Äußerst vergnügliche Verwicklungen

Pia Grättinger

Von Pia Grättinger

Sa, 07. Januar 2012

Freiamt

Laienspielgruppe der Chorgemeinschaft Freiamt hatte im Sängerheim Mußbach mit ihren Schwänken die Lacher auf ihrer Seite.

FREIAMT. Mit ihrem lustigen Dreiakter "Anna Schmidt mocht nit mit" traf die Laienspielgruppe der Chorgemeinschaft Freiamt bei ihrem Theaterabend ins Schwarze. Auch der sich anschließende Einakter "Der 75. Geburtstag" erwärmte und erheiterte bei der Premiere das Publikum.

Beide Stücke wirkten höchst amüsant und unterhaltsam; insgesamt dauerte der Theaterabend länger als vier Stunden – auch dies eine beachtliche Leistung. Die Laienspielgruppe verstand es auch diesmal, das Publikum durch die Intensität ihres Spielens zu fesseln. Unermüdliches Proben und eine perfekte Vorbereitung haben sich für alle gelohnt.

Die Leidenschaft und die Begeisterung, mit der die Akteure an ihrem Stück arbeiten, wurden auf die Zuschauer übertragen. Den Darstellern gelang es bestens, eine Beziehung zum Publikum aufzubauen. Das Publikum im Sängerheim tobte richtiggehend vor Begeisterung und es gab immer wieder Szenenapplaus für die Spieler, die alle überzeugten. Auch das Bühnenbild war treffend gewählt und untermalte die Handlung.

In drei Akten unterbreiteten die Schauspieler zuerst, was alles passieren kann, wenn die "Anna Schmidt nit mitmocht". Die Handlung in Kürze: Witwer und Bürgermeister Martin Bollmann (Friedrich Stählin) ließ sich von der größenwahnsinnigen Urlauberin Carola Ganowski (Sonja Gerber) anstecken, um in dem kleinen, verträumten Dorf ein Urlaubsparadies zu errichten. Doch beide haben die Rechnung ohne Mühlenwirtin Anna Schmidt und ohne den pensionierten Gemeindearbeiter Hermann (Timo Reinbold) gemacht, der in der Mühle wohnt. Der Widerstand von Anna Schmidt, Wirtin der "Alten Wassermühle", köstlich gespielt von Melanie Kern, war großartig. Auch Enkel Tom (Achim Gerber), Bürgermeistertochter Tina (Daniela Giesin), die Tochter Sabine (Katharina Böcherer) des Urlaubers Jochen Hasselmann (Robert Gerber) greifen ins Geschehen ein.

Die Älteren hatten bei dem Tourismusprojekt mehr ihren Vorteil im Sinn, denn die neue Straße könnte mehr Leben in den Ort bringen. Die Jüngeren plädierten mehr für die Natur und bevorzugten das Erhalten der alten Mühle und die alten Gepflogenheiten. Bei diesem Hin und Her wurde gestritten und sich wieder versöhnt. Die Dialoge waren stets witzig und frech. Eine urkomische Rolle spielte wieder einmal Timo Gerber als ehemalige Gemeindearbeiter Hermann. Sein Witz, verbunden mit viel Charme, kam beim Publikum im Sängerheim bestens an. Dem Bürgermeister unterstellte er sogar, "dass dieser in der Unterhose genauso blöd aussieht wie ich".

Listigkeit ruft Lachsalven hervor

Jeder schmiedete mit jedem ein Komplott, manche waren dagegen, manche dafür. Doch alle haben die Rechnung ohne den schlauen Urlauber Hasselmann gemacht. Dessen Listigkeit bewirkte Lachsalven bei den Zuschauern.

Nach soviel Witz folgte kurz vor Mitternacht der Einakter "Der 75.Geburtstag", ein Schwank von Walter Pfaus. Wie es sich so gehört, will Luise Meier (Anita Haas) den 75.Geburtstag ihrer Schwiegermutter perfekt vorbereiten. Der trinkfreudige Ehemann Jochen (Walter Kern) und Tochter Birgit (Katharina Böcherer) sind ihr dabei keine große Hilfe, deshalb springt Nachbarin Rosa (Daniela Giesin) ein. Einbringen will sich auch der Bürgermeister (Michael Lürtzener). Ganz andere Interessen haben dagegen Opa (Robert Gerber) und Oma Meier (Sonja Gerber). Die Darstellung und Komik dieses Stücks überzeugte, mit mitreißender Spielfreude verkörperten die Schauspieler ihre Rollen. Die Komik, die in alltäglichen Verhaltensweisen und Situationen stecken kann, wurde trefflich dargestellt.

Beide Theatergruppen spielten hervorragend. Die Belohnung für die Akteure war immer wieder stürmischer Beifall.

Zur Einstimmung aufs Theater gab es Liedvorträge des Gesangvereins Ottoschwanden. In den Pausen wurden Tombolalose verkauft – auch dies gehört zur Tradition der Theaterabende beim Gesangverein Eintracht Freiamt. .

Weitere Aufführungstermine im Sängerheim Mußbach: Heute, Samstag, um 20 Uhr, am Sonntag um 14 Uhr, am Samstag, 14. Januar, um 20 Uhr, am Sonntag 15. Januar um 14 Uhr sowie am Freitag, 20. Januar, und Samstag, 21. Januar, jeweils um 20 Uhr