Förderverein stiftet ein Rauchhaus

Kai Kricheldorff

Von Kai Kricheldorff

Fr, 02. November 2018

Ihringen

Ihringer Feuerwehr kann nun Brände und Einsätze besser simulieren / 14 Mitglieder der Jugendwehr erhielten die "Jugendflamme".

IHRINGEN. Mit Bravour haben 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Ihringen-Wasenweiler die erste Stufe des Leistungsabzeichen "Jugendflamme" bestanden. Nach Ende des Wettbewerbs, der im Feuerwehrhaus Breisach stattgefunden hatte, wurden drei Mädchen und elf Jungen im Haus der Ihringer Feuerwehr ausgezeichnet. Bei der kleinen Feier im Feuerwehrhaus der Winzergemeinde präsentierte der Förderverein der Wehr auch das neue, von ihm gespendete Rauchhaus.

Stufe 1 der "Jugendflamme" heißt, über gute Grundkenntnisse des Feuerwehrwesens zu verfügen. In den beiden weiteren Leistungsstufen stehen Übungen zur Brandbekämpfung sowie ein Löschangriff mit Personenrettung auf dem Plan. Beim Breisacher Contest traten am Vormittag Mitglieder von acht Jugendfeuerwehren des Landkreises an.

Nach Abschluss des Wettbewerbs boten die Teilnehmer der Ihringer Jugendwehr den zahlreich erschienenen Angehörigen sowie weiteren Feuerwehrmitgliedern einen Ausschnitt aus dem Prüfungsprogramm. Sie demonstrierten die Absetzung eines Notrufs, das Zusammensetzen von Verteilern für Rohr- und Schlauchanschlüsse sowie verschiedene Methoden, um Knoten zu binden. Jugendwart Markus Hiss lobte den Kenntnisstand der Mädchen und Jungen der Ihringer Jugendwehr. Ihr Lerneifer und die Ernsthaftigkeit, mit denen sie an die Aufgabenstellungen herangingen, seien vorbildlich.

Anschließend wurde das neue Rauchhaus vorgestellt. Gespendet hat es der 2016 gegründete Förderverein der Feuerwehr Ihringen. Feuerwehrmann Sascha Schafhirt hat das rund 1,50 Meter hohe Holzhaus gebaut. Von Beruf Zimmermann, setzte der Ihringer das auf den ersten Blick wie ein geräumiges Puppenhaus aussehende Holzhaus aus über 1100 Einzelbauteilen zusammen. Christoph Rombach, Kommandant der Ihringen Gesamtwehr, bedankte sich dafür bei Schafhirt mit einem Präsent.

Allerdings ist das möblierte dreigeschossige Holzhaus alles andere als ein Spielzeug, sondern erfüllt die Funktion, Brände, ihre Bekämpfung und die Rettung von Brandopfern im Kleinmaßstab zu simulieren. Wo entsteht ein Brand? Wohin zieht der Rauch? Welche Möglichkeiten für die Eindämmung des Brandherds und für die Rauchbekämpfung kommen in Betracht?

Viele technische Extras
Am Rauchhaus lassen sich verschiedene Rettungsstrategien durchspielen. Angehende Feuerwehrleute können am Miniaturobjekt viel über Rauchentwicklung bei unterschiedlichen Voraussetzungen lernen. Dafür wurde das Rauchhaus mit diversen technischen Extras wie Nebelmaschine, Brandmelder sowie weiteren akustischen und optischen Signaleinrichtungen versehen. Der Fördervereinsvorsitzende Gerd Kühnle wies darauf hin, dass bei Bränden in geschlossenen Gebäuden die meisten Verletzungen von Personen durch Rauchentwicklung verursacht werden. Der Förderverein habe das Rauchhaus der Ihringer Wehr gespendet, um die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses zu optimieren. Aber auch bei der Brandschutzerziehung in Schulen, Kindergärten und Vereinen wird es zum Einsatz kommen. Inzwischen zähle der Förderverein der Ihringer Wehr rund 70 Mitglieder, berichtete Kühnle, der bedauerte, dass kein offizieller Vertreter der Gemeinde bei der Übergabe dabei war.