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12. August 2010 14:24 Uhr

Zwischenbilanz

Freibad Offenburg: Boxershorts-Verbot im nächsten Jahr

Mehr Hygiene, weniger Kosten: Im Offenburger Freibad sollen Boxer- und Bermudashorts im kommenden Jahr verboten werden. Das wurde bei der Zwischenbilanz der zufriedenen Betreiber bekannt.

  1. Die kommissarische Bäderchefin Monika Wagner und TBO-Bereichsleiter Friedrich Hauß. Foto: Siefke

  2. Bermudas und Boxershorts soll es künftig nicht mehr geben im Offenburger Schwimmbad. Foto: dpa

OFFENBURG. Auch wenn zwischendurch Zweifel aufkommen konnten: Monika Wagner zieht bislang eine positive Freibad-Bilanz. Die kommissarische Bäderchefin verweist vor allem auf die heißen Tage im Juli, die in dem Monat für 42.142 Besucher und damit für einen Rekord sorgten. Im Vergleich zum Vorjahr waren bis Ende Juli 16 625 Badegäste mehr im Bad in der Stegermattstraße.

Musste im Mai und Juni wegen schlechten Wetters einige Male geschlossen werden, können sich die Freibadfreunde seit Juli darauf verlassen, dass sie unter freiem Himmel bei einer Wassertemperatur von 24 Grad ihre Bahnen ziehen können: Während in den Vormonaten das Hallenbad als Alternative offen stand, gibt es derzeit lediglich das Freibad als Schwimmgelegenheit in Offenburg – vom Gifizsee abgesehen. Und so lange es nicht gewittert, wird diese Möglichkeit bereit gestellt. Seit 14. Juni kann die Anlage montags und donnerstags bereits um 7 Uhr genutzt werden: "Das Angebot kommt an", sagt Wagner. Bei schlechtem Wetter kämen bis zu 20 Personen, bei blauem Himmel bis zu 50 Frauen und Männer. Viele von ihnen hätten eine Saisonkarte, ein Großteil wolle sich vor der Arbeit erfrischen und etwas für die Gesundheit tun.

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Saugeffekt: 3,5 Liter Wasser in einer Bermuda?

Rekordtag war bislang der 10. Juli mit 3330 Gästen, mehr als im ganzen Mai zusammen. Für das Personal allerdings eine extreme Herausforderung: Die insgesamt fünf Aufsichtsleute hätten alle Hände voll zu tun, erklärt TBO-Betriebsleiter Jürgen Gackstatter. In zwei Schichten wird von sechs Uhr morgens bis 21.30 Uhr abends gearbeitet. Die Sicherheit der Gäste hat höchste Priorität, gefolgt von der Hygiene: Jeden Morgen fährt der Beckensauger, ein kleiner Roboter, am Boden des Bads und der Sprunggrube entlang und sorgt dafür, dass sich keine Algen bilden. Pflaster, Haare und was sich sonst noch so ansammelt, werden entfernt. Jeden Mittwoch wird der Rasen gemäht. Bevor die ersten Badegäste auftauchen, werden Sprungturm, Vorlaufrinne und Rutsche gesäubert, die Rettungsringe aufgehängt und das Wechselgeld für die Kasse bereitgestellt. Der Müll muss weggebracht, die Liegeflächen müssen nach Scherben abgesucht werden. Mehrmals täglich werden Wasserproben entnommen, um zu überprüfen, ob Chlorgehalt (er liegt zwischen 0,3 und 0,6 Milligramm pro Liter) und pH-Wert (zwischen 6,5 und 7,6) stimmen.

Ausgezahlt hat sich bereits die neue Desinfektionsanlage. Der Wasserverbrauch ist drastisch zurückgegangen. Lag er 2007 noch bei 54 000 Kubikmeter, konnte er im vergangenen Jahr auf 19 000 Kubikmeter reduziert werden. Die Differenz ist in den Jahren zuvor versickert. Um den Wasseraustrag weiter zu verringern und aus hygienischen Gründen soll ab der kommenden Saison das Tragen von weiten Boxershorts verboten werden. Bis zu 3,5 Liter Wasser würden die meist jungen Burschen mit ans Land tragen, schätzt Gackstatter. Mit dem Verbot sollen die Betriebskosten gesenkt und die Nerven der Aufsichtskräfte geschont werden. Oft seien es "die ganz Coolen", die im entsprechenden Outfit erschienen. Ganz angetan von seinem neuen Arbeitsplatz ist Bernd Becker. Für den Pächter, der einen Biergarten eingerichtet hat, kann lediglich von den üblichen Anlaufschwierigkeiten berichten.

Ansonsten läuft es für ihn prima: "Das Umfeld ist toll." Und die Nachfrage am Kiosk sei so groß, dass er für Eis und Getränke eine zusätzliche Ausgabestelle geschaffen hat.

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Autor: Gertrude Siefke