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25. Januar 2012

"Brennholz ist knapp geworden"

BZ-INTERVIEW mit Karl-Heinz Schweikert, Vorsitzendender der Forstbetriebsgemeinschaft Freiamt, zur Auftrags- und Marktlage.

  1. Sonnenstrahlen schimmern durch die Bäume zwischen Malterdingen und Freiamt. Foto: Hans-Jürgen Truöl

  2. Karl-Heinz Schweikert Foto: PIZ

FREIAMT. Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Freiamt, in der sich rund 149 Privatwaldbesitzer zusammengeschlossen haben, besteht seit 20 Jahren. Seit vier Jahren wird die FBG von Karl-Heinz Schweikert als Vorsitzender geleitet. Pia Grättinger unterhielt sich im Zusammenhang mit der jüngsten Versammlung mit Schweikert über den Zustand des Waldes, den Holzmarkt, über Preise und Brennholzknappheit.

BZ: Was hat der Zusammenschluss der Privatwaldbesitzer gebracht, was hat die FBG in 20 Jahren erreicht?

Schweikert: Vor dem Sturm Lothar wurde das Holz bezahlt, bevor man es abholte. In den letzten Jahren wurde zur Werksvermessung übergegangen, das heißt, das Holz liegt im Sägewerk, ist aber noch nicht bezahlt. Dies war ein finanzielles Risiko für den Waldbesitzer. Um dieses Risiko abzusichern, wurde vor einigen Jahren die Waldgenossenschaft "Drei Täler Wald" gegründet. Über diese Gemeinschaft ist es möglich diesen Holzwert durch eine Bürgschafts-Versicherung abzudecken. Ziel der FBG war der gemeinsame Holzverkauf. Durch Gemeinschaftsverkauf kommen größere Holzmengen zusammen, welche zu besseren Konditionen zu vermarkten sind. Kontrakte, die gemeinsam mit dem Forstamt gemacht werden, ermöglichen Preisabsicherungen.

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BZ: Jetzt, da der Holzmarkt so ausgezeichnet läuft: Schlagen die Waldbesitzer mehr Holz ein?

Schweikert: Durch die anhaltende Konjunktur gehen mehr Aufträge ein als sonst. Doch davon können wir uns nicht beeinflussen lassen. Die FBG ist nach PEFC (Anm. d. Red.: Programme for the Endorsement of Forest Schemes) zertifiziert, welches eine nachhaltige Wirtschaftsweise verlangt. Dies sagt aus, es soll und darf auf keinen Fall mehr Holz eingeschlagen werden, als nachwächst. Wir die Waldbesitzer halten uns daran, denn der Wald soll auch noch unseren Nachkommen als ausreichender Rohstoff zur Verfügung stehen.

BZ: Auch die Preise beim Brennholz klettern in die Höhe, wie stehen die Waldbesitzer dazu, dass inzwischen Buchenholz als Brennholz geschlagen wird?

Schweikert: Wir, die Waldbesitzer, sind natürlich mit den aktuellen Preisen mehr als zufrieden. Buchenholz wurde hier schon immer zu Brennholz verarbeitet, besonders Kronenholz und Äste. 30 Prozent der Buche werden als Brennholz verkauft. Derzeit wird Brennholz besser bezahlt als industrielle Ware, da die Nachfrage groß ist. Holz wird eingeschlagen, sortiert und dann bestmöglich verkauft. Brennholz ist tatsächlich knapp geworden, so wird inzwischen beim Gemeindebrennholz in Freiamt die Rangfolge genau eingehalten. Zuerst kommen die Bürger an die Reihe, dann die Anfragen von außerhalb.

BZ: Viele Waldböden sehen aufgeräumt und fast wie ausgekehrt aus, werden dadurch dem Wald nicht auch die Nährstoffe entzogen?

Schweikert: Ausgekehrte Waldböden sind Einzelfälle, auch sehen die Waldbesitzer noch kein Problem darin. Für die Hackschnitzelverarbeitung werden natürlich Kleinholz sowie Äste und Zweige aufgesammelt, was früher alles verrottet ist, das war ein Kreislauf. Jetzt werden dem Waldboden natürlich Nährstoffe entzogen. Wenn es so weiter geht, dann müssen den Waldböden wieder Nährstoffe zu geführt werden. Die Forstverwaltung denkt über eine Nährstoffergänzung nach, es laufen auch bereits schon Versuche, wie diese Nährstoffe dem Waldboden wieder zuzuführen sind.

Autor: piz