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10. Juni 2008

Freche Kunst – zu brav gehängt

Ausstellung "Zusammenspiel" zeigt Bilder von Katja Wüstehube und Joachim Elzmann.

WALDKIRCH. "Zusammenspiel" heißt es seit Sonntag im Georg-Scholz-Haus. Katja Wüstehube und Joachim Elzmann stellen aus. Vom Spontanen, Widerständigen, das vor allem in den popartverwandten Bildern Katja Wüstehubes steckt, geht leider durch die allzu brave, wie mit dem Lineal gezogen aufgereihte Hängung zu viel verloren. Beherrschend waren am Sonntag dennoch positive Eindrücke – schon allein wegen des weiter zunehmenden Besuchs der Vernissagen an der Merklinstraße, die angesichts der noch nicht fertig renovierten Caféteria das Improvisationsgeschick der Ausstellungsmacher herausforderten. Glücklicherweise passte das Wetter, so dass die schöne Veranda des Georg-Scholz-Hauses mit genutzt werden konnte.

Ungewöhnlich war die Musik: Karlotta Brender, Madeleine Rauch und Fabiana Salerno sangen zu Musik aus dem Off, fast schien es, als wollte nun auch die Glimmerglitzerwelt aktueller Castingshows ins Georg-Scholz-Haus Einzug halten – das Publikum reagierte mit Begeisterung. Ob das "Voulez Vous Coucher Avec Moi" als Auftaktsong so klug gewählt war, mag dahingestellt bleiben – eine verblüffende Überraschung dann das von Fabiana Salerno völlig allein und ohne Begleitung vorgetragene "All I ever wanted" von Mariah Carey. Die drei jungen Damen, elegantest gewandet, können sich durchaus hören lassen. So deplatziert wie auf den ersten Moment vermutet war die Musik dennoch nicht – schließlich nennt Katja Wüstehube ihre Arbeiten oft "painted popsongs". Thomas Lachenmaier (Freiburg) führte dann ausführlich in die Ausstellung ein.

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Wer häufiger ins Georg-Scholz-Haus geht, konnte an diesem Sonntag den Eindruck haben, dass die Gespräche lebhafter, die Leute noch interessierter waren als sonst. Und trotz der eingangs erwähnten Abstriche: Einmal mehr ist den Machern im Georg-Scholz-Haus eine sehenswerte Schau gelungen.

http://www.georg-scholz-haus.de/ausstellung.html

Autor: Frank Berno Timm