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29. Dezember 2011

Jugendstil und Eisenwaren

Sehr unterschiedliche Aussteller auf dem "Antik-Trödel-Markt" im Einkaufszentrum Oberwiehre.

  1. Ilse Ewerhardy präsentiert ihr Kaffeeservice aus dem Jahr 1872. Foto: Michael Bamberger

WIEHRE. Noch bis heute Abend um 18 Uhr findet im Einkaufszentrum Oberwiehre (ZO) ein "Antik-Trödel-Markt" statt. Die rund 30 Stände bieten ein buntes Potpourri an Waren von hochwertigem Schmuck und edlen Tischdecken über Porzellanfiguren und Teeservices bis hin zu Gebrauchsgegenständen wie Nähgarn und Werkzeug.

Der Veranstalter Thomas Maier achtet auf die Qualität der Trödelware. "Textilien und Bekleidung sind auf unseren Märkten ausgeschlossen", erklärt Maier, während er seinen Rundgang durch die Reihen der Stände macht.

An einem der 30 Stände wartet Ilse Ewerhardy auf Kundschaft. Die gebürtige Pfälzerin verkauft seit etwa zehn Jahren regelmäßig auf Flohmärkten. "Mich kann man schon fast als Profi bezeichnen", stellt sie augenzwinkernd fest. Ewerhardy sammelt gezielt, "was alt, echt und gut ist". So findet sich unter den von ihr angebotenen Artikeln eine alte Schreibtischgarnitur im Jugendstil und ein Kaffeeservice von 1872: "Rosensträuße mit Schleierkraut – das war damals beliebt", erläutert sie dessen Motiv. Besonders stolz ist die Sammlerin auf ihre barocken Stubenmädchenhauben: Es handelt sich um Nachbildungen, die Ewerhardy vermittels eines Gemäldes des niederländischen Malers Jan Vermeer aus dem 17. Jahrhundert rekonstruieren ließ und auf deren Schnitt sie nun ein Monopol besitzt.

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Verkauf von Ware aus Haushaltsauflösungen als Hauptberuf

Am Nachbarstand verkauft Markus Sonner Gebrauchsgegenstände aus Haushaltsauflösungen: Scheren, Messer, Schraubenzieher, aber auch ein Fahrrad findet sich unter seiner Ware. Der 53-Jährige handelt schon seit mehr als 30 Jahren auf Flohmärkten – inzwischen hauptberuflich. Ob sich der Einsatz im ZO lohnen wird, weiß der gebürtige Freiburger noch nicht: "80 Euro für einen vier Meter langen Stand an zwei Tagen – das muss ich erst einmal erwirtschaften".

Auch Familie Knochel, die zum Verkauf anbietet, was sich im Laufe der Zeit im Familienkreis angehäuft hat, kann auf langjährige Flohmarkterfahrung zurückblicken: "Wir bevorzugen außergewöhnliche Orte; in die Messehalle gehen wir nicht", erklärt der Vater die Vorlieben seiner Familie. Im ZO verkaufen die Knochels zum ersten Mal. Als Neulinge zählen sie zur Minderheit unter den Anbietern. "Mehr als die Hälfte sind Wiederholungstäter; die meisten Aussteller kenne ich schon lange", sagt der Veranstalter Thomas Maier. Gemeinsam mit seinem Bruder Dieter organisiert er seit den frühen 1980er Jahren Flohmärkte. Während diese Branche in den 80er und 90er Jahren florierte, ist sie seit der Jahrtausendwende und dem Siegeszug der Internetplattform "Ebay" rückläufig.

"Antik-Trödel-Markt", heute, Donnerstag, von 10 bis 18 Uhr im Zentrum Oberwiehre (ZO), Schwarzwaldstraße 78.

Autor: Marlene Meuer