Märkte in Freiburg (1)

Auf dem Bauernmarkt in Vauban gibt es alles für den Alltag

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Fr, 13. Januar 2017

Freiburg

An 23 Markt-Ständen gibt es immer mittwochs in Vauban viele Basislebensmittel und auch ein bisschen "Luxus". Das Marktporträt bildet den Auftakt einer neuen Serie zu den Freiburger Stadtteil-Märkten.

VAUBAN. Sie sind da, auch wenn es wie zurzeit kalt, nass und ungemütlich ist: Jeden Mittwochnachmittag bieten 23 Stände auf dem Vauban-Bauernmarkt alles an, was die Menschen in Vauban und anderswo an Lebensmitteln brauchen – und außerdem einige Leckereien und Besonderheiten vom sizilianischen Mandelgebäck bis zu nördlichen Lakritz-Spezialitäten. Unter den Stammgästen sind viele Kinder und Eltern, was vermutlich auch an der Markzeit liegt: Mitten am Nachmittag kommen eher diejenigen, die nicht in einem üblichen Vollzeitjob arbeiten.

Was gibt’s für 30 Cent? Gar nicht so wenig – zumindest dann, wenn die Kunden noch so jung sind wie Leo (5) und David (8): Andreas Graf packt ihnen ein paar mit Schokolade umhüllte Lakritzkugeln, Lakritz-Fische und süße "weiße Kreide"-Stifte in ein Tütchen. Kinder haben bei ihm Sonderkonditionen.

Genau so hat er es in seiner eigenen Kindheit in Hamburg im "Tante-Emma-Laden" in seiner Straße erlebt. Damals hat er Lakritze gekauft, jetzt verkauft er sie unter seinem Label "Lakritz-Pirat". Er bezieht seine Ware aus zehn typischen Lakritz-Ländern wie Schweden und Dänemark. Immer mittwochnachmittags ist er auf dem Markt in Vauban, außerdem dienstags und samstags auf dem Münstermarkt. Ein paar Meter weiter bei Jürgen Gollnau und Heidrun Weide-Gollnau geht’s regionaler zu. An ihrem Stand gibt’s das, was der karge Januar hergibt: Äpfel, Kartoffeln, Feldsalat. Außerdem Selbstgemachtes – vom Holunderblütensirup über Obstsäfte bis zu eingelegtem Suppengrün und Brombeer-, Pflaumen- oder Orangenmarmelade. Das, was Jürgen Gollnau und seine Frau verkaufen und verarbeiten, stammt überwiegend von Jürgen Gollnaus Schwager, der Obst- und Weinbauer ist, zum Teil auch von Bauern aus der Umgebung von Endingen-Königschaffhausen, wo das Ehepaar Gollnau wohnt. Als die beiden vor zehn Jahren in den Marktverkauf einstiegen, hatte die Schwester von Heidrun Weide-Gollnau noch eine eigene Landwirtschaft. Da entstand die Idee, all das, was innerhalb der Familie hergestellt wurde, direkt zu vertreiben, erzählt Jürgen Gollnau, der früher in der Industrie gearbeitet hat. 2013 wurde er Vorsitzender des damals neuen Marktvereins "Vauban-Bauernmarkt". Die vorherige Marktleiterin hatte sowohl den Markt in Vauban als auch den in St. Georgen organisiert – seit vier Jahren ist der Vauban-Marktverein nun selbstständig. Es läuft gut, findet Jürgen Gollnau: Er bekommt viele Anfragen von Anbietern, die gern kommen würden.

Allerdings gibt’s längst alles Wesentliche – Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, Käse und Brot, Honig und Nudeln, Blumen und "Coffee to go". Nichts wurde bisher allerdings aus Jürgen Gollnaus Traum, dass sich ein Foodtruck etabliert. "Wenn die Leute etwas Fertiges zu essen bekommen würden, entstünde noch mehr Bindung", glaubt er. Die drei oder vier Foodtrucks, die probeweise da waren, fanden es nicht einträglich genug.

Erstaunlich im öko-geprägten Vauban ist, dass unter den 23 Ständen höchstens eine Handvoll Bio-Produkte anbieten. Jürgen Gollnau wundert das nicht: Es kämen viele Familien, die seien preisbewusst. Doch auch Nischen können sich hier behaupten. Andreas Graf ist mit seinen Lakritz-Stammkunden sehr zufrieden. Viele kennt er persönlich, eine junge Mutter erzählt ihm beim Bezahlen, wie sie die Feiertage verbracht hat. Seit November 2014 verkauft er hier, damals hat sich der gelernte Augenoptiker selbstständig gemacht. Seitdem erfüllt er sich und anderen Lakritz-Träume in vielen Varianten – auch ohne Gelatine, Gluten oder Zucker.

Vauban-Bauernmarkt: Jeden Mittwoch, 14.30 bis 18.30 Uhr, auf dem Alfred-Döblin-Platz. Ansprechpartner Jürgen Gollnau, Tel. 0172/7603072, juergen.gollnau@gmx.de.