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07. Dezember 2011

Marmelade für Montessori

VEREINT IM VEREIN: Der Förderverein der integrativen Grundschule engagiert sich vielfältig.

  1. Der Förderverein der Maria-Montessori-Schule engagierte sich auf dem Weihnachtsmarkt: Bruno Scharpf, Irmela Seitter, Julius Pelzer, Andrea Palat, Olivia Maridjan-Koop und Lothar Linhard (von links). Foto: Thomas Kunz

FREIBURG. Wenn sie – wie seit fünf Jahren regelmäßig einen Tag lang – ihren Stand auf dem Weihnachtsmarkt aufbauen, geht’s nicht nur um den Verkauf von Marmelade und Weihnachtsgebäck. Der ist zwar wichtig, weil er Geld in die Kassen bringt, das der Förderverein der integrativen Maria-Montessori-Grundschule in der Günterstalstraße braucht. Genauso wichtig ist es den Mitgliedern aber, zusammen etwas für die Schule ihrer Kinder auf die Beine zu stellen. Und sie bekannt zu machen.

Auch wenn es eher ruhig wirkt am Stand vom Lion-Club Oberlinden, wo der Förderverein jedes Jahr einen Samstag lang als "Untermieter" seine Waren auspacken und verkaufen kann: Zwischen 9 und 20 Uhr schauen genügend Interessierte vorbei, die dafür sorgen, dass die selbstgemachten Kostbarkeiten immer weniger werden.

Bei den Adventskränzen muss als Erstes nachgefüllt werden. Vor Amely Reddemann breiten sich unter anderem auch Törtchen in Herzform, Weihnachtsplätzchen, Bio-Quitten und verschiedene Marmeladen im Glas aus, außerdem Teelichter und Weihnachtskarten. Alles höchst individuell hergestellt von den derzeit 64 Kindern der Grundschule während des Unterrichts oder von ihren Eltern zu Hause. Für die meisten Mütter und Väter ist es – wie für Amely Reddemann, deren achtjähriger Sohn die Schule besucht – selbstverständlich, dass sie nicht nur mitbasteln oder -backen, sondern auch einen Standdienst übernehmen. Sie identifizieren sich mit der Einrichtung, die 1997 von einem Trägerverein gegründet wurde. Und mit der Idee, die hier lange, bevor das Schlagwort Inklusion – also gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung – in der breiten Öffentlichkeit ankam, umgesetzt wurde: In jedem Jahrgang sind zwei Plätze für Kinder mit geistiger Behinderung reserviert, sagt Irmela Seitter, deren zwei Söhne die Schule besuchten und die den Förderverein vor vier Jahren mitaufgebaut hat.

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Zurzeit koordinieren Lothar Linhard und Andrea Pallat dessen Vorstandstätigkeiten, sie sammeln Spenden, überlegen Aktionen – wie den Weihnachtsverkauf oder regelmäßige Bücherflohmärkte – und machen ihre Schule bekannt. Ihre Kinder sind nicht in die Schublade "Behinderung" eingeordnet, doch sie wünschen sich, dass sie mit solchen Schülern, die sie "besondere Kinder" nennen, ganz selbstverständlich in Kontakt kommen. Vor allem aber wollen sie allen vermitteln, was groß auf einer aufgestellten Pappwand neben dem Stand steht: "So wie du bist, bist du gut!" Dieses Vertrauen in sich brauchen Kinder, ist ihre feste Überzeugung – nicht sturen Leistungsdruck, der schon die Kleinsten unter Stress setzt. Ihre eigenen Hintergründe sind unterschiedlich: Lothar Linhard, der Kirchenältester in der evangelischen Christusgemeinde ist, nennt christliche Motive. Olivia Matidjan-Koop, eine Belgierin, die mit ihrer Familie aus Italien nach Freiburg gezogen ist, fand es für ihr Kind erholsam, sich an einer Schule einleben zu können, die auf jeden Schüler einzeln eingeht. Diese Individualität gefällt auch Andrea Pallat sehr gut, und sie merkt: Ihr Sohn ist sehr hilfsbereit, weil das Sozialverhalten genauso viel zählt wie Mathe oder Deutsch.

Doch der Besuch der Privatschule kostet Geld. 160 bis 225 Euro im Monat bezahlen die Eltern gestaffelt nach ihrem Einkommen. Damit manche ein Teilstipendium bekommen können, ist der Förderverein aktiv. Er ermöglicht auch Zuschüsse zu Zirkus-, Kletterwand- oder Musikprojekten, zu Kameras, Computerprogrammen oder anderen Materialien.

FÖRDERVEREIN DER INTEGRATIVEN MONTESSORI-SCHULE

Gegründet: 2007.

Mitglieder: 50.

Angebot: Bücherflohmärkte, Weihnachtsmarktverkauf und andere Aktionen zur Unterstützung von Projekten, Kauf von Material, Übernahme von Teilstipendien für Schüler, . . .

Beitrag: 45 Euro/Jahr.

Kontakt: Rüdiger Braunbehrens, 0761/2181879, ruediger.braunbehrens@gmx.de  

Autor: anb

Autor: Anja Bochtler