Wohnraum

Bauausschuss will Aufstockung von Häusern in dern Schwendistraße verhindern

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Mi, 06. Dezember 2017

Freiburg Ost

Was ein Bauherr an der Schwendistraße im Stadtteil Oberau plant, halten Stadtverwaltung und Stadträte für unverhältnismäßig. Es geht darum, zwei benachbarte Gebäude um zwei Dachgeschosse aufzustocken.

OBERAU. Um die Planungen in dieser Form zu verhindern, hat der gemeinderätliche Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Daran änderte auch die Anmerkung des Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee nicht, dass die Planungsunterlagen fehlerhaft sind.

Der Bebauungsplan soll für den Bereich zwischen Schwendi-, Schwarzwald-, Flaunser- und Runzstraße gelten. Erst im Sommer hatte der Bauausschuss das gleiche Verfahren für den sich direkt westlich anschließenden Block bis zur Fabrikstraße beschlossen. Damals sollte ein Bauprojekt im Innenbereich in die Schranken gewiesen werden: Ein Bauherr plante dort zehn Studentenappartements über einer Tiefgarage (die BZ berichtete).

Im jetzt betroffenen Block gibt es im Innenbereich bereits Nachverdichtung: Dort befindet sich derzeit ein neues Wohnhaus im Bau. Das hat die Stadtverwaltung genehmigt. Und nach dem derzeitigen Stand müsste das Rathaus auch das Okay für die jetzt geplanten Dachaufstockungen in der Schwendistraße 6-8 geben, erklärte Stefanie Lausch vom Stadtplanungsamt. Denn wenn es keinen Bebauungsplan gibt, müssen sich neue Gebäude lediglich an der Umgebung orientieren. Und das Haus in der Schwendistraße 2 in unmittelbarer Nachbarschaft hat ebenfalls zwei zusätzliche Dachgeschosse. Diese sind in den 1980er Jahren genehmigt worden – heutzutage wolle die Stadtverwaltung eine solche Entwicklung jedoch vermeiden, sagte Lausch. Denn dadurch werde das Gesamtbild des Quartiers zerstört, das sich durch niedrigere Gründerzeithäuser auszeichne, von denen etliche auch unter Denkmalschutz stehen.

Hans Lehmann vom Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee wunderte sich über die Planungsunterlagen, die dem Bauausschuss vorgelegt wurden. Diese entsprächen nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten, erklärte er – und belegte dies gegenüber der BZ auch mit Fotos. Im Innenbereich des Blocks befindet sich demnach ein weiteres Gebäude. Um eine Entscheidung zu fällen, müssten die Stadträte doch zumindest die richtigen Informationen bekommen, meinte Lehmann.

In der Diskussion des Bauausschusses spielte dieser Aspekt jedoch nur am Rand eine Rolle. Den Stadträten ging es eher darum, ob es verhältnismäßig ist, für so ein kleines Gebiet eigens einen Bebauungsplan aufzustellen. Ja, meinten Grüne und CDU: Es dürften keine Präzedenzfälle geschaffen werden. "Die Signalwirkung ist richtig", sagte Martin Kotterer (CDU). Walter Krögner (SPD) meinte, dass nicht alle über die Wohnungsnot klagen könnten, andererseits aber jeder Angst habe, wenn sich Quartiere veränderten. Baubürgermeister Martin Haag betonte, dass neue Wohnungen wichtig seien – "aber gleichberechtigt mit Qualität". Es dürften keine "städtebaulichen Missstände" entstehen: "Und hier sind wir an einem Punkt, wo wir eingreifen müssen." Dieser Linie folgten am Ende alle Stadträte. Sie stimmten dem Verfahren einstimmig zu.