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12. Januar 2012

"Etwas Feuer reinbringen"

BZ-INTERVIEW mit Architekt Michael Ries über die Baulücke.

  1. So stellt sich Architekt Michael Ries den Platz an der Kaiser-Joseph-Straße vor. Foto: Visualisierung: „Rquadrate“

  2. MIchael Ries Foto: Kunz

Die Baulücke an der Kaiser-Joseph-Straße regt die Fantasie an – auch von Michael Ries und Robert Roloff. Die beiden Architekten, die in der Wiehre das Büro "Rquadrate" führen, haben sich überlegt, wie der Platz ohne den geplanten und genehmigten Neubau der Sparkasse aussehen könnte (siehe Visualisierung). Mit Michael Ries, 42, hat sich Uwe Mauch unterhalten.

BZ: Herr Ries, war Ihnen langweilig oder warum haben Sie sich mit Freiburgs berühmtester Baulücke befasst?
Ries: Wir sind zwar ein klassisches Architekturbüro. Aber wir sind ein relativ junges Büro und interessieren uns für vieles, was außerhalb des Büroalltags passiert. Wir haben uns auch schon andere Objekte für unsere Ideen ausgesucht, etwa das Dreisamufer mit dem geplanten Stadttunnel. Es ist doch gut, etwas Feuer reinzubringen.
BZ: Was hat Sie gerade an diesem Projekt gereizt?
Ries: Es ging uns wie den Passanten: Wir hatten ein Aha-Erlebnis, als das bestehende Gebäude abgerissen worden war. Diese stadträumliche Aufweitung empfanden wir als wohltuend. Diese einmalige Blickbeziehung vom Münster zur Martinskirche.

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BZ: Die Chance, im Lotto zu gewinnen dürfte höher sein, als jene, dass die Sparkasse auf den Neubau verzichtet.
Ries: Das hat uns nicht abgeschreckt. Wir haben Spaß daran, Konzepte zu entwickeln, uns Gedanken zu machen, auch wenn manches davon utopisch ist. Denn ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit sind Utopien. Und, wer weiß, vielleicht kann die Stadt- verwaltung als Kompensation der Sparkasse ein anderes Grundstück anbieten?
BZ: Ihre Visualisierung zeigt einen Glaskasten an der bestehenden Bebauung und eine Betonüberdachung. Was hat es damit auf sich?
Ries: Es handelt sich um das Eingangsgebäude für den Einzelhandel im Untergeschoss. Wir wollten eine ansprechende Adresse formulieren, in der im Erdgeschoss Gastronomie untergebracht werden könnte. Die Adaption der Arkaden soll dafür sorgen, dass sie nicht unterbrochen werden, dass man weiterhin trockenen Fußes durch die Einkaufsstraße bummeln kann.
BZ: Befindet sich dahinter ein Biergarten oder ein Gemüsemarkt?
Ries: Wir haben einen Markt platziert. Der muss nicht täglich stattfinden wie der Münstermarkt. Begrüßenswert wäre es, einige Bäume zu pflanzen.
BZ: Haben Sie schon Reaktionen auf Ihre Idee erhalten?
Ries: Ich kenne keinen, der sie nicht gut finde. Sowohl unter Kollegen als auch unter Freunden und Bekannten.
BZ: Haben Sie Kontakt zur Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Platzes einsetzt?
Ries: Der entwickelt sich soeben. Den Kontakt hat die Architektenkammer hergestellt.

Autor: mac