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15. November 2017

Positive Bilanz im Wald

Forstdirektor Schmidt und Förster Umhauer informieren über Wald / Betriebsplan 2018 bewilligt .

  1. Der Forchheimer Gemeindewald verzeichnete seit 2009 einen höheren Zuwachs, als Holz geerntet wurde. Im kommenden Jahr steht eine neue Zehn-Jahres-Planung an. Foto: Martin Wendel

FORCHHEIM. Der Gemeindewald war das zentrale Thema der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Montagabend im Rathaus. Bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend blickte Forstdirektor Jürgen Schmidt auf das vergangene Jahr zurück. Förster Arno Umhauer stellte den Betriebsplan für 2018 vor. Einstimmig stimmte das Gremium dem Betriebsplan zu. Durch die Neuanpflanzung auf rund einem Hektar Fläche rechnet Umhauer für das kommende Jahr mit einem Minus.

Für die Bilanz der vergangenen neun Jahre von 64 000 Euro Plus gab es vom Forstdirektor ein Lob an Arno Umhauer: "Das ist ein viel zu gutes Ergebnis! Aber die Durststrecke kommt noch."

Der vierte milde Winter in Folge habe im Landkreis Emmendingen nicht zu den erwarteten Problemen mit dem Borkenkäfer geführt, obwohl die Experten immer wieder warnten, sagte Forstdirektor Jürgen Schmidt. An den Niederschlägen lasse sich der Klimawechsel deutlich festmachen, zeigte Schmidt auf. Auf lange Trockenphasen folgten "Wahnsinnsniederschläge", was nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch dem Wald Probleme bereitet. "Das wird weitergehen", ist sich Schmidt sicher.

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Das größte Problem ist nach wie vor das Eschentriebsterben, das aber den Forchheimer Wald wenig betrifft. Schmidt verwies auf erste Erfolge von pilzresistenter Nachzucht, die es aber noch abzuwarten gelte. Ein neues Problem ist beim Bergahorn aufgetreten, der nach einem dunklen Schleimfluss absterbe. Noch kenne man die Ursache nicht, aber die Versuchsanstalt sei daran, diese zu ergründen, so Schmidt. Keine großen Schäden richteten die Stürme an. Die Holzvermarktung war auch im vergangenen Jahr gut.

Dass die Entnahme von insgesamt 10 000 Festmeter im Zehnjahresplan von 2009 bis 2018 nicht erreicht wird, wertete Schmidt positiv. Der Zuwachs im Gemeindewald in diesem Zeitraum liegt bei 18 000 Festmeter. Nach einer erneuten Inventur wird im Frühjahr ein neuer Plan bis 2028 zum Beschluss vorgelegt.

Vor allem die Neuanpflanzungen erfordern eine aufwändige Pflege, die in den ersten Jahren Kosten verursache, erläuterte Arno Umhauer den Betriebsplan 2018, der ein Minus von 10 000 Euro aufweist. Allerdings stellte Umhauer auch eine schwarze Null in Aussicht. Probleme bereiten dem Förster zunehmend Wildschweinschäden sowie das Dürrwerden des Bergahorns: "Das Holz ist nicht zu verwenden, außer für Hackschnitzel."

Auf die Nachfrage von Otmar Binder, welche Baumart neu anzupflanzen sei, nannten Schmidt und Umhauer die Eiche als momentan einzige Alternative. Schmidt erläuterte auf Nachfrage Binders die künftige Bedeutung der Waldgenossenschaft beim Holzverkauf.

Autor: Christiane Franz