Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
17. September 2009
Franziska Schätzle aus Schelingen ist "Jungwinzerin des Jahres"
Mit der 24-Jährigen gewinnt erstmals eine Frau den bundesweiten Nachwuchswettbewerb der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.
VOGTSBURG-SCHELINGEN / FRANKFURT (apt). Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hatte zum 4. Mal den Wettbewerb "Jungwinzer des Jahres" ausgeschrieben. Den Titel bekommt erstmals eine Frau. Zur "Jungwinzerin des Jahres" wählte die Jury Franziska Schätzle vom Weingut Gregor & Thomas Schätzle aus Schelingen.
Die 24-jährige Nachwuchswinzerin studierte von 2004 bis 2008 Weinbau und Oenologie an der Fachhochschule Geisenheim sowie an der Université de Bourgogne in Dijon. Während ihres Studiums absolvierte sie zahlreiche Praktika in renommierten deutschen, französischen, neuseeländischen und spanischen Weingütern.
An Wochenenden arbeitet Franziska Schätzle im elterlichen Weingut mit, wobei, wie sie betont, nach wie vor die Eltern federführend seien. Die Jungwinzerin kümmert sich um die Weinpräsentation und Vermarktung und den Internetauftritt des Weinguts Schätzle. In der Produktion befasse sie sich vor allem mit der Premiumlinie.
Doch feste Zuständigkeitengebe es im Weingut Gregor & Thomas Schätzle nicht, "bei uns herrscht Teamwork", betont Franziska Schätzle.
Werbung
Unter der Woche ist die Jungwinzerin in der Bundesgeschäftsstelle des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) für die Bereiche Veranstaltungsorganisation und Partnerbetreuung zuständig und ist dort auch Ansprechpartnerin für weinbauliche sowie oenologische Fragen. Für die Anmeldung zum Jungwinzerwettbewerb der DLG sei ihr natürlicher Ehrgeiz der Antrieb gewesen, sagt Schätzle, die auch Diplom-Ingenieurin für Weinbau und Oenologie ist.
Junge Talente aus allen Anbauregionen Deutschlands bewarben sich um den Nachwuchspreis der deutschen Weinwirtschaft. Vor Experten mussten sie ihr Können und Fachwissen in den Bereichen Oenologie, Wein-Sensorik und Weinwirtschaft in Theorie und Praxis unter Beweis stellen. "Es wurde umfangreiches Wissen erwartet, auch zu tagespolitischen Themen wie der EU-Weinmarktordnung mussten wir Auskunft geben können", erzählt die Schätzle. Abgefragt worden sei das ganze Programm, das zeige aber auch, wie vielseitig der Beruf des Winzers sei. Für die Endrunde hatten sich die Jungwinzer über einen Online-Test qualifiziert. Die 10 Kandidaten mit dem besten Ergebnis wurden Anfang September nach Frankfurt am Main eingeladen, wo die drei Erstplatzierten ermittelt wurden.
Beeindruckt war die Jury vom hohen Fachwissen und weinbaulichen Know-how der Finalteilnehmer, und ein besonderes Lob gab es für die Sieger. "Die im Rahmen des Wettbewerbs gezeigten Leistungen belegen, dass die deutsche Weinwirtschaft über einen hervorragend ausgebildeten Nachwuchs verfügt. Die Preisträger sind herausragende Talente und Vorbilder einer innovativen und zukunftsstarken deutschen Weinwirtschaft."
Franziska Schätzle freut sich ihren Erfolg. "Das ist eine Ehre als Jungwinzer", sagt sie. Ihren Titel wolle sie aber auch dazu nutzen, um die heimischen weine mehr ins Rampenlicht zu setzen.
Am 27. Oktober wird sie bei der DLG-Sieger-Gala in Heilbronn als "DLG-Jungwinzerin des Jahres 2009" ausgezeichnet. "Vizemeister" wurde Peter Klein vom Weingut Gerhard Klein aus Hainfeld (Pfalz). Den dritten Platz belegte Timo Dienhart vom Weingut zur Römerkelter aus Maring-Noviand (Mosel).
Autor: apt
