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10. Dezember 2011

WOCHENSPIEGEL: Wintertraum

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ... inzwischen sind’s ja bald schon drei Kerzen, die auf dem Adventskranz brennen, doch trotz Weihnachtsdeko zuhause und allgegenwärtigem Lichterglanz in den Einkaufsstraßen will sich vorweihnachtliche Stimmung einfach nicht so recht einstellen. Bald Mitte Dezember und abgesehen von den Höhenlagen noch keine Spur von Schnee. Winter fühlt sich eigentlich anders an: Frostig-klarer Himmel, Sonnenschein und knirschender Schnee unter den Stiefelsohlen – so sieht der Traumwinter aus, doch davon gibt’s in klimatisch bevorzugten Gegenden wie dem Oberrhein eben sowieso nicht so viel. Man kann halt nicht alles haben. Nach dem Sommer 2011 dürfte allerdings auch der Winter 2011/12 ruhig mal ein wenig von der "Normalität" abweichen. Und wenn’s dann soweit ist, klagen wir natürlich selbstredend sofort übers Schneeschippen, Schneechaos und so weiter ...

Ja zum Feiern

Feiern ist eine tolle Sache. Anlässe dazu gibt’s in absehbarer Zeit genug – allein schon wegen der vielen im Jahr 2012 anstehenden Ortsjubiläen. Dass so manches Dokument, welches die Grundlage für solche Anlässe liefert,aus Expertensicht durchaus fragwürdig ist, fanden wir da ein interessantes Thema. "Authentisch oder manipulierte Kopie?" – die Frage muss mangels Original vom Testament des Bischofs Eddo zwangsläufig offen bleiben, doch mit welchen Mitteln einst Macht und Besitztümer gesichert wurden, hat unserer Meinung nach durchaus das Zeug zum Lesestoff. Zum Aufreger aber offensichtlich auch, denn zumindest aus Forchheim regte sich öffentlicher Unmut über die BZ-Geschichte. Dabei ging es weder aktuell noch vor Jahren in Weisweil, als ein ähnlicher Beitrag eine noch emotionalere Auseinandersetzung ausgelöst hatte, bei der Aufarbeitung der Historie darum, die Berechtigung der Feiern in Frage zu stellen. Zumal man angesichts der Lust der Herrschenden, die Geschichte zugunsten der eigenen Größe umzudeuten, eigentlich jeder historischen Quelle wohl mit einem gesunden Maß an Misstrauen begegnen muss. Für solches Ungemach können die heute mit viel Herzblut für ihre Gemeinde handelnden Personen freilich nichts. Und so wünschen wir selbstverständlich allen Feiern, egal ob zu 1150 oder 1250 Jahren, ob im Jahr 2012 oder 2013, einen guten Verlauf und viel Erfolg.

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Frage der Optik

Ein emotionales Thema sind auch Endingens Brunnen – zumindest für Endinger. Den jüngsten Beweis dafür lieferte die Ratsdebatte pro und kontra Stufenabdeckung beim Judenbrunnen. Der ist inzwischen so marode, dass er gar nicht mehr gefüllt wird, weil das Wasser sowieso davonrennt. Die nun beschlossene teilweise Abdeckung der Stufen um den tief liegenden Brunnen ist für den Bürgermeister ein gestalterischer Sündenfall. Die Frage, ob das angesichts des Schwarz zufolge jämmerlichen Zustands des Brunnens denn so schlimm sei, quittierte der Bürgermeister mit den Worten: "Ein jämmerlicher Eindruck ist was ganz anderes als etwas Hässliches."

Autor: mw