Livemusik

Besucherandrang und kurzzeitiger Einlassstopp auf dem Schlossbergfest

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

So, 29. Juli 2018 um 15:56 Uhr

Freiburg

Das diesjährige Schlossbergfest ist ein Besuchermagnet: Zur Mondfinsternis und am Samstagabend waren rund 6000 Menschen vor Ort. Kurzzeitig mussten die Zugänge wegen Überfüllung gesperrt werden.

Fünf Tage, fünf Bühnen, 22 Bands – das Freiburger Schlossbergfest bietet eine grandiose Aussicht, vielfältige Musikstile und verschiedene kulinarische Angebote. Rund 6000 Menschen erklommen den Freiburger Hausberg am Samstagabend. Zeitweise mussten wegen des Andrangs sogar die Zugänge zu Kanonenplatz und Burggraben gesperrt werden. Ein Besuch am Samstag.

Die Menge im Burggraben tanzt so heftig, dass die Erde vom Boden durch die Luft wirbelt. Der Rasen war vor Beginn des diesjährigen Schlossbergfests, das zum 35. Mal stattfindet, noch grün. Nun ist er von einer tanzenden Menge kahl getrampelt. Am Samstagabend spielt die Latino-Band A’Tole. Die Menge schaukelt ausgelassen die Hüften. Es ist eng im Burgraben, auch auf der Bühne steht die achtköpfige Band dicht gedrängt. Nach dem Auftritt wird Sänger Andreas Eitel von "einer fantastischen Stimmung" schwärmen. Nachdem die Musikgruppe voriges Jahr noch in letzter Minute ins Programm gerutscht war, wurden sie in diesem Jahr für zwei Abende gebucht. Seit Monaten proben sie jeden Sonntag.

Die Blues-Band "Boogie Project" probt gar nicht mehr. "Wir haben 20 Jahre Bühnenerfahrung", sagt Pianist Mark Wunderlich. Für die Band war es der dritte Auftritt auf dem Schlossberg. Im Kastaniengarten war jeder Platz besetzt, die Stimmung war gemütlich.

Alle Generationen strömen auf den Schlossberg zum Fest

Die Studentinnen Rica Schillinger und Michaela Bühler sind zum zweiten Mal bei dem Fest dabei. "Ich finde es klasse, verschiedene Livemusik unter freiem Himmel hören zu können", sagt Schillinger. Und auch: "Es beruhigt mich, dass es Sicherheitspersonal gibt." Ihre Freundin Michaela Bühler fügt hinzu: "Das Schöne ist, dass der Schlossberg lebt. Alt und Jung sind dabei und nicht nur wie sonst oft Touristen auf dem Berg."

Tatsächlich lockt das Schlossbergfest alle Generationen: Im Kastaniengarten und am Wasserreservoir tummeln sich vermehrt die älteren Jahrgänge, am Kanonenplatz die 20- bis 40-Jährigen, im Burggraben Latinos und Ska-Fans. Jugendliche und junge Erwachsene stürmen auf die Leopoldshöhe zu DJ Dave Leon und Martin Mingres. Gediegene House-Beats über den Dächern Freiburgs – das hat was.

Mondfinsternis lockte die Besucher auf die Leopoldshöhe

Dort war es am Freitagabend so voll, dass der Zutritt zum Schlossbergfest kurzzeitig gesperrt werde musste. "Alle wollten die Mondfinsternis von der Leopoldshöhe sehen", sagt Toni Schlegel, einer der Veranstalter und Besitzer des Greiffeneggschlössles. Auch die dienstälteste Band Brothers bemerkte das, als sie am Freitag am Wasserreservoir spielten. "Es war weniger los als sonst am Freitag", sagt Bandmitglied Lorenz Buchholz. Zum 17. Mal spielten sie auf dem Berg. Ihr Highlight: Der Auftritt am Sonntag mit Beatles- und anderen Sixties-Stücken. "Damit sind wir groß geworden", sagt Buchholz.

Am Samstag war der Schlossberg noch voller als zur Mondfinsternis. Zwischen 22 Uhr und 23 Uhr herrschte Hektik bei Sicherheitskräften und Veranstalter. Den Aufstieg zu Kanonenplatz und Burggraben sperrten sie ab und ließen erst Gäste hoch, wenn andere herunterkamen. Zur Stoßzeit war es vor allen Bühnen eng. 6000 Besucher sollen es allein am Samstag gewesen sein, rund 10 000 an den ersten drei Abenden. Auf den Plätzen war das Durchkommen schwer. Selbst an Wegen saßen Menschen. Und einige kletterten um dem Zugangsstopp zu entgehen, die Böschung durch den Wald nach oben und schmuggelten sich so auf das Gelände. Auf dem Kanonenplatz spielte die Reggae-Band Unojah vor der Traumkulisse schlechthin. Rechts neben der Bühne das imposante Münster, links die Schwarzwaldberge. "Der Auftritt war sensationell, die Stimmung bombastisch und der Platz voll", resümiert Musiker Michael Held.

Dass der Kulturbeitrag in diesem Jahr von zwei auf drei Euro erhöhte wurde, störte laut Veranstalter Schlegel kaum jemanden. "Das Thema ist durch", sagt er. "Security, die Bands und die Feuerwehr, die wir in diesem Jahr zum ersten Mal selbst zahlen müssen – das kostet eben", sagt Schlegel.