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26. Januar 2012

Wiehre

Fassade der Luckner-Gewerbeschule wird saniert

Schönheitsoperation für eine Schule: Die Fassade der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule wird endlich saniert – für stattliche 4,6 Millionen Euro.

  1. Einige Verzierungen sind bereits ausgebaut und liegen nummeriert neben dem Eingang. Foto: Ingo Schneider

  2. Einige Verzierungen sind bereits ausgebaut und liegen nummeriert neben dem Eingang. Foto: Schneider

  3. Seit 2005 stehen an der Gertrud-Luckner-Schule an der Kirchstraße Gerüste und Netze – als Schutz vor herunterfallenden Fassadenteilen. Jetzt steht eine umfassende Sanierung an. Foto: Ingo Schneider

WIEHRE. Beim Neujahrsempfang im Stadtteil Wiehre hatte Oberbürgermeister Dieter Salomon angekündigt, dass die seit Jahren marode Fassade der Gertrud-Luckner-Schule in der Kirchstraße saniert wird. Nun soll es tatsächlich ganz schnell gehen: Bereits für das Frühjahr ist der Start der Bauarbeiten geplant. 4,6 Millionen Euro wird die Sanierung insgesamt kosten. Das Geld will die Stadtverwaltung intern umschichten, woher genau die Mittel kommen sollen, ist noch unklar. Aber das Rathaus ist optimistisch: Der politische Wille für das Projekt sei da.

Es geht um eine ordentliche Stange Geld: 1,2 Millionen Euro soll allein der erste Bauabschnitt am Nordflügel kosten, für die Arbeiten am Südflügel und am Mittelbau sind weitere 1,4 und 2 Millionen Euro vorgesehen. Und dabei geht es nur darum, die Fassade wieder auf Vordermann zu bringen. Im Inneren wurde das gut 100 Jahre alte Schulgebäude bereits zwischen 1995 und 2001 für insgesamt 10 Millionen Euro saniert.

Dass die Fassade ebenfalls in die Jahre gekommen ist, war damals auch schon klar. Doch der Stadtverwaltung ging das Geld aus. Dabei wäre die Sanierung 1995 zu einem deutlich günstigeren Preis zu haben gewesen: Damals sah der Kostenvoranschlag 4,6 Millionen D-Mark vor, also rund 2,3 Millionen Euro. Dass die Sanierung nun doppelt so teuer wird, liegt an den gestiegenen Baupreisen, vor allem aber daran, dass das Sandstein-Gebäude in den vergangenen Jahren immer bröckeliger geworden ist. "Je mehr Wasser in die Fassade dringt, desto mehr leidet sie", erklärt Rathaussprecher Toni Klein. Und umso aufwändiger sei jetzt die Sanierung: Vor allem die Giebel des denkmalgeschützten Gebäudes sind erheblich beschädigt, ihre Eisenteile rosten und müssen deshalb teilweise einzeln abgebaut und wieder neu eingesetzt werden.

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Viel Zeit kosten auch die Arbeiten an den Verzierungen des Gebäudes. In der Fassade sind unter anderem Ornamente eingelassen, die die verschiedenen Berufszweige darstellen, die früher an der Schule ausgebildet wurden, zum Beispiel Steinmetze, Schlosser oder Schmiede. Inzwischen hat sich das Spektrum der hier vermittelten Inhalte deutlich verändert (siehe auch Info-Box).

"Die Verzierungen sind etwas ganz, ganz besonderes", sagt Hermann Hein, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild. Er hat seit Jahren mit Sorge beobachtet, dass die Fassade der Schule mehr und mehr zerfällt. Seit 2005 ist der Sandstein so marode, dass sogar Teile des Gebäudes durch Schutzgitter gesichert werden mussten. Trotzdem wurde die Sanierung Jahr für Jahr verschoben. Auch im neuen Doppelhaushalt waren ursprünglich keine Mittel eingeplant. Dass jetzt doch Geld da ist, hängt unter anderem mit den zusätzlichen Steuereinnahmen der Stadt Freiburg zusammen.

Froh über die Pläne der Stadtverwaltung ist auch die Schule selbst. Direktor Axel Klär ist schon ganz gespannt darauf, wie das Gebäude später aussehen wird. Denn er ist erst seit einem Jahr im Amt – und kennt die Schule ohne Schutzgitter noch gar nicht.

DIE GEWERBESCHULE

Die – zunächst namenlose – Gewerbeschule an der Kirchstraße im Stadtteil Wiehre wurde zwischen 1902 und 1905 erbaut, Vorbild war das Aschaffenburger Schloss. Heute ist das Gebäude nur noch eine Zweigstelle der Gertrud-Luckner-Schule. Hier werden rund 600 der insgesamt 1800 Luckner-Schüler unterrichtet, die anderen sind im Berufsschulzentrum an der Bissierstraße im Stadtteil Stühlinger untergebracht. In der Kirchstraße werden zahnmedizinische Fachangestellte ausgebildet, außerdem gibt es hier die Technische Oberschule und das Berufskolleg, an dem die Schüler nach einer Berufsausbildung das Abitur oder die Fachhochschulreife nachholen können. Benannt ist die Schule seit 1987 nach Gertrud Luckner, einer Widerstandskämpferin des Dritten Reichs.  

Autor: jlb

Autor: Jelka Louisa Beule