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21. Mai 2010

Wie Teddy-Ärzte Vertrauen gewinnen

Salbei für den "Kleinen Bär", Verbände für Eisbären und kranke Hunde: Heute ist der letzte Tag der Teddybär-Klinik im Stadtgarten.

  1. Mit Salbei wird Hannahs Teddy (links) gesund – und Charlotte zeigt das Röntgenbild ihres Eisbären. Foto: bamberger

INNENSTADT. Vorgestern Mittag fing’s an: "Kleiner Bär" bekam plötzlich Fieber und ein bisschen Husten. Ob das daran lag, dass Hannah (fast 5) morgens mit ihrem Kindergarten in der Teddybär-Klinik im Stadtgarten war? Gestern Mittag jedenfalls kam sie gleich noch einmal vorbei, diesmal mit ihrer Mutter, der kleinen Schwester Charlotte (3) – und natürlich dem kranken Teddy.

Jetzt ist "Kleiner Bär" komplett durchgecheckt. Bauch, Lunge – alles okay. "Dr. ted. Benjamin" im weißen Arztkittel hat ihn abgetastet und mit dem Stethoskop untersucht. Der Teddy-Arzt heißt mit vollem Namen Benjamin Siwy und studiert Medizin im 2. Semester, so wie die meisten der mehr als 100 Medizin-Studierenden, die seit Mittwoch im Stadtgarten Sprechstunden anbieten.

Gegen Fieber und Husten verschreibt "Dr. ted. Benjamin" Salbeibonbons aus der Teddy-Apotheke nebenan. Hannah ist zufrieden – und "Kleiner Bär" auch. Seit sie am Mittwoch zum ersten Mal in der Teddy-Klinik war, spielt Hannah daheim mit ihrer Schwester Charlotte nur noch Krankenhaus, erzählt ihre Mutter Stefanie Dewein. Charlotte ist nun natürlich dabei, mit ihrem Eisbären, der ein Bein gebrochen hat: Ein Fall für die Röntgenstation.

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Dort behandelt Astrid Vaihinger gerade Luzie, den Stoffhund von Salome (4). Er hat sich alle vier Pfoten gebrochen. Wann ist denn das bloß passiert? "Vor einem Jahr vielleicht?" überlegt Salome. Luzie wird auf die schwarze Röntgenplatte gelegt, später drückt Astrid Vaihinger Salome das Röntgenbild in die Hand und der Stoffhund bekommt die Beine verbunden. Während der Behandlung fängt Salome, die erst nur still zugeschaut hat, zu erzählen an: Von ihrem Teddy, der auch in der Klinik war, dem geht’s inzwischen wieder gut. Sie selbst geht gern zum Arzt, genau wie Hannah und Charlotte, deren Vater Augenarzt ist. Doch bei allen dreien hat es gedauert, bis sie sich trauten, mit den Teddy-Ärzten zu reden, und das geht den meisten Kindern so, beobachtet Jonathan Sorge. Umso wichtiger findet die Fachschaft Medizin ihre Klinik, die sie jedes Jahr anbietet. Heute, am letzten Tag, ist von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Autor: Anja Bochtler