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22. Mai 2010

Urlaub bedeutet für drei Generationen: Bühler

BZ-INTERVIEW mit dem Ehepaar Stork aus Gütersloh.

  1. Hildegard und Friedrich Wilhelm Stork aus Gütersloh machen seit 40 Jahren Ferien auf dem Bauernhof in Freiamt. Dafür wurden sie jetzt von der Gemeinde geehrt. Foto: Pia Grättinger

FREIAMT. Das Ehepaar Hildegard und Friedrich-Wilhelm Stork aus Gütersloh macht seit 40 Jahren auf dem "Grub Daniel Hof" Urlaub. Pia Grättinger unterhielt sich mit dem inzwischen 80 und 82 Jahre alten Paar.

BZ: Wie kamen Sie überhaupt auf Freiamt, denn damals waren Sie ja gerade mal 40 Jahre jung?

Stork: Wir hatten gebaut und nicht viel Geld, da haben wir eine Anzeige aus Freiamt in der Gütersloher Tageszeitung gelesen: Urlaub auf den Bauernhof mit Frühstück und Küchenbenutzung. Unsere Töchter, damals 11 und 14 Jahre alt, waren sofort begeistert. Das war für uns genau das Richtige, wir wurden herzlich aufgenommen und waren sofort begeistert von der Schönheit dieses Landstrichs.

BZ: Warum war es immer wieder derselbe Bauernhof und Ort, Sie hätten ja überall hinfahren können?

Stork: Zum einen hat uns die Freiheit auf dem Bauernhof fasziniert, aber auch die Menschen, wir hatten sofort Familienanschluss. Dazu kam noch ein Hausschwimmbad, das ist selten. In diesem Schwimmbad haben wir dem heutigen Besitzer, dem damals fünfjährigen Daniel, das Schwimmen beigebracht und er hat sich dafür als Wanderführer zur Verfügung gestellt. Das Wandern gehört hier dazu, dadurch haben wir wunderbare Gegenden kennen gelernt. Meist sind wir frühmorgens los und kamen abends erst zurück. Die Gegend ist so vielseitig und erholsam, hinzu kam noch die tolle reine Luft. Seit es mit dem Wandern bei uns nicht mehr so klappt, machen wir Ausflüge in den Kaiserstuhl, ins Elsass und in die Schweiz. Vor allem begeistern uns die Menschen. So passierte es vor einigen Jahren, dass wir uns von einem Kirschbaum einige Kirschen gestohlen haben, am Abend sagte dann der Bauer zu uns, "ich habe euch eine Leiter in den Baum gestellt, dann tut ihr euch leichter". Ist das nicht besonders liebenswert? Wir kamen uns oft wie im Paradies vor.

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BZ: Inzwischen machen hier drei Generationen Ihrer Familie Urlaub, warum?

Stork: Urlaub bedeutet für uns alle "Bühler", der "Grub Daniel Hof", wir sind nach Bühler gefahren, heißt es immer. Natürlich hat sich in den 40 Jahren viel verändert, der Hof ist moderner geworden. Aber auch die Nachfolger sind immer gleich freundlich geblieben. Was unsere Kinder und Enkel fasziniert: Sie konnten immer mit in den Stall und die Tiere mit versorgen,Traktor fahren, ernten und vieles mehr. Enkel Stefan musste einmal einen Aufsatz schreiben, was für ihn das Schönste im Jahr war. Er schrieb, das war eine Kuh selber zu melken, das war in Gütersloh etwas ganz Besonderes. Besonders gefreut hat uns das Geschenk zum 40-Jährigen, das Freiämter Wörterbuch, denn den Dialekt verstehen wir trotz der vielen Ferien hier immer noch nicht.

Autor: piz