Klare Entscheidung für neue Forchheimer Ortsmitte

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mo, 21. Mai 2012

Forchheim

Bürgermeister Johann Gerber: "Wir freuen uns über das deutliche Ergebnis" / Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent.

FORCHEIM. Der Weg für die "neue Ortsmitte" von Forchheim ist frei: Beim Bürgerentscheid am Sonntag sprachen sich knapp 80 Prozent der Wahlgänger für die Umgestaltung der Ortsmitte um die Kirche aus. "Wir freuen uns über das deutliche Ergebnis", kommentierte Bürgermeister Johann Gerber den Bürgerentscheid. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 60 Prozent.

Gerber sagt, dass das klare Votum für seinen Gemeinderat wie auch für den Pfarrgemeinderat die nötige Motivation bringe, zügig das Projekt umzusetzen. An erster Stelle stehe nun, mit der katholischen Kirche über das weitere Vorgehen zu verhandeln. Die Besonderheit des Projektes ist, dass politische Gemeinde und Pfarrgemeinde die Umgestaltung der Ortsmitte gemeinsam angehen. Zum einen gelte es, die vertraglichen Konditionen festzuzurren. Die politische Gemeinde wird von der Pfarrgemeinde das Pfarrhaus kaufen und von der Erzdiözese den Grund, auf dem dasselbe steht. Das Pfarrhaus wird dann zum Rathaus umgebaut, in dem auch das Pfarrbüro unterkommt. Das jetzige Rathaus wie auch der Pfarrsaal werden abgerissen. Damit bekommt Forchheim auch städtebaulich eine Ortsmitte, mit einem offenen Platz vor der Kirche. Auf dem jetzigen Pfarrgarten entsteht ein Gemeindezentrum, das an das Pfarrhaus anschließt und politischer Gemeinde sowie Pfarrgemeinde gemeinsam gehören wird.

Neben der Kirche sollen auch jene Vereine in die Planung einbezogen werden, die das Rathaus heute benutzen und Nutzer des künftigen Gemeindezentrums werden sollen. Gerber hofft, Koordination und Planung noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen. Wenn es gut laufe, solle das 3,5 Millionen Euro schwere Projekt vom kommenden Frühjahr an realisiert werden, erklärte Gerber.

Im Vorfeld der Entscheidung gab es einige Unruhen, die zum einen daher rührten, dass politische Gemeinde und Pfarrgemeinde bereits längere Zeit über das Projekt sprachen, aber alles hinter verschlossenen Türen. Gerber hatte dies in der Bürgerversammlung mit den Fördergeldern begründet: Erst als in diesem Frühjahr das Land die Gelder genehmigt hatte, sei es sinnvoll gewesen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Ein zweiter Punkt war das Rathaus. Manch einer sieht es mit einem weinenden Auge, dass dieser Bau der "neuen Ortsmitte" weichen soll. Letztlich dürften jene 133 Gegenstimmen am Sonntag aus den Reihen derer gekommen sein, die an dem Rathaus hängen. Allerdings hatten die Planer in der Bürgerversammlung deutlich gemacht, dass bis auf die Außenmauern nicht viel vom jetzigen Rathaus übrigbliebe, falls dieses Gebäude den heutigen Standards entsprechend saniert würde.