Zähringen

Verein "Plan B" will Bebauung des Gewanns in Zähringen verhindern

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Sa, 01. September 2018 um 11:45 Uhr

Freiburg

Seit 2005 setzt sich der Verein "Plan B" in Zähringen dafür ein, dass das Gewann Zähringer Höhe nicht bebaut wird. Dem Bürgerverein Zähringen werfen sie Befangenheit vor.

Der Verein "Plan B" setzt sich seit 2005 dafür ein, dass das Gewann Zähringer Höhe nicht bebaut wird. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder gestalteten schon ein Schaufenster und versuchen im Schulterschluss mit anderen Naturschutzorganisationen die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Sobald der Bebauungsplan offengelegt wird, wollen sie das Projekt mit Einwendungen stoppen oder bremsen. Dem Bürgerverein Zähringen werfen sie Befangenheit vor.

"Man muss sich doch fragen, wann es genug ist. Erst dann, wenn wirklich auf allen Wiesen Häuser stehen?" Sarah Metzger

"Ich mache mit, weil ich nicht will, dass auch noch die letzten grünen Flecken in Freiburg bebaut werden", sagt Sarah Metzger. Die 50-jährige Geburtshelferin aus Zähringen ist Gründungsmitglied von "Plan B" und war auch lang im Vorstand tätig. "Man muss sich doch fragen, wann es genug ist. Erst dann, wenn wirklich auf allen Wiesen Häuser stehen?", fragt die Aktivistin. Sie wäre im Übrigen auch dann gegen die Bebauung der Höhe, wenn sie gar nicht im Stadtteil wohnen würde, versichert sie.

"Wir sind mehr als 100 Mitglieder", sagt Ralf Schmidt. Der 50-jährige EDV-Kaufmann und Vogelkundler gehört zum vierköpfigen Vorstand des gemeinnützig anerkannten Vereins. "Unser Ziel ist es, naturnahe Grünflächen und Kulturlandschaften in der Stadt und besonders auch am Stadtrand zu schützen, die Lebensraum für vielerlei Tier- und Pflanzenarten bieten und für die Bürger als werthaltige Naherholungsgebiete dienen", erklärt Schmidt.

Monatliche Mitgliederversammlungen

Dazu unternehmen die Mitglieder so einiges: "Aufklärungsarbeit haben wir in den vergangenen Jahren unter anderem durch Artikel im lokalen Mitteilungsblatt Zähringer Echo, aber auch durch Flyer-Aktionen, durch ein Schaufenster an der Bernlappstraße und durch Infostände gemacht", berichtet der Vereinsvorstand. Monatlich gebe es eine Mitgliederversammlung, bei der man das weitere Vorgehen bespreche. "Die Höhe ist ein zentrales Thema für uns, aber keineswegs das einzige", betont Schmidt.

So sei man auch tätig geworden, als die Fällaktion an der Vorderen Poche anstand, bei der es um den Baumschutz einer alten Eiche ging, man kümmere sich auch um Vorgänge in anderen Stadtteilen und habe sich dem Regiobündnis pro Landwirtschaft, Natur und ökosoziales Wohnen angeschlossen, einem Netzwerk örtlicher Landwirtschafts-, Natur- und Umweltschutzorganisationen.

"Die Eigentümer haben keinen rechtlichen Anspruch auf eine Bebauung" Ralf Schmidt

Der Interessenkonflikt bei der Höhe sei klar. Auf der einen Seite stünden vor allem die Eigentümer und andere, die sich durch eine Bebauung finanzielle Gewinne versprechen, auf der anderen Seite all jene, die sich für die Bewahrung der Natur sowie die Bedürfnisse der Anwohner einsetzen – wozu sich auch "Plan B" zählt. "Die Eigentümer haben keinen rechtlichen Anspruch auf eine Bebauung", argumentiert Ralf Schmidt. "Sie haben spekuliert – und nicht jede Spekulation geht eben am Ende auch auf", so Sarah Metzger.

Darum sei das Maximalziel von "Plan B", dass gar nicht gebaut werde, auch nicht in dem nach langem Ringen auf von 16 auf 4,4 Hektar und etwa 250 Wohneinheiten reduzierten Umfang. Auch die sogenannte Wildtalspange, einen neuen Brückenschlag über die Bahnlinie zur direkten Anbindung der Wildtalstraße an die Gundelfinger Straße, lehne man ab. Den Bürgerverein Zähringen, der für die Höhe-Bebauung eintritt, sieht man als Gegner.

Kampf um die Höhe steht noch vor

"Der Vorstand des Bürgervereins ist befangen, weil einige Mitglieder selbst Eigentümer sind oder ihre Verwandten", sagt Schmidt. Der Bürgervereinsvorsitzende Holger Männer bestätigte auf Anfrage, dass zwei von 19 Vorstandsmitgliedern direkte oder mittelbare Eigentümerinteressen auf der Höhe haben. "Deswegen sind wir aber nicht befangen. Als wir abgestimmt haben, waren 15 Vorstandsmitglieder für die Bebauung, zwei dagegen und zwei haben sich enthalten."

Die Vertreter von "Plan B" sehen den Kampf um die Höhe aber erst noch bevorstehen: Wenn der Bebauungsplan in die Offenlage geht, was für Frühjahr 2019 geplant ist, dann will man argumentativ aus allen Rohren feuern. Darauf bereite man sich seit langem vor. "Schon allein die Käfer-Fauna auf der Höhe ist extrem schützenswert", sagt Schmidt.