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21. März 2017

Statt Bier gibt es Kräutertee...

Beim Gesangverein Frohsinn Ottoschwanden landeten die Besucher fast vor Lachen unter den Tischen.

  1. Da ist es Schluss mit dem gemütlichen Konterbier: Hilde in ihrer Lieblingskleidung (Gunhild Adler) kann nur mit Mühe von Gustav Schön (Timo Kölblin) gebremst werden. Rudolf (Manfred Ziebold), Schorsch (Fritz Blust) und Willi Gruber (Michael Blust) ergeben sich ihrem Schicksal. Foto: Benedikt Sommer

FREIAMT. Einen sehr vergnüglichen Abend erlebten die knapp 400 Zuschauer im bis voll besetzten Kurhaus am Samstag. Mit dem Stück "Männer haben’s auch nicht leicht" von Regina Rösch versetzte die Theatergruppe des Gesangvereins Frohsinn Ottoschwanden das Publikum in allerbeste Stimmung.

Zugegeben: die Geschichte erscheint etwas kompliziert, aber sie hat es in sich. Automechaniker Rudolf Struppe (Manfred Ziebold), begeisterter Junggeselle, pflegt zwei große Leidenschaften: frisches Bier und frische Fleischwurst. In sein mittelschwer verwahrlostes Männeridyll (liebevoll bis ins Detail auf der Bühne ausgeschmückt) platzt zu seinem Missvergnügen immer kurz vor Ostern seine putzwütige Schwester Hilde (furchterregend reinlich, Gunhild Adler), um mit Wedel und Lappen für einen hygienischen Radikalschlag zu sorgen. Diesmal ist es besonders schlimm: Hilde möchte ihren Aufenthalt bis Pfingsten und dem Freiämter Heimatfest verlängern. Eine schwere Prüfung für Rudolf, die ihn an den Rand einer Einweisung nach Emmendingen bringt: Statt Bier gibt es Kräutertee, statt Fleischwurst Müsli! Nur dank der Unterstützung seiner Freunde Schorsch (Fritz Blust), Willi Gruber (Michael Blust) und des schönen Frauenhelden Gustav Schön (Timo Kölblin) kümmert Rudolf noch gerade so dahin. Selbst bei den Ehefrauen von Schorsch und Willi, Greta (Bettina Bühler) und Gunda (Franziska Herbst), zugleich Freundinnen von Hilde, erregt sein Schicksal Mitleid. Ihre Lösung: Rudolf soll mit Irene Lehmann (Eva Brasseler-Dick) verkuppelt werden. Nur hat die ein Auge auf den Trachtenhändler Fridolin Bayer geworfen (Manfred Bührer), der mit seiner Nichte Charlotte (Pia Gerber) nach Freiamt gezogen ist. Und jetzt wird es ein wenig unübersichtlich: Hilde steht auf den schönen Gustav, Gustav auf die junge Charlotte, Charlotte auch auf Gustav, Irene auf den abweisenden Fridolin - nur Rudolf will eigentlich keine Frau, auch weil er gar nicht so recht weiß, wie und wozu.

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Der Reigen kann also beginnen und sein Ausgang wird hier nicht verraten. Nur so viel: Es wird lustig. Nach den zahlreichen Proben (seit Weihnachten trafen sich die Schauspieler wöchentlich, zuletzt sogar zweimal in der Woche, Alfred Bühler sorgte für die Regie) legte sich die Anspannung. Alle Schauspieler spielten sich zunehmend frei und genossen ihren Auftritt. Vor allem Manfred Ziebold als mürrischer Junggeselle nahm immer mehr Fahrt auf und riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Allein beim Flirtunterricht durch Gustav lagen die Zuschauer fast vor Lachen unter den Tischen. Der Text wurde ins Alemannische übersetzt, da fühlt man sich wohl und die Witze klingen frisch ("Wir sind zum Trinken verdammt, wir haben ein Bier-Gen in uns: DNA, das ist, wenn du ein Bier siehst, und eine Stimme in dir sagt, trink mich, trink mich"). Dazwischen sorgen schöne running Gags wie die immer zur rechten Zeit auftauchende Fleischwurst ("Müsli, Müsli, das staubt - Schwester, Fleischwurst staubt nicht...") und der stets unter Alkoholeinfluss reimende Willi Gruber für die humoristische Grundsicherung. Mit auf’s Äußerste strapazierten Lachmuskeln ging das Publikum in die Pausen, in denen eine Tombola und die musikalische Unterhaltung durch die Mitglieder der Chorvereinigung und von Chor-Nett für Abwechslung und die dringend notwendige Erholung sorgten.

Am Samstag um 20 Uhr wird das Stück noch einmal im Kurhaus aufgeführt. Dann spielt der Musikverein dazu.

Autor: Benedikt Sommer