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20. Dezember 2008

Winterwald als Spielzimmer

Mütter haben für die ganz Kleinen in Ebnet die Waldspielgruppe "Die Pfifferlinge" gegründet

  1. Kalt macht lustig: Für die pfiffigen Pfifferlinge sind die Tage im Wald ein echtes Abenteuer. Foto: Michael Bamberger

EBNET. Anna-Lena Schäfer kocht Schneesuppe. Die Zweijährige sitzt in dicker Winterkleidung vor einem hohlen Baumstumpf und rührt mit einem Tannenzapfen darin herum. Fünf andere Kleinkinder werfen erlesene Zutaten hinein: Stöckchen, Matsch und nasse Blätter. Spielzeug bietet der Wald in Hülle und Fülle, und davon sollten auch die ganz Kleinen profitieren, fanden Mütter aus Ebnet und haben eine Alternative zur gewöhnlichen Kindergruppe geschaffen: die Waldspielgruppe "Die Pfifferlinge".

"Freiburg hat eine sehr hohe Dichte an wald- und naturpädagogischen Angeboten", sagt Johanna Menzinger: "Die meisten davon sind aber nur für Kinder ab dem Kindergartenalter gedacht." Gemeinsam mit sieben weiteren Müttern aus Ebnet hat die 32-Jährige vergangenes Jahr beschlossen, diese Lücke im Betreuungsangebot zu füllen. Seit Juni 2008 steht sie dem Verein "Waldspielgruppe Ebnet" vor, der es Eltern von Eineinhalb- bis Dreijährigen ermöglicht, ihren Nachwuchs für monatlich 65 Euro zweimal die Woche im Freien betreuen zu lassen, und zwar zu jeder Jahreszeit.

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Die Gruppe aus acht kleinen Kindern durch den winterlichen Wald zu lotsen ist kein Kinderspiel. Ständig kommen die Pfifferlinge auf pfiffige Ideen: Dem einen macht es Spaß, auf dem Hosenboden matschige Abhänge hinunterzurutschen, die andere legt sich alle drei Meter zum Ausruhen auf den Boden. So müde die Knirpse beim Treffen um 9 Uhr morgens noch scheinen, so lebhaft werden sie beim Erforschen des Waldes. Es passiert so mancher Sturz, und trotzdem wird erstaunlich wenig geweint. Dafür ist bei all den spannenden Ecken, die es zu erforschen gilt, gar keine Zeit: Ein Loch, das ein Fuchsbau sein könnte oder ein Baumstamm, auf dem man Eisenbahn fahren kann, machen den Wald zum Abenteuerspielplatz. Für ganz schlechtes Wetter steht immer ein beheizbarer Bauwagen bereit. Dort wird gesungen, vorgelesen und gespielt, und außerdem jeden Tag gefrühstückt. "Jetzt im Winter ist es schon etwas schwieriger, aber trotz rutschigem Boden hatten wir noch keine Unfälle", erzählt Ute Langhammer. Sie ist Diplompädagogin und pädagogische Leiterin des Projekts. Mit Waldpädagogik kennt sie sich aus und ist von dem Konzept überzeugt: "Die Kinder erfahren nicht nur die Natur ganz anders, sondern auch das Gruppengefühl ist stärker ausgeprägt als in anderen Kindergruppen. Die Pfifferlinge kennen sich untereinander mit Namen und können zum Beispiel die Rucksäcke der anderen zuordnen." Auch dass die Aktivitäten sich stark am Jahreskreislauf orientieren, tue den Kindern gut, und da sie sich weniger in geschlossenen Räumen aufhalten und viel bewegen, seien sie seltener krank, erklärt die Pädagogin.

Die Nachfrage nach Gruppenplätzen bei den Pfifferlingen ist groß, so dass es momentan eine Warteliste gibt. Interessierten gibt die Vorsitzende Johanna Menzinger unter   0761/4562279 Auskunft. Außerdem sucht der Verein einen Praktikanten oder eine Praktikantin.

Autor: Veronika Keller