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01. Februar 2012
25 Männer lassen es krachen
VEREINT IM VEREIN: Die Guggemusiker der "Eckepfätzer" haben während der Fasnet bis zu sechs Auftritte an einem Abend.
WIEHRE. Mit Frauen wären sie stärker. Doch die Guggemusiker "Eckepfätzer" ziehen es vor, eine Männertruppe zu bleiben, obwohl sie sich eigentlich vergrößern möchten. Das begründen sie mit teils markigen Sprüchen, passend zu ihrem Image von den "echten Kerlen", die so schnell nichts umhaut – auch wenn sie nächtelang auftreten, zwischendrin feiern und nur vier Stunden Schlaf abkriegen.
Zuerst legt Helge Birthelme im Probenraum bei der Brauerei Ganter am Schlagzeug los, dann fallen die anderen nach und nach ein: Männer mit Posaunen und Trompeten, Saxophon oder Sousaphon – einer Tuba-Variante. Der Chef ist Roland Kersting, aber er kann sich auf seine Posaune konzentrieren, die Musiker wissen von allein, was sie zu tun haben. 25 Männer stehen und sitzen bei ihren Instrumenten, der Jüngste ist 16, der Älteste 50, die meisten sind zwischen Mitte 30 und Mitte 40.Masken gibt’s an diesem Probenabend nur vereinzelt zu sehen, zwei liegen herum, getragen werden sie erst beim nächsten Auftritt wieder. Die Original-"Eckepfätzer"-Maske ist ein lachendes Clownsgesicht mit einer gelben Haarmähne. Der Schlagzeuger Helge Birthelme und sein Vorstandskollege Jürgen Kreuz haben sich vor 15 Jahren für die Maske und fürs Schlagzeug entschieden – sie hatten ihre eigene Guggemusiktruppe gegründet, als sie beide noch kein Instrument spielten. Vorher waren sie bei einer Narrenzunft gewesen, doch es zog sie zur Musik. Sie nahmen Unterricht und legten einfach los. So ging’s immer weiter, der Anspruch stieg beständig.
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"Inzwischen geht’s hier zur Sache", bilanziert Jochen Treubel, der die Musikstücke für die Truppe arrangiert und umschreibt, "bei dem, was wir auf die Beine stellen, würden viele Musikvereine nicht mitkommen." Das klappt nur, wenn alle auch daheim üben: am besten täglich. Ihr Repertoire ist breit, reicht über Blas- und Fasnachtsmusik weit hinaus. Auch mitten im Jahr treten sie ab und zu mal auf, zum Beispiel beim Herdermer Hock oder runden Geburtstagen und Hochzeiten von Mitgliedern. Extrem aber wird’s an Fasnacht, kommendes Wochenende wird das erste richtig stressige, unter anderem stehen Auftritte in St. Georgen und im Bürgerhaus am Seepark an.
Zu ihrem Selbstverständnis gehört, dass sie auch fünf oder sechs Auftritte an einem Abend und mehrere Auftrittstage hintereinander locker durchhalten – in den Fasnachts-Hochphasen ist das für sie Alltag. Wichtig ist ihnen aber auch das Feiern drum herum, für das sie gerne auf Schlaf verzichten. Los geht’s damit immer erst nach dem jeweils letzten Auftritt, betonen sie, setzen dem Klischee von den trinkbegeisterten Guggemusikern ihren Anspruch auf Qualität entgegen. Um dem zu genügen, ist in einer überschaubaren Truppe jeder einzelne gefragt. Nicht nur deshalb wären sie gern mehr. Anfragen von interessierten Frauen lehnen sie trotzdem ab. Was spricht für diese künstlich geschaffene Männerwelt? Sie wollen "Beziehungsfindungen" in ihrem Verein ausschließen und ihre eifersüchtigen Partnerinnen nicht beunruhigen, sagen sie – außerdem seien Männer weniger nachtragend und weniger stressig.
GUGGEMUSIK ECKEPFÄTZER
Gegründet: 1997.
Mitglieder: 25 aktiv, rund 100 passiv.
Angebot: Proben montags 20 bis 22 Uhr, bis zu 60 Auftritte im Jahr – die allermeisten davon an Fasnacht.
Mitgliedsbeitrag: 80 Euro/Jahr für aktive, 17 Euro für passive Mitglieder.
Kontakt: http://www.eckepfaetzer.de Tel. 0761/60357.
Autor: anb
Autor: Anja Bochtler
