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11. November 2017

Märkte in Freiburg (15)

In Ebnet ersetzt der kleine Wochenmarkt die fehlenden Geschäfte

Vier Händlerinnen und Händler bieten im Ebneter Ortskern immer freitagvormittags einige frische Lebensmittel an.

  1. Kartoffeln und mehr: Der Gemüse- und Obststand von Siegbert Eckert (links) war der Erste. Foto: thomas kunz

  2. Anne Jungermann ist fasziniert von Käse und verkauft Sorten aus kleinen, traditionell arbeitenden Kooperativen. Norbert Walter ist schon fast sein ganzes Leben lang Nebenerwerbsimker in Ebnet und hat immer viel Honig parat. Foto: Thomas Kunz

  3. Foto: Thomas Kunz

EBNET. Er gehört zu den kleinsten Stadtteilmärkten, ist in einer Umgebung wie in Ebnet, wo es kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt, aber umso wichtiger: Jeden Freitagvormittag bieten vier Händler neben der Tankstelle Blattmann Gemüse, Honig, Käse und Backwaren an. Sie haben ihre Stammkunden und sind zufrieden, auch wenn es auf diesem Mini-Markt natürlich keinen Riesenansturm gibt.

Eigentlich ist er der Kartoffel-Mann: Doch am Stand von Siegbert Eckert, der sich mit seiner Landwirtschaft in Forchheim auf Kartoffeln spezialisiert, gibt’s auch eine breite Auswahl an sonstigem Gemüse und Obst, selbstgemachtes Himbeer- oder Brombeergelee, Sauerkraut und sogar Blumen. Das meiste kauft er bei Kollegen aus der Umgebung ein.

Aber jetzt, wenn die Zeit der Tomaten und Paprika vorbei ist, weicht er auch bereits auf den Großmarkt aus und bezieht von dort, wie den ganzen Winter über, Sommergemüse sowie Mandarinen und anderes Exotisches aus mehreren Ländern. Zu den Kartoffeln aber hat Siegbert Eckert eine besondere Beziehung, mit ihnen ist er aufgewachsen, wie viele in Forchheim, das wegen der leichten, lehmig-sandigen Böden als "Kartoffelland" gilt. Er hat seine Landwirtschaft von den Eltern übernommen, und sie waren seit dem Beginn des Ebneter Mini-Markts dabei: Vor rund 25 Jahren habe es angefangen, erinnert sich Siegbert Eckert, die Initiative sei vom Tankstellenbetreiber Hermann Blattmann ausgegangen, auf dessen Grund die Marktstände stehen. Damals habe das bis dahin in Ebnet bestehende Gemüsegeschäft zugemacht, der Gemüsestand sollte eine Alternative bieten. Später kamen noch andere dazu, neben dem Bäcker, der gerade Urlaub macht, gibt’s regelmäßig Käse und Honig. Auch einen Metzger gab es eine Zeitlang – der fehle jetzt, findet Siegbert Eckert.

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Samstags verkauft er in Merzhausen auf einem größeren Markt, doch er findet es auch in Ebnet okay: "Wir haben uns auf einem guten Niveau gehalten." Ähnlich sehen es seine Standkollegen. Norbert Walter ist seit bald 60 Jahren Nebenerwerbsimker in Ebnet und der Umgebung. Als Jugendlicher fing er an – der Großvater hatte ein Bienenhaus. Er hat immer weitergemacht, auch als er im Hauptberuf Hausmeister in der Ebneter Dreisamhalle war. Inzwischen ist er Rentner, und statt früher 100 Bienenvölker hat er noch 30. Seine Stammkunden kennen ihn und kommen vorbei. Bei ihm gibt’s auch selbstgemachte Kerzen, dicke, große, runde, längliche, aber auch kleine Grablichter. Die Kerzen werden demnächst in der Adventszeit besonders wichtig – die größte Auswahl bietet er Jahr für Jahr beim Ebneter Weihnachtsmarkt, der diesmal am 3. Dezember stattfinden wird.

Ein älteres Ehepaar hat ihm leere Honiggläser zurückgebracht und zieht weiter zum Käsestand – die zwei sind keine Stammkunden, sondern kaufen abwechselnd auf unterschiedlichen Märkten ein: "Wir kennen alle", sagt der Mann. Anne Jungermann am Käsestand ist die Neueste hier, sie kam vor einem Jahr dazu. Davor hat sie in der Werbebranche gearbeitet. Käse hat sie immer fasziniert: "Das ist ein uriges Produkt, ähnlich spannend und vielseitig wie Wein." Sie bezieht ihren Käse aus kleinen Kooperativen, die traditionell käsen, viele in Frankreich und der Schweiz. Die Tiere leben draußen und bekommen nur frisches Futter – das und die damit zusammenhängende Käse-Qualität ist Anne Jungermann wichtig. Sie verkauft auch auf fünf Märkten im Umland.

Markt Ebnet: Freitags von 8 bis 12 Uhr an der Ecke zwischen der Tankstelle Blattmann und der Post, Schwarzwaldstraße 235. Ansprechpartner: Hermann Blattmann, Tel. 0761/ 67374.

Autor: Anja Bochtler