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24. Dezember 2011
Maria und Josef in bunten Ponchos
Weihnachtszeit – Krippenzeit: In der Gundelfinger Bruder-Klaus-Kirche hat Jesuskind Mütze mit Inka-Muster.
BREISGAU/GUNDELFINGEN. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören eigentlich zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" wird die Breisgau-Redaktion in den kommenden Wochen Krippen in Kirchen und Wohnzimmern im Freiburger Umland ebenso vorstellen, wie Leute, die sich dem Krippenbau verschrieben haben. Heute: eine der beiden Weihnachtskrippen in der Gundelfinger Kirche Bruder-Klaus.
Friedlich liegt das Jesuskind in seinem Körbchen – auf dem Kopf eine gestrickte Wollmütze im Inka-Muster. Maria und Josef sind eingewickelt in bunten Ponchos und die Heiligen Drei Könige bringen ihre Geschenke in Tonkrügen. Die Weihnachtskrippe in der Gundelfinger Kirche Bruder-Klaus zeigt das Leben in Peru. "Die Figuren kommen der heutigen Lebenswirklichkeit in Peru sehr nahe", erzählt Hans Hörl, der sich um die Krippe kümmert. Er kennt das südamerikanische Land sehr gut. Seit Jahren engagiert er sich zudem für das Land und die Bevölkerung im Peru-Kreis der Seelsorgeeinheit Gundelfingen-Zähringen. "Hirten mit ihren Schafen gehören dort noch zum normalen Landschaftsbild." Vital und bunt sehen die Tonfiguren aus, die ihre langen Hälse neugierig recken, um das Kind zu sehen, von dem der Engel gesprochen hatte.
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Angefertigt wurde die hübsche Krippe von zwei jungen Peruanern, die 1999 drei Monate zu Gast in der Pfarrgemeinde St. Konrad und Elisabeth waren. "Damals war Reinhold Nann Pfarrer in der Freiburger Pfarrgemeinde und er hatte viele gute Kontakte nach Peru." Die jungen Männer kamen aus Ajacucho nach Freiburg, um die Sprache zu lernen. "Außerdem waren sie außerordentlich künstlerisch begabt." Im Garten des Pfarrhauses errichteten die jungen Südamerikaner eine kleine Töpferwerkstatt und begannen traditionelle Krippenfiguren herzustellen.
"Richtig geschäftstüchtig waren die beiden - sie machten Hunderte Figuren in allen Größen und besserten mit dem Verkauf ihr Taschengeld auf." Am Ende ihres Deutschlandaufenthalts schenkten sie der Zähringer und der Gundelfinger Kirchengemeinde je eine Krippe. "Jahrelang haben wir die übrig gebliebenen Krippenfiguren für die Peru-Hilfe verkauft", erzählt Hörl. "Und selbst als wir schon längst keine mehr hatten, kamen noch Anfragen von Gundelfinger Bürger."
Seit 25 Jahren ist die Pfarrgemeinden Gundelfingen mit der peruanischen Kirchengemeinde San Sebastian in Chepén befreundet. Jahrelang unterstützten die Pfarrgemeindemitglieder der Seelsorgeeinheit mit ihren Spenden Padre Fernando, der einige gut funktionierende Zentren für bedürftige Kinder aufgebaut hatte. Jährlich wurde mit mehr als 20 000 Euro die tägliche Kinderspeisung für rund 600 Kinder finanziert. Um das Geld zu beschaffen, organisierte der Peru-Kreis Adventsbasare, Fastenessen, Pfarrfeste und vieles mehr. Doch seit der neuen Besetzung der Pfarrstelle in Chepén vor zwei Jahren ruht die Partnerschaft mit San Sebastian. Die Kinderspeisezentren werden von Padre Fernando in Eigenregie weitergeführt, der aber aus Altersgründen ans Aufhören denkt. Kontakte zu den neuen Verantwortlichen in der Pfarrgemeinde San Sebastian kamen bisher noch nicht zustande. "Das ist sehr schade und derzeit ist vieles völlig unklar. Wir hoffen jedoch, dass die Partnerschaft wieder auflebt – schon allein wegen der vielen bedürftigen Kinder", sagte Hörl.
Neben der peruanischen Krippe schmückt eine weitere traditionelle Krippe jedes Jahr den Altarraum in der Gundelfinger Kirche.
Autor: Andrea Steinhart


