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12. Juli 2016

Interessengemeinschaft Habsburgerstraße

Das Flohmarkt-Fest auf der Habsburgerstraße lockte 18.000 Besucher an

Krims-Krams, Kulinarisches und ein Unterhaltungsprogramm bildeten den Rahmen für geschätzt 18000 Menschen, die bei bestem Sommerwetter über die 1,6 Kilometer lange Festmeile schlenderten.

  1. Trotz sommerlicher Hitze war das Interesse am Habsburgerstraßenfest mit XXL-Flohmarkt riesig. Foto: Eggstein

"Ein Plüschtiger, ein Kerzenständer, Klamotten...", präsentieren Corina Wolf (37) und Stefanie Vigerske (32) ihre Ausbeute. Am Ende seien sie aber noch lange nicht. Nach einer kurzen Snackpause soll weitergebummelt werden. "Der Bedarf kommt beim Gucken", bringen die beiden das Prinzip Flohmarkt aus Käufersicht auf den Punkt. Ansonsten verbringe man einfach einen guten Mittag. Stefanie Vigerske erinnern die Menschen, der Trödel und die Essensstände an ihre Heimat: "Es ist fast wie ein Kiez", sagt die Ex-Berlinerin.

Was dreimal keinen Käufer fand, wird final aussortiert

Unter dem Motto "Das habsolute Flohmarktfest" reihen sich auf 1,6 Kilometern entlang der Habsburgerstraße zwischen Rhein- und Nordstraße Verkaufsstände zu einer Flohmarktmeile. Michael Herbst hat seinen Stand schon um 7 Uhr morgens aufgebaut. "Wenn es sich ergibt", sagt der Hochdorfer, "ist so ein Flohmarkt für mich immer eine gute Gelegenheit." Im Hauptberuf ist der 50-Jährige Möbelrestaurator, aber am Flohmarkt ist er ausdrücklich Privathändler. An seinem Stand verkauft er unter anderem eine seltene Einhand-Zeiger-Schreibmaschine: "Man braucht immer ein ungewöhnliches Produkt, das die Leute neugierig macht", verrät er seine Strategie. Obwohl er gerne auf Flohmärkten verkauft, sei das auch immer sehr anstrengend: "Freitags nach der Arbeit muss man das Auto beladen", sagt er, "und Samstag steht man den ganzen Tag am Stand." Am Montag folgt abschließend noch die Fahrt zum Wertstoffhof: "Wenn ich Sachen beim dritten Mal nicht verkauft habe, kommen sie leider weg oder werden verschenkt."

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Auf der Showbühne an der Ecke zur Jacobistraße findet das Unterhaltungsprogramm statt. Zu basslastiger Musik begeistert die Freiburger Breakdanceschule "Breakclassix" um Trainer Jimmy Jazz Nguyen mit akrobatischen Tanzeinlagen wie Salto oder einhändigem Handstand das Publikum. Der zwöljährige Nicolas Wurzer zeigt mit einem "Headspin" – dabei dreht er sich ohne Hilfe von Händen oder Füßen auf dem Kopf um die eigene Achse – eine der schwersten Figuren im Breakdance. Das ringt Zuschauern jeden Alters Anerkennung ab. Außer der Tanzschule treten über den Tag verteilt unter anderem auch Bands und Liedermacher auf. Insgesamt zehn Musik- und Tanzdarbietungen sorgen für Unterhaltung.

Für Hungrige gibt’s ein internationales Angebot

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Tapas, Burger und Grillwurst sind nur einige der Angebote. Die Fressmeile beim Kulturzentrum für Bildung und Integration erfreut sich besonders großer Beliebtheit. Düfte und Gedränge verbreiten eine Stimmung wie auf dem Basar. Es gibt gefüllte Weinblätter, türkische Pizza und verschiedene Kebabs; natürlich alles selbstgemacht. Außer Kuchen gibt es mit Baklava oder dem Spritzgebäck Tulumba auch osmanische Süßspeisen.

Ins Leben gerufen wurde das Straßenfest 2009 im Zuge einer Großbaustelle, bei der die Habsburgerstraße für fast zwei Jahre samt Straßenbahngleisen saniert und umgestaltet wurde. Die rund 150 ansässigen Gewerbetreibenden wurden geschäftlich durch den Bau enorm beeinträchtigt, weshalb sie sich kurzerhand als Interessengemeinschaft Habsburgerstraße (IG Habs) zusammenschlossen. Mithilfe des Flohmarkts sollte die Aufmerksamkeit trotz Baustelle wieder auf die Straße und die anliegenden Geschäfte gelenkt werden.

Für die Einzelhändler ist die einstige Image-Veranstaltung immer noch eine tolle Sache, findet Michael Beck, Inhaber des Motorradbekleidungsgeschäfts "Michaels 4U". "Ich bin ein absoluter Befürworter", sagt er. Besonders Menschen aus dem Umland würden so nun auf die Straße aufmerksam gemacht.

Nach zehn Tagen waren alle Standplätze vergeben

Inzwischen hat sich die Flohmarktmeile als eine von Freiburgs größten Veranstaltungen etabliert. Mit etwa 260 Ausstellern, davon allein 14 Gastro-Stände, hat sich das Fest im Vergleich zum Vorjahr nochmals vergrößert: "Allein in den ersten zweieinhalb Stunden hatten wir 67 Anmeldungen", erinnert sich Andreas Wölfle, stellvertretender Vorsitzender der IG Habs, "nach zehn Tagen waren wir ausgebucht." Die Organisation einer solchen Großveranstaltung erfordert natürlich ein hohes Maß an Engagement: "Jetzt ist erst mal Sommerpause", sagt Wölfle, "ab September geht dann die Planung für nächstes Jahr los."

Autor: Ralf Strittmatter