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13. März 2010
Seelsorgeeinheiten am Kaiserstuhl sollen bleiben
Gemeinsamer Ausschuss der Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl schließt sich Sasbacher Stellungnahme ans Ordinariat an.
ENDINGEN. Am Mittwochabend kam der Gemeinsame Ausschuss der Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl (Senoka) im Gemeindezentrum St. Peter in Endingen zusammen. Es war die letzte Sitzung in dieser Zusammensetzung, da die anstehende Pfarrgemeinderatswahl zumindest neue Leute in die Gremien bringt. So kandidiert die Ausschussvorsitzende Monika Michel nicht wieder für ihren Pfarrgemeinderat in Riegel, womit sie auch für den Gemeinsamen Ausschuss nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
Ein großes Thema der Sitzung war die offene Zukunft der Seelsorgeeinheit, was allerdings erst in fünf Jahren entscheidende Konsequenzen haben wird. Dazu hat das Seelsorgeteam um Pfarrer Ekkehard Baumgartner eine Stellungnahme vorgestellt, die noch vor Ostern an das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg verschickt wird. Nach umfangreichen Diskussionen zu den Vorschlägen des Ordinariats in den Gremien und mit dem Team der Seelsorgeeinheit Sasbach sei man zu dem Schluss gekommen, sich der Stellungnahme der Seelsorgeeinheit Sasbach anzuschließen, hieß es. Danach steht an erster Stelle, die beiden Seelsorgeeinheiten zu erhalten. Nur sehr schwer halte man die "große Lösung", also den Zusammenschluss der beiden Seelsorgeeinheiten für umsetzbar. Auf keinen Fall könne man akzeptieren, die Pfarrgemeinde Forchheim von der Senoka zu trennen.
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Für eine Zukunft der Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl spreche die positive Entwicklung in den vergangenen Jahren, argumentiert das Team. Dazu gehören die sozialen Dienste wie Hospiz, Demenz, Trauergruppe oder Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Auch in der Liturgie habe sich Neues getan wie Wiederbelebung eines Wallfahrtsgottesdienstes.
Im Gemeinsamen Ausschuss, der das Zusammenwachsen der Gemeinden in der Seelsorgeeinheit während der letzten Jahre gesteuert hat, sei eine immer enger werdende Verbundenheit der Gemeinden und der Verantwortlichen zu spüren. Dazu beigetragen hätten die regelmäßigen Sitzungen, Klausurtagungen und das gemeinsame Fest der Seelsorgeeinheit, das es seit zwei Jahren gibt.
In diese Atmosphäre des Aufbruchs hinein habe die Ankündigung der "Weiterentwicklung der Seelsorgeeinheiten" in den Gremien Ärger und Frustration ausgelöst: "Jetzt läuft es doch so gut bei uns. Warum will das Ordinariat uns schon wieder vergrößern? Das ist nicht mehr zu leisten." Die Ehrenamtlichen wie auch das Seelsorgeteam fühlten sich gelähmt und entmutigt angesichts der Pläne des Ordinariats. Besonders angesichts der nach Ansicht des Teams unglücklichen Verknüpfung der Themen "Weiterentwicklung der Seelsorgeeinheiten" mit der Neuorganisation der Pfarrgemeinderäte und der Auflösung der bisherigen gemeindlichen Strukturen ab 2015.
Trotzdem sei die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die neuen Pfarrgemeinderäte in den fünf Gemeinden der Senoka insgesamt positiv gelaufen. Allerdings hätten die Diskussionen der letzten Wochen und Monate auch einen positiven Prozess ausgelöst, und es seien grundsätzliche Fragen aufgekommen, die das Seelsorgeteam mit den neuen Pfarrgemeinderäten angehen wolle. Etwa was überhaupt Seelsorge heiße, werde doch der Seelsorgebegriff zunehmend fragwürdig in "Seelsorgeeinheiten", die vor allem als Verwaltungs- und Leitungseinheiten erlebt werden. Die Fragestellung in der Senoka lautet: "Wie wird die Kirche neu auf dem Land präsent und prägend für die Zukunft? Wir wollen einen geistlichen Prozess initiieren, Kirche positiv denken, wir wollen wachsen und Menschen für Christus gewinnen. Die bisherigen Ansätze scheinen uns einseitig rettend, bewahrend, verteidigend ausgerichtet zu sein." Diese Fragen und Impulse will man in den neuen Gremien besprechen und sich dafür von Herbst 2010 bis Frühjahr 2011 Zeit nehmen.
Autor: Michael Haberer
