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19. Januar 2012
Null Toleranz bei Rauch
Beschwerden über die Massengaudi: Werden Feuerstellen auf der Sternwaldwiese bald verboten?.
Neues Jahr, altes Thema: Es geht – mal wieder – um die Sternwaldwiese. Genauer: um Rauch und Krach, die von dort kommen, wenn die Wiese in der Wiehre an warmen Abenden zum Treffpunkt Jugendlicher wird. Nun gibt es einen neuen Vorstoß, das Problem zu lösen – den Vorschlag nämlich, offenes Feuer auf der Sternwaldwiese generell zu verbieten.
Es ist schön auf der Sternwaldwiese, und deshalb ist sie seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, die sich auch über Facebook und Twitter verabreden – manchmal kommen Hunderte. Sie spielen Ball auf dem Fußballfeld, grillen an den drei befestigten Grillstellen oder zünden wilde Feuer auf der Wiese an. Es ist laut, ausgelassen, und am nächsten Tag muss Müll aufgeräumt werden.Ruhestörung und Rauchentwicklung nerven die Anwohner, seit der Wiesenspaß zur Massengaudi geworden ist. Probleme gibt es beispielsweise bei den Neubauten an der Sternwaldstraße/Richard-Kuenzer-Straße: In den dortigen Passivhäusern wird der Rauch per Lüftungsanlage in die Wohnungen gesogen. Beim Wiehremer Neujahrsempfang hatte Oberbürgermeister Dieter Salomon davon gesprochen, dass ein "Runder Tisch" zur Konfliktlösung Vorschläge gemacht habe. Tatsächlich gab es am 8. Dezember vergangenen Jahres ein Treffen, an dem sich Anwohner, Bürgervereinsvertreter, Polizei, das Garten- und Tiefbauamt sowie das Rechtsamt und der Anwalt einiger Anwohner berieten. Laut Helmut Thoma, Vize-Vorstand des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee, sei man sich einig gewesen, dass die Freizeitfläche erhalten bleiben solle. Auch Belästigungen wie Lärm werde man tolerieren. Allerdings nicht die Rauchbelästigung.
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Das bestätigt auch Gabriel Winterer, der als Leiter des Polizeireviers Süd dabei war: "Vorausgesetzt, es stimmt, was die Anwohner beklagen, dann kann man nicht sagen: Einige Feuer lassen wir brennen. Dann muss man konsequent sein und gar keine Feuer mehr zulassen." Wenn die Stadtverwaltung tatsächlich jegliches offene Feuer auf der Wiese verbieten und dafür auch Warnschilder aufstellen würde, wäre das ein großer Unterschied zur jetzigen Situation. Wenn jetzt ein Anwohner bei der Polizei anruft und sich beschwert, nimmt diese das zur Kenntnis, kommt aber meist nicht – in der Regel gibt es Wichtigeres zu tun, außerdem müsste man mit unverhältnismäßig viel Personal für einen relativ nichtigen Sachverhalt anrücken. Deshalb haben die Anwohner ihre Anrufe inzwischen so gut wie eingestellt – zumindest vergangenes Jahr.
Wäre Feuermachen jedoch grundsätzlich verboten, "dann hätten wir eine ganz andere Handhabe: Wenn wir gerufen werden und der Dienstbetrieb es zulässt, würden wir dort sein", so Gabriel Winterer. Bei der Stadtverwaltung hält man sich derzeit noch bedeckt. Das Garten- und Tiefbauamt habe, so Stadt-Pressesprecher Toni Klein, für die Dezernentenkonferenz die Ergebnisse der Beratung aufgearbeitet. Demnächst wollten die Bürgermeister darüber beraten. Dann soll auch entschieden werden, ob der Gemeinderat darüber diskutiert.
- Günterstal: Drei Grillstellen an der Wonnhalde abgebaut
Autor: Simone Lutz
