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10. Januar 2012
Kappel will wieder wachsen
Die Suche nach einem Wohngebiet war eines der Themen beim Neujahrsempfang.
KAPPEL. Wegen rückläufiger Einwohnerzahlen sollen in Kappel in Zukunft verstärkt Wohnungen gebaut werden. Vor 100 Gästen wies Ortsvorsteher Hermann Dittmers am Sonntagmorgen beim traditionellen Neujahrsempfang im festlich geschmückten katholischen Pfarrgemeindeheim auf die Notwendigkeit hin, den sich abzeichnenden Abwärtstrend in der Bevölkerungsstatistik zu bremsen. Sonst, so gab der Rathauschef zu bedenken, sei die bestehende Infrastruktur mit Kindergarten und Schule nur noch schwer aufrecht zu erhalten. Zum Jahreswechsel hatte Kappel noch 2669 Einwohner.
Für eine kleine Überraschung sorgte Dittmers mit seiner Feststellung, in Kappel könne man länger leben als anderswo. "Hatten wir im Jahr 2010 noch elf Sterbefälle zu beurkunden, so waren es 2011 nur noch drei." Sogar eine Hundertjährige feierte ihren Geburtstag in Kappel. Als weitere erfreuliche Besonderheit hob er die steigende Anzahl von Trauungen hervor, die in Kappel vorgenommen werden. Waren es 2010 noch zehn Hochzeiten, die vom Standesbeamten geschlossen wurden, kletterte deren Anzahl im abgelaufenen Jahr auf 17 Paare, die ihren Bund fürs Leben schlossen. Davon hätten allein 13 Paare das Angebot der Ortsverwaltung in Anspruch genommen, an einem Freitagabend oder Samstag in den Stand der Ehe einzutreten.
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In seinem Rückblick auf lokale Ereignisse des vergangenen Jahres hob Dittmers die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Alt-Ortsvorsteher Rudolf Groß, die Bemühungen des Ortschaftsrates um Lösung des Verkehrsproblems in der unteren Großtalstraße, die Eröffnung einer Dauerausstellung über den örtlichen Bergbau im Rathaus sowie die erste Leistungsschau von Kappeler Betrieben mit 1800 Besuchern hervor. In diesem Jahr werde die ins Auge gefasste Umgestaltung des Rathausvorplatzes sowie die Altlastensanierung auf dem ehemaligen Stolberger-Zink-Areal an der Neuhäuser Straße in besonderem Maß in den Fokus der örtlichen Kommunalpolitik rücken. Als Termin für eine öffentliche Vorstellung des dafür notwendigen Stolberger-Zink-Sanierungsplanes sei Mitte des Jahres im Gespräch.
In einem Grußwort kündigte Finanzbürgermeister Otto Neideck an, dass die um Fußgänger- und Radweg erweiterte Kirchzartener Straße bis spätestens April oder Mai fertig gestellt sein werde. Um seitens der Stadt Freiburg eine Option für ein neues Wohngebiet anbieten zu können, so Neideck, sei anzustreben, dass "vielleicht im Jahr 2013" mit der Sanierung der Stolberger-Zink-Altlast begonnen werden könne. Wolfgang Hug vom Kunst- und Kulturverein kündigte an, dass man sich künftig unter anderem um die Mitwirkung an der Rathausplatz-Neugestaltung sowie um die Konzeption eines Lehrpfades zu den Bauernhöfen bemühen werde. Das Ausscheiden von Pfarrerin Anke Ruth-Klumbies aus der evangelischen Kirchengemeinde bedauerte der katholische Pfarrer Johannes Kienzler. Dabei bedankte er sich besonders für die stets fruchtbare und problemlose Zusammenarbeit in allen Fragen der Ökumene. Zur Musik der Bläsergruppe "Stühlinger Brass" klang der Neujahrsempfang mit Gesprächen bei Saft und Sekt aus.
Autor: Andreas Peikert
