Einweihungsfest

Am Wochenende wurde in Kappel der neue Kunstrasenplatz eingeweiht

Antonia Stille

Von Antonia Stille

Di, 24. Juli 2018

Freiburg Ost

Der neue Kunstrasenplatz auf dem Sportgelände des SV Kappel ist beim Einweihungsfest gleich einem Belastungstest unterzogen worden.

FREIBURG-KAPPEL. Ein weiterer Punkt im Fünf-Jahres-Plan des SV Kappel ist abgehakt: Nach der neuen Flutlichtanlage ist jetzt auch der Kunstrasenplatz fertig – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem komplett neu strukturierten und modernisierten Vereinsgelände. Nachdem es einige Verzögerungen in der Bauphase gegeben hatte, fand am Sonntag endlich die feierliche Einweihung mit dazugehörigem Spiel- und Sporttag statt.

Selbstgebackene Kuchen, Tombola, Spielstationen – eigentlich ist der Spiel- und Sporttag für den SV Kappel eine Routineveranstaltung. Aber heute ist der Grund für sein Stattfinden ein anderer, genauer: der Untergrund. Nach zwei Jahren der Planung und etwa einem Jahr Bauzeit ist der neue Kunstrasenplatz des Vereins endlich fertig und kann von den Sportlerinnen und Sportlern aus Kappel und Umgebung offiziell eingeweiht werden. Dort, wo vor zwei Jahren noch ein Hartplatz mit staubigem Sandbelag war, absolvieren heute die Jungs und Mädchen des Vereins zehn Stationen, an denen sie einige der vielen Sportarten ausprobieren können, die in Kappel angeboten werden – auf frisch "gesätem" Kunstrasen. Unterbrochen werden die Stationenspiele nur von Auftritten der HipHop-Gruppen, die dem Publikum teils selbst konzipierte Choreographien präsentieren.

Yannick Batsch und Alessio Koschinsky aus der Kappler D-Jugend haben das neue Spielfeld auch schon ausprobiert. Innerhalb einer halben Stunde haben die beiden Fußballer die ersten fünf Stationen durchgespielt, an denen heute das Fußball-Abzeichen des Deutschen Fußballbundes erworben werden kann: "Das war wirklich nicht schwer", sagen die beiden. Dem zehnjährigen Yannick Batsch, Position linkes Mittelfeld, fehlen nur drei Punkte bis zur Höchstpunktzahl.

Insbesondere für die Fußballmannschaften stellte die Bauphase eine große Herausforderung dar, erzählt Petra Gelfort, die in der Jugendleitung tätig ist und Teil der zehnköpfigen "Arbeitsgruppe Kunstrasen" war. Da die Fertigstellung des Platzes länger dauerte als geplant, mussten teils Spiele und Trainings abgesagt oder verlegt werden. Notwendig sei der Neubau aber dringend gewesen: Ende des Jahres 2014 übernahm sie gemeinsam mit einem neuen Team die Jugendleitung der Fußballabteilung: "Wir haben uns damals gefragt: Was nervt uns?" Daraus entstand eine lange Liste von Wünschen und Maßnahmen, alles zusammengefasst im sogenannten Fünf-Jahres-Plan. Dass der Hartplatz auf jeden Fall wegmusste, wurde schnell klar; Regenwasser konnte durch die Versiegelung nicht ablaufen und das Feld hatte in der Breite ein Gefälle von mehr als einem Meter.

Neu ist aber nicht nur der Platz, sondern auch die daneben liegende Sprintbahn mit Sprunggrube sowie ein Multifunktionsfeld mit dazugehörigen Outdoor-Kraftgeräten. Auf dem Gelände hat sich fast alles verändert, nur der normale Rasenplatz ist geblieben. Wichtig bei dem gesamten Umbau war den Verantwortlichen, dass die neue Geländegestaltung barrierefrei wird.

Im Rahmen eines Programms hat die Stadt die Hälfte der rund 700 000 Euro getragen. Vom Badischen Sportbund kamen etwa 110 000 Euro, den Restbetrag finanzierte der Verein durch Spenden, Sponsoren und mit Unterstützung des Kappler Ortschaftsrats.

Am Tag der offiziellen Eröffnung trägt auch die Schauinslandgrundschule ihren Teil bei: Sie darf das neue Feld mit allem, was dazugehört, für ihren Sportunterricht nutzen. Um auch ein wenig finanzielle Unterstützung zu leisten, treten Schulkinder zum Sponsorenlauf um den Kunstrasenplatz herum an. Hoch motiviert starten die etwa 40 Grundschüler in die mehr als 300 Meter messenden Runden. Eine Stunde haben sie Zeit, um so viele zu schaffen, wie sie können. Für jede Runde gibt es Geld von Sponsoren, die sie sich selbst gesucht haben – meist sind es Verwandte. Nach Ablauf der Zeit zieht Lehrerin und Organisatorin Katharina Greifenhagen lachend ihr Fazit: "Die Eltern haben ihre Kinder unterschätzt: Die werden jetzt arm!"

Nach der modernen Flutlichtanlage und dem Kunstrasenplatz steht allerdings noch ein weiteres Vorhaben auf dem Wunschzettel des Kappler SV – ein neues Vereinsheim. Das alte sei zu klein, außerdem gebe es darin nur zwei Umkleidekabinen – zu wenig für einen einwandfreien Spielbetrieb, so Petra Gelfort.

Das Problem: Ein neues Vereinsheim würde mehr als 1 Million Euro kosten, viel zu viel, als dass der SV Kappel es allein stemmen könnte. Doch es gibt Hoffnung: Bei der offiziellen Einweihung, moderiert von Kabarettist und Kappler Alte-Herren-Kicker Jess Jochimsen, ist auch Finanz- und Sportbürgermeister Stefan Breiter zu Gast. Auf Nachfrage zum Vereinsheim verspricht er: "Die Stadt ist mit im Boot." Mit wie viel Geld, sagt er nicht. Aber Petra Gelfort ist zuversichtlich: "Darauf nageln wir ihn jetzt fest."