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09. Dezember 2011
Sanierungen lassen Gebühren steigen
Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht investiert auch 2012 mehr als vier Millionen Euro in seine Anlage im Forchheimer Wald.
FORCHHEIM. Der Abwasserzweckverband (AZV) Breisgauer Bucht wird in den nächsten Jahren die Gebühren erhöhen. Ab 2012 wird die Betriebskostenumlage für die 29 beteiligten Gemeinden um jährlich drei Prozent steigen. Finanziert werden damit die Kosten der anhaltenden Sanierungen in der 31 Jahre alten Verbandskläranlage in Forchheim.
Investitionen für Sanierungen gehören beim AZV zum Alltag: 2010 wurden 2,6 Millionen Euro investiert, 2011 runde 4,5 Millionen Euro. Im neuen Wirtschaftsplan 2012 sind 4,2 Millionen Euro eingestellt. Die Investitionen sind nötig: In den letzten zwei Jahrzehnten nahm die Schmutzfracht zur Forchheimer Verbandsanlage um fast 50 Prozent zu. Um dieser Herausforderung sowie den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, muss der AZV Breisgauer Bucht ständig an einer Verbesserung arbeiten.Der Verbandsversammlung am Donnerstag ging eine Besichtigung voraus, bei der die Mitglieder sich vom Einsatz der Mittel ein Bild machen konnten. So ist die zentrale Warte technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die Prozesse können mit dem Computer überwacht und auf einem großen Bildschirm gut im Auge behalten werden. Die Rechenanlage wurde ebenfalls saniert: Das Gebäude erhielt im Inneren neue Fliesen und einen neuen Anstrich, im Rechen selbst wurde die Mechanik erneuert.
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Im nächsten Jahr stehen weitere Betonsanierungen an Belebungsbecken (450 000 Euro) und eine Sanierung des Gasspeichers (350 000 Euro) an. Je 500 000 Euro werden als erste Rate für die Sanierung an Vor- und Nacheindicker und zur Optimierung für die Nachklärbecken samt Einlassbauwerken investiert. Rund eine Million Euro ist als erste Rate für die Generalsanierung der Klärbecken vorgesehen, die auf drei Haushaltsjahre verteilt werden soll und insgesamt rund fünf Millionen Euro kosten wird.
Die Verbandsversammlung stimmte der Jahresrechnung 2010 geschlossen zu. Die Gesamterlöse lagen bei 15,4 Millionen Euro, die Betriebskostenumlage hatte mit 13,7 Millionen Euro eine "Punktlandung" geschafft. Der Wirtschaftsplan 2012 wurde ebenfalls einstimmig und ohne weitere Aussprache beschlossen. Er umfasst 15,7 Millionen Euro, die Betriebskostenumlage ist mit 14,3 Millionen Euro rund 250 000 Euro über dem Ansatz des Vorjahres.
Der Verbandsvorsitzende Otto Neideck betonte, dass selbst mit den Erhöhungen um jährlich drei Prozent die Kosten noch im Rahmen bleiben. Die niedrigste Umlage gab es 2007 mit 13,3 Millionen Euro, die höchste 1996 mit 15,7 Millionen Euro. Bei den derzeit angesetzten Steigerungen wird 2015 eine Umlage von 15,6 Millionen Euro erreicht. Die Klärgebühren für die Gemeinden liegen derzeit bei rund 70 Cent pro Kubikmeter. Die Gebühren für die Verbraucher in den 29 Gemeinden weichen davon ab: In ihnen sind noch die Gemeindeausgaben für ein funktionierendes Kanalnetz erfasst.
Besondere Vorfälle gab es im laufenden Jahr. Neideck informierte in seinem Jahresbericht über das Ermittlungsverfahren, das gegen den AZV nach dem Fischsterben im Sommer eingeleitet wurde. Gutachten wurden in Auftrag gegeben, auf deren Grundlage in den nächsten eineinhalb Jahren eine neue Konzeption für die Zukunft der Kläranlage erarbeitet werden müsse. Ein tödlicher Arbeitsunfall eines Mitarbeiters ereignete sich im November, die Verbandsversammlung erhob sich zum Gedenken.
Am Ende standen die Wahlen für die nächsten fünf Jahre Amtszeit. Otto Neideck wurde als erster Vorsitzender wiedergewählt, die Bürgermeister von Waldkirch und Gundelfingen bleiben erster und zweiter Stellvertreter. Im Wirtschaftsrat wurden die Bürgermeister von Denzlingen, Endingen und Schallstadt wieder gewählt. Für den Buchenbacher Bürgermeister wird der Stegener Rathauschef im Wirtschaftsrat sitzen. Nicht mehr bei den Sitzungen dabei ist künftig der Sachbearbeiter des Regierungspräsidiums. Rudolf Weinig war seit 1984 dabei und wurde mit Dank und Anerkennung für seinen fachlichen Einsatz verabschiedet.
Autor: Ilona Hüge
