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04. Juli 2017

Flohmarkt

Beim Habsburgerstraßenfest war richtig viel los

Das Wetter war zunächst optimal, am Nachmittag gab’s ein paar Regentropfen. Dem geschäftigen Treiben beim alljährlichen Sommerfest samt Flohmarkt auf der Habsburgerstraße am Samstag tat das aber keinen Abbruch.

  1. Auf der Habsburgerstraße gab’s beim Flohmarkt-Sommerfest selbst mit Fahrrad kein Durchkommen auf der über ihren gesamten Verlauf gesperrten Straße. Foto: Rita Eggstein

HERDERN. "Die Nachfrage nach den Ständen war enorm", sagt Andreas Wölfle vom Vorstand der "IG Habs", der Interessengemeinschaft Habsburgerstraße, die das Event veranstaltet. Die Besucher schätzen die entspannte Atmosphäre – und auch die Geschäfte entlang der Straße profitieren.

"Innerhalb von 17 Minuten, nachdem wir die Onlineanmeldung für die Stände freigeschaltet hatten, waren schon 142 Stände gebucht", berichtet Andreas Wölfle. Dann sei der Server wegen der vielen Besucher in die Knie gegangen. Als der Rechner wieder lief, seien die übrigen gut 100 Stände innerhalb von sieben Minuten vergeben gewesen. "Die Interessenten und Händler kommen teilweise von weit her", berichtet der Festorganisator. Unter der Ägide des IG-Habs-Vorsitzenden Andreas Viesel haben Wölfle und ein knappes Dutzend weitere Ehrenamtliche als Kernteam einen großen Teil der Vorbereitungen für das Straßenfest gestemmt. "Ich mache das jetzt seit 2008", so Wölfle. Inzwischen habe man Routine entwickelt und wisse, wie man alles möglichst effizient zuwege bringe. "Aber wie lange ich das noch so weitermache, weiß ich ehrlich gesagt nicht", so Wölfle, "es ist schon eine Menge Arbeit."

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Die Interessenten für die rund 250 Verkaufsstände, die sich wie in den Vorjahren wieder entlang der Haupttransversale durch den Stadtteil verteilten, kommen laut Wölfle mittlerweile aus einem großen Einzugsgebiet: "So einige kommen auch aus dem Raum Basel, aus dem Elsass und vom Bodensee."

Die Flohmarktstandbetreiber kommen aber auch aus nächster Nähe. "Ich wohne hier gleich hinter dem Stand", sagt eine junge Frau, die mit Eifer gebrauchte Klamotten feilbietet und deutet dabei mit dem Daumen über ihre Schulter: "Etwas schade finde ich, dass die Anwohner, die einen Stand haben wollen, voll mit allen anderen Interessenten konkurrieren und es kein festes Kontingent für sie gibt oder eine gewisse Bevorzugung." Nikolas Müller, der mit ihr gemeinsam und einer weiteren jungen Frau an dem Gemeinschaftsstand steht und Magic-Karten aus seiner Sammlung unters Volk bringt, begrüßt aber dennoch die Veranstaltung. "Wir sind seit drei Jahren dabei – und gehen auch sonst auf keine anderen Flohmärkte", sagt er. Was nicht verkauft wird, wandert gleich wieder in den Keller bis zum Nächsten Jahr. Das Minimalziel sei, die 35 Euro Standgebühr wieder herauszuholen. "Unser Traumziel sind 300 Euro Erlös für heute", so der junge Mann.

Den Besuchern gefällt die Atmosphäre auf dem Fest und zwischen den Ständen. "Unser Kind besucht eine Kita hier an der Habsburgerstraße, also kennen wir die Gegend sehr gut", berichtet zum Beispiel Innenstadtbewohner Daniel Sütö, der mit seiner Frau und seinem Sprössling zwischen den Ständen hindurch schlendert, "und ich finde ganz erstaunlich, wie sehr sich die Straße ohne Autos und Straßenbahn verwandelt." Er liebe die ungezwungene Stimmung und dass es nicht so eng zugehe. Stolz präsentiert er ein schwarzes Bobbycar mit rotem Lenkrad, das er auf dem Flohmarkt günstig ergattert hat. Voll des Lobs für die Veranstaltung ist auch eine 65-Jährige, die mit ihrem Mann eigens aus Bleibach im Elztal gekommen ist, um das Habsburgerstraßenfest zu besuchen. "Die Auswahl ist sehr groß, das gefällt", sagt sie. Die Hobbykünstlerin hat ein preiswertes Set Acrylfarben auf dem Markt erstanden.

Und auch die Geschäfte entlang der Habsburgerstraße profitieren offenbar. Die Verkäuferin im Verde-Biomarkt, Hausnummer 48, sagt: "Heute ist wesentlich mehr los bei uns als an einem normalen Samstag, vermutlich weil die Festbesucher schnell noch was besorgen wollen." Beim Optikerfachgeschäft Albrecht, Hausnummer 51, gibt es allerdings am Veranstaltungstag keine zusätzliche Kundenfrequenz – eher im Gegenteil. "So mancher unserer Kunden fühlt sich behindert durch Fest und Straßensperrung", sagt Seniorchef Manfred Albrecht: "Aber wir mögen dennoch die Veranstaltung sehr, weil sie die Bekanntheit der Straße – auch als Einkaufsort – deutlich gesteigert hat und weiter steigert."

Autor: Holger Schindler