mit hochauflösenden Grafiken – da werde es dann schwierig. Freifunk engagiert sich vielerorts für einen freien Internetzugang für Flüchtlinge. So hat auch München das Hilfsangebot von Freifunk angenommen, alle städtischen Unterkünfte für jugendliche Flüchtlinge mit Freifunk-W-Lan zu erschließen.

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Autor: ahf