Neueröffnung

In Ebnet gibt es wieder einen Lebensmittelladen

Maren Kläger

Von Maren Kläger

Mi, 06. Dezember 2017

Freiburg Ost

In der Ebneter Postfiliale hat Mattis Tessmann einen Naturkostladen eröffnet, der eine lange bestehende Versorgungslücke schließt,

EBNET. Seit wenigen Tagen gibt es in der Ebneter Postfiliale in der Schwarzwaldstraße 235 einen Naturkostladen, den Mattis Tessmann führt. Somit können die Ebneter ihren Bedarf an Lebensmitteln nach vielen Jahren ohne eigenes Lebensmittelgeschäft wieder direkt im Ort decken.

"Einfach toll, man kommt hierher und kann alles besorgen", lobt eine begeisterte Kundin, die gerade im neu eröffneten Naturkostladen ihren Einkauf tätigt. Genau dieses Bedürfnis der Ebneter wollte Teilinhaber Mattis Tessman decken. Der Mittzwanziger, der bereits in mehreren Branchen tätig war, war zuletzt im Menübringdienst der Firma Zahner unter anderem für Ebnet zuständig. Dabei fiel ihm auf, dass es in Ebnet kein Lebensmittelgeschäft gab, und so entstand die Idee, einen regionalen Naturkostladen in dem Stadtteil zu eröffnen. Das habe er "als eine Art Pflicht" empfunden, so Tessmann.

Doch zunächst fehlten die passenden Räumlichkeiten, so dass er, wie er erzählt, bei einer seiner Fahrten spontan vor der von Hassan Abadikhah geführten Ebneter Postfiliale hielt, sie betrat und Abadikhah unverblümt fragte, was er an Miete zahle. Die beiden waren sich schnell einig, dass ein Naturkostladen in der Postfiliale eine vielversprechende Kombination sein könnte – zumal Abadikhah sowieso Unterstützung bei der Führung der Postfiliale suchte. Das Hauptgeschäft des gebürtigen Iraners ist nämlich "Daria – Internationale Spezialitäten" im Friedrichsbau an der Kaiser-Joseph-Straße.

Jahrelanges Hin und Her bei der Ebneter Post

Die Ebneter Post hatte er im Februar auf Vermittlung von Ebnets Schlossherr Nikolaus von Gayling zusätzlich übernommen, nachdem Sonja Strobel kurz zuvor ihr Schreibwarengeschäft mit Postfiliale an gleicher Stelle aufgegeben hatte. Sie war seit 2009 die Ebneter Postmeisterin gewesen. Als Grund für die Schließung gab sie an: "Es war unrentabel." Davor hatte es ein jahrelanges Hin und Her mit diversen Betreibern und mehrfach wechselnden Poststandorten gegeben.

Seit dem Neustart mit Hassan Abadikhah fungiert Nikolaus von Gayling als Generalmieter. Abadikhah bot in der Postfiliale neben Schreibwaren auch Produkte seines ursprünglichen Geschäfts an, allerdings keine frischen Lebensmittel. Nun möchte er sich, berichtet Mattis Tessmann, nach und nach aus dem Laden in Ebnet zurückziehen, um sich wieder mehr auf das Daria zu konzentrieren. Abadikhah und Tessmann haben sich zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammengeschlossen.

Tessmann hat das Sortiment gleich zu Beginn über Postservice und Schreibwaren hinaus kräftig ausgeweitet: Er hofft, dass er nun mit frischen Backwaren des Acherner Bio-Backhauses Wüst, Milch und Eiern, Tee, frischem Obst und Gemüse, einer Käsetheke sowie zahlreichen weiteren Lebensmitteln so ziemlich alles anbietet, was das Ebneter Herz begehrt. Tessmann achtet nach eigener Aussage darauf, dass die Produkte biologisch und, soweit möglich, regional sind. Außerdem werden illustrierte Karten und Jahreszeitenpüppchen aus Filz seiner Ehefrau Dominique, die auch das Logo des Ladens angefertigt hat, zum Kauf angeboten. Das Ehepaar lebt mit seinen beiden Kindern im nahe gelegenen Ibental.

Kräftig ausgeweitet wurden auch die Öffnungszeiten: Postfiliale und Naturkostgeschäft können nun montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 12.30 Uhr genutzt werden.

Mitarbeiterin mit langer Posterfahrung

Bei den Posttätigkeiten wird Mattis Tessmann von Monika Rebmann unterstützt, die zuvor in Stegen tätig war und nun seit einigen Monaten in Ebnet arbeitet. Tessmann ist nach eigener Aussage "sehr glücklich, eine so gute Mitarbeiterin zu haben, die eine lange Posterfahrung von zehn Jahren mitbringt."

Das Angebot kommt an, der Laden ist seit der Eröffnung gut frequentiert, wie sich auch beim BZ-Besuch zeigt. Gerade jüngere Ebneter nutzen das Angebot, biologische und fair gehandelte Produkte zu kaufen. Auch Kunden, die eigentlich nur den Postservice nutzen, halten sich gerne noch etwas in der Kaffeeecke auf. Hier soll laut Tessmann noch eine Art schwarzes Brett entstehen, so dass der Naturkostladen nach und nach ein kleiner Ortsmittelpunkt wird.

Dass es in Ebnet einen richtigen Lebensmittelladen gab, liegt lange zurück: Bis in die 90er Jahre existierte an der Ecke Steinhalde/Eschbachweg ein Laden der Handelskette "Spar", später "Konsum", wie der Ebneter Chronist Erich Wickersheim berichtet. Zurzeit gibt es in Ebnet immer freitagvormittags einen kleinen Wochenmarkt mit vier Ständen – übrigens direkt vor der Postfiliale. Das sieht Mattis Tessmann aber "ganz entspannt": Es herrsche ein gutes Verhältnis zwischen ihm und den Betreibern der Stände. Diese nutzten den Laden auch zum Aufwärmen oder Kaffeetrinken.