Beim Fest ging’s hoch hinaus

Marlene Resch

Von Marlene Resch

Di, 08. Mai 2018

Freiburg

Der Hingucker beim Schlüsselstraßenfest in Herdern war ein Seilgarten zwischen Straßenbäumen.

FREIBURG-HERDERN. Ob jung oder alt, Bücherliebhaber oder Technikbegeisterte, bodenständig Gemütliche oder begeisterte Kletterer – auf dem Schlüsselstraßenfest in Herdern war für jeden etwas dabei. Alle zwei Jahre findet das vom Jugendforum Herdern organisierte Straßenfest statt, diesmal wieder bei allerbestem Feierwetter.

Dass die Kinder und Jugendlichen aus dem Jugendforum aktiv in die Gestaltung des Fests mit einbezogen werden, gehört hier zum Konzept: "Es ist super, dass sich von den Jugendlichen direkt viele eingetragen haben und jetzt involviert sind", sagt Sozialpädagoge Fritz Kälble. So zum Beispiel die 15 Jahre alte Cosima Schipasimske, die einen "Sinnesparcours" betreut: "Hier können an unterschiedlichen Stationen die Sinne geschärft und getestet werden. Es gibt etwas zum Riechen, Sehen, Hören und Fühlen", erklärt sie. Gar nicht so einfach, denn wer kann schon den Geruch von Weißtanne erkennen? "Bisher hat das jedenfalls noch niemand richtig geraten."

Am Songify- und Photolab-Stand sitzen jüngere Kinder, die die Besucher mit Spielereien am Tablet unterhalten. Egal ob aus einem eingesprochenen Satz ein Lied entstehen oder ein Foto mit Effekten verfremdet werden soll: Für die neunjährige Frieda aus Herdern und ihre Freundinnen ist das alles kein Problem. Ein paar Meter weiter bietet ein Bücherflohmarkt der Herdermer Kinder- und Jugendbücherei Unterhaltung abseits der Technik. "Das wird gut angenommen, viele holen sich hier eine Urlaubslektüre. Und den Erlös wollen wir dann wieder in neue Bücher für die Bibliothek investieren", sagt die ehemalige Bücherei-Leiterin Verena Link.

Die stellvertretende Vorsitzende des Jugendforums, Maren Petersen, ist zufrieden: "Jeder packt zu, wo er gebraucht wird", sagt sie und freut sich über die zahlreichen Besucher. Und die scheinen sich auch wohlzufühlen: "Das Fest ist gemütlich – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene", findet Anwohnerin Melanie Schmidt.

Doch nicht nur gemütlich ist angesagt: Für alle, die mehr Nervenkitzel suchen, ist eine Slackline zwischen zwei Bäumen in luftiger Höhe quer über das Fest gespannt. "Wir wollen eigentlich immer auch etwas zum Klettern dahaben, sei es Slackline oder Kletterbaum, denn sowas gibt es schließlich nicht überall", erklärt Maren Petersen. Mit Klettergurt gesichert wanken also über den Nachmittag hinweg Kinder und Jugendliche über die Köpfe der Festgesellschaft. "Für Menschen mit Höhenangst ist das nichts", sagt die 15 Jahre alte Caroline Merz, nachdem sie sich abgeseilt hat: "Aber obwohl es wacklig war, hat es wirklich Spaß gemacht. Das sollte ich öfter machen!"