Neuer Stadtteil

Diese Probleme müssen im neuen Quartier am Güterbahnhof gelöst werden

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Do, 07. Dezember 2017

Freiburg Nord

Auch wenn noch nicht alles fertig ist: Aus dem ehemaligen Güterbahnhofareal im Freiburger Norden ist inzwischen ein kleines Quartier geworden. Langsam kehrt der Alltag ein – und mit ihm zeigen sich noch Defizite. Ein Überblick

BRÜHL-BEURBARUNG. So gilt vor der Kita Shalom zwar mittlerweile ein Tempolimit – aber die Strecke ist so kurz, dass Raser nicht belangt werden können. Für einen Bolzplatz ist Geld da, aber eine geeignete Fläche fehlt noch. Und für einen Quartierstreff war der Pavillon im Eingangsbereich im Gespräch - aber auch das ist noch nicht sicher.

Die einstige Brachfläche ist kaum wiederzuerkennen: Auf dem Güterbahnhofareal sind Gewerbeflächen, Wohnungen, Hotels, Kindertagesstätten (Kitas) und Seniorenheime entstanden oder befinden sich im Bau. Insgesamt werden in dem Quartier einmal rund 3500 Menschen leben – inklusive des Geländes der Flüssiggas GmbH, die ihren Standort aufgegeben und dadurch Platz gemacht hat für weitere 600 Wohnungen. Weil es etliche offene Fragen rund um die Entwicklung des Güterbahngeländes gibt, hat sich jüngst die grüne Gemeinderatsfraktion an die Stadtverwaltung gewandt, die nun Antworten zur aktuellen Situation lieferte.

Parken und Verkehr: Auf dem Güterbahnhofareal gilt in der Erschließungsstraße Ingeborg-Krummer-Schroth-Straße imPrinzip Tempo 50. Dagegen gab es 2016 Widerspruch von der dort ansässigen Kita Shalom. In der Zwischenzeit wurde die Straßenverkehrsordnung geändert: Seitdem ist es leichter, Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen einzurichten. Deshalb hat die Stadtverwaltung mittlerweile vor der Kita Shalom Tempo 30 eingeführt – allerdings nur auf einer 40 Meter langen Strecke. So schnell könnten die Autofahrer gar nicht auf die Schilder reagieren, meint Kita-Leiterin Ingrid Kitz: "Das ist unglücklich gelöst." Das Rathaus hat inzwischen zudem erkannt, dass zu schnelle Autofahrer auf so einer kurzen Strecke gar nicht kontrolliert werden können. Deshalb werde der Tempo 30-Bereich jetzt auf 100 Meter verlängert, sagt Rathaussprecherin Martina Schickle. Dadurch seien zukünftig auch Geschwindigkeitsüberwachungen möglich. Die anderen Kindertagesstätten auf dem Güterbahnhofareal lägen alle sowieso in Tempo-30-Zonen. Anfang 2018 will das Rathaus zudem eine schon lange angekündigte Anwohnerbefragung im Stadtteil Brühl-Beurbarung umsetzen. Das Güterbahnhofareal ist davon allerdings ausgenommen. Es geht um die Frage, ob in Brühl-Beurbarung Bewohnerparkplätze eingeführt werden. Dann dürften bevorzugt Anwohner parken, Besucher müssten für bislang kostenlose Stellflächen bezahlen.

Bolzplatz: Mit großer Freude hat der Bürgerverein Brühl-Beurbarung auf die Ankündigung der Stadtverwaltung reagiert, dass auf dem Güterbahnhofareal ein Bolzplatz entstehen soll. Das hatte der Verein schon länger gefordert. 250 000 Euro stehen bereit. Nur: Ein geeignetes Gelände gibt es bislang nicht. Im Moment gebe es Überlegungen, so sagt die Stadtverwaltung, den Bolzplatz in einem der Bereiche des Güterbahnhofgeländes anzulegen, die eigentlich für den ökologischen Ausgleich der Bebauung vorgesehen sind. "Die Untersuchungen laufen noch", sagt Schickle – genaue Standorte könne sie noch nicht nennen. Wo der Bolzplatz entstehe, sei dem Bürgerverein letztendlich egal, sagt dessen Vorsitzender Wolfgang Keffer: "Hauptsache, es kommt einer."

Quartierstreff: Ein ganz großes Anliegen des Bürgervereins und auch des Stadtteil- und Jugendtreffs Brühl-Beurbarung ist ein zusätzlicher Quartierstreff auf dem Güterbahnhofareal. Aber auch hierzu gibt es noch keine genaueren Informationen. Im Gespräch ist der Pavillon im Eingangsbereich des Geländes, in dem sich ein Imbiss und ein Büro der Firma Aurelis befinden. Aurelis geht im Februar 2018 raus, das Gebäude hat die Bahntochter jedoch inzwischen verkauft. Die Stadtverwaltung will mit dem neuen Eigentümer Kontakt aufnehmen. Alternativ würden aber auch weitere Standorte geprüft, sagt Rathaussprecher Toni Klein: In Häusern, die die städtische Tochtergesellschaft Freiburger Stadtbau errichten wird, aber auch in schon bestehenden Gewerbebauten. Wie genau so ein Quartierstreff aussehen könnte und ob es auf dem Güterbahnhofareal weiteres Personal für die Quartiersarbeit geben wird, ist ebenfalls noch unklar. Das werde sich im kommenden Jahr entscheiden, so Toni Klein. Im Stadtteil Brühl-Beurbarung gibt es bisher eine halbe Quartiersarbeiter-Stelle.