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10. Oktober 2008
Lehmboden macht Probleme
Die Friedhofssanierung in Mußbach soll bis zum 1. November abgeschlossen sein
FREIAMT Trotz der Probleme bei der Teilrestaurierung: Der über 100 Jahre alte Mußbacher Friedhof wird danach mehr als vorbildlich sein. Dies bestätigte Werner Weinzierl vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe, Bergbau und Landesbodenkunde: "Freiamt macht diese Sanierung vorbildlich, nicht alle Gemeinden sanieren so perfekt", meinte der Experte vom Regierungspräsidium Freiburg.
Bei einer Fachtagung am Dienstag in Freiamt diskutierten Leiter von anderen Friedhöfen aus verschiedenen Gemeinden, einige Behördenvertreter des geologischen Landesamtes, der Abteilung Bestattungswesen des Landkreises, der Gewerbeaufsicht, sowie des Amts für Bodenschutz sowie einige Gemeinderäte das hochsensible Thema der Sanierung von Friedhöfen.Nach der Tagung wurde die Mußbacher Friedhofsbaustelle besichtigt, wo bereits seit Juli gearbeitet wird. Drainagesysteme, Schmutzwasserleitungen und Spülschächte wurden verlegt, sowie Fundamente mittels einer "verlorenen Schalung" gebaut. Verloren, weil die Schalung in der Erde verbleibt. Abschließend wird die gesamte Fläche mit Erde, die mit Holz und Kieselsteinen vermischt ist, verfüllt.
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Bauleiter Rainer Vollmer und Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench erläuterten die Bodenbeschaffenheit, die gerade in Mußbach eine Besonderheit darstellt. So musste der gesamte Lehmboden bis zu einer Tiefe von 2,50 Meter abgetragen und entsorgt werden. 700 Kubikmeter harter und dichter Lehm auf 400 Quadratmetern wurden dafür bewegt. Der Grund: Der Lehmboden hat weder Wasser noch Luft durchgelassen.
Wie Werner Weinzierl erläuterte, ist dieser Lehm von mehreren Eiszeiten besonders verdichtet worden. Für die Sanierung musste nur ein Grab umgebettet werden, wobei die Angehörigen damit einverstanden waren. Es handelte sich um ein Familiengrab; der Mann war bereits seit 50 Jahren und die Frau vor zehn Jahren bestattet worden. Die Umbettung, so die Bürgermeisterin, sei sehr diskret von einer Spezialfirma für Exhumierungen ausgeführt worden. Überhaupt ist die gesamte Baustelle mit Planen verhängt und keine Einsicht möglich. Alle anderen Gräber auf dem Friedhof bestanden bereits seit 50 Jahren, jedoch war auch hier der Einsatz der Spezialfirma notwendig, da man neben lehmbehafteten Holzstücken der Eichensärge auch kleine Knochenreste fand.
Auf dem Friedhof erhalten bleibt die denkmalgeschützte Sandsteinmauer, die bereits 100 Jahre alt ist. Dies war eine der Auflagen bei der Baugenehmigung. Entstehen werden nun rund 160 Gräber, die meisten für eine Doppelbelegung. Im hinteren Bereich sind die Gräber für Einzelbelegungen vorgesehen. Für jeden Grabstein wurde ein Fundament gebaut, so dass es nicht mehr zu einer Schieflage kommen kann. Die Friedhofssanierung kostet die Gemeinde rund 200 000 Euro und soll, so die Bürgermeisterin, bis 1. November abgeschlossen sein.
Autor: Pia Grättinger
