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18. Januar 2012
Etwas Farbe in den Alltag bringen
VEREINT IM VEREIN: Der Verein Punto bietet einen Monatstreff für ältere Italienerinnen und Italiener an.
WIEHRE. "Punto" ist italienisch und heißt auf Deutsch Punkt. Diesen Begriff als Name für einen Verein zu wählen, der Italienerinnen und Italienern Begegnung und Beratung anbietet, kommt nicht von ungefähr. Der Flyer des Vereins ist denn auch überschrieben mit: Punto di riferimento per italiani – Bezugspunkt für Italiener.
Der Sitz des Vereins ist in der Scheffelstraße, wo auch die Freiburger Vertretung der im Ausland lebenden Italiener (Com.it.es.) niedergelassen ist. Bei "Punto" finden Italiener unter anderem Unterstützung zum Verständnis von Dokumenten, Hilfe und Beratung in Erziehungsfragen oder auch juristische Hilfestellung und medizinische Beratung. Speziell für Ältere gibt es an jedem ersten Samstag im Monat einen Begegnungsnachmittag (auch für Nicht-Mitglieder) im Heinrich-Hansjakob-Haus in der Talstraße.22 Frauen und Männer sind es, die zum ersten Treffen im neuen Jahr gekommen sind. Zunächst genießen sie selbst Gebackenes zum Espresso, dann stoßen sie auf das Jahr 2012 an und freuen sich an einem Ratespiel, das Luciana Gallo aus dem Leitungsteam vorbereitet hat. Weiter berichtet Teresa Baronchelli, Vorstandsmitglied bei Punto, auf Italienisch von aktuellen EU-Rechtsänderungen, wonach etwa Beglaubigungen von amtlichen Dokumenten nicht mehr vom jeweiligen Konsulat, sondern von den örtlichen Notariaten ausgestellt werden.
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Am Ende wird noch einmal gespielt: Tombola heißt das Lotteriespiel mit beliebig vielen Mitspielern. Luciana Gallo zieht aus einem Stoffsäckchen Zahlen zwischen 1 und 99 und ruft sie aus. Wer sie auf seiner Karte wiederfindet, deckt sie mit einem Maiskorn ab. Gewonnen hat, wer zuerst alle Zahlenfelder abgedeckt hat. Auch sonst gibt es bei diesen Monatstreffs eine Mischung aus Information, Beratung, Spiel und Spaß – und das stets auf Italienisch.
"Das ist einfach schön", sagt Miriam Baccini-Clauser, die 1961 zunächst nach Köln und fünf Jahre später nach Freiburg gezogen war und hier bis zur Rente als Sekretärin gearbeitet hatte: "Punto bringt Farbe in den Alltag." Angelo Turturici geht es genauso. Auch er lebt seit fünf Jahrzehnten in Deutschland – 1963 war der gelernte Schneider nach Gundelfingen gezogen – arbeitete zunächst als Bauarbeiter und später in seinem eigentlichen Beruf, gründete eine Familie, hat auch jahrelang Fußball gespielt und mit einem Freundeskreis gekegelt und fühlt sich heimisch hier. Der Treff des Vereins Punto ist jedoch etwas ganz besonderes für ihn.
Teresa Baronchelli und Luciana Gallo bilden zusammen mit Giovanna Capellanti, Silvana Scheinost, Ruthild Karzig-De Maio und Isa Wiegand das Leitungsteam des Treffs. Sie bereiten das Programm vor, wobei sie Vorschläge der Teilnehmer aufgreifen und von Anke Goddar, der Punto-Vorsitzenden unterstützt werden. Weihnachten und Ostern spiegeln sich im Programm, aber auch Fastnacht und typisch italienische Feste, wie beispielsweise das Kastanienfest im November. Weiter gibt es Fachvorträge, etwa über Erbrecht, Ernährung im Alter oder darüber, wie wichtig es ist, in Bewegung zu bleiben. Dazu kommen ein Jahresausflug – zuletzt führte er in die Klosterbasilika in St. Blasien – und im Sommer ein Grillfest. Punto beteiligt sich auch regelmäßig an Veranstaltungen des Vereins "Südwind" an der Faulerstraße. Der Verein finanziert seine Arbeit aus Spenden.
PUNTO
Gegründet: 2001.
Mitgliederzahl: 12, die Angebote sind offen für alle Interessierten.
Mitgliedsbeitrag: keiner.
Angebot: monatliche Treffen im Heinrich-Hansjakob-Haus und Informationen für Italiener im Breisgau. Telefonische Sprechzeiten montags von 10 bis 11.30 Uhr, mittwochs und freitags von 15.30 bis 17 Uhr, persönliche Beratung nach Vereinbarung.
Kontakt: Vereinsadresse: Scheffelstraße 36, 79102 Freiburg, 0761/ 706306.
Autor: sf
Autor: Silvia Faller
