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18. August 2009
Wenn Kinder auf den Hund kommen
Bei der Stadtranderholung für Grundschüler in Günterstal war gestern die DRK-Rettungshundestaffel zu Besuch
GÜNTERSTAL. So diszipliniert wie gestern haben die Betreuer der Stadtranderholung ihre Schützlinge selten erlebt. Gesittet und mucksmäuschenstill setzen sich die 40 Grundschüler in zwei Reihen auf den Boden und warten gespannt ab, was passiert. Ihre Aufmerksamkeit hat einen Grund: Als ein ganz besonderer Programmpunkt ist die Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbandes Freiburg zu Besuch und zeigt, was ein Hundeführer mit seinem Suchhund so alles kann.
"Mit allen Sinnen unterwegs im Abenteuerland". Nach diesem Motto schnuppern, tasten, schmecken und horchen sich die Kinder bei der Ferienbetreuung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zur Zeit durch den Sommer. In den ersten zwei Wochen haben die sechs- bis zehnjährigen Teilnehmer bei Waldparcours, Ausflügen und Thementagen ihre Sinne getestet: Sie haben Marmelade gekocht, im Wasser getobt, Kaleidoskope gebaut, sich Massagen gegeben. "Die Rettungshunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn vorzuführen, lag bei dem Thema nahe", erzählt Karin Großmann, die als Leiterin der Familienbildung des DRK auch für die Ferienbetreuung zuständig ist.Werbung
Bei so einem aufmerksamen Publikum können die Hundeführer gleich loslegen. Border Collie Spike und seine Führerin Silke Lipps wollen zeigen, wie ein Einsatz abläuft. Ein Helfer versteckt sich auf dem weitläufigen Gelände der Stiftungsverwaltung, ohne dass Hund und Führerin zusehen können. Spike bekommt eine Kenndecke mit dem roten Kreuz angelegt, und dann geht alles ganz schnell: Mit erhobener Nase und verfolgt von 80 gebannten Kinderaugen fegt Spike elegant über die Wiese. Schnell hat er das "Opfer" hinter einem Baumstamm gefunden und bellt, bis seine Besitzerin kommt. Die bringt Spikes Lieblingsspielzeug mit und belohnt ihn mit ein paar Minuten Raufen. Die Kinder sind begeistert. "Ich will auch ein Rettungshund sein", ruft die achtjährige Aline Heizmann. Auf diese Idee ist auch schon ihr Schulfreund Colin Dietrich gekommen: Kurzerhand krabbelt auch er über die Wiese und sucht bellend nach Opfern. Die Kinder haben sichtlich Spaß, und wer anfangs ein bisschen Angst vor den Tieren hatte, hat sie schnell abgelegt. In Kleingruppen lernen die Schüler dann, mit welchen Übungen die Hunde ausgebildet werden, und die Mutigsten dürfen sie selbst ausprobieren. Aline Heizmann gehört dazu: Sie darf die Tasche mit den Leckerlis bei sich verstecken, sich inmitten der Kindergruppe auf die Wiese setzen und von Golden-Retriever-Hündin Aisha finden lassen. "Angst hatte ich nicht", sagt sie: "Es war nur ziemlich laut, als ich angebellt wurde, und von den Leckerlis riecht meine Hand jetzt wie ein Fisch."
Für drei Wochen Ferienprogramm inklusive Frühstück, Mittagessen und einer Nachmittagsvesper zahlen die Eltern in diesem Jahr 210 Euro pro Kind. "Ein sehr moderater Preis", findet die pädagogische Leiterin Dorothea Bitti. Wer alleinerziehend und berufstätig ist, kann für den Teilnehmerbeitrag Fördermittel beantragen. Zusätzlich gibt es jedes Jahr fünf Freiplätze, die meist an Flüchtlingskinder vergeben werden. "Ohne die Stiftungsverwaltung wäre unsere Arbeit unmöglich", erklärt Karin Großmann: "Von ihr bekommen wir das Gelände und große Zelte zur Verfügung gestellt, und sie bezuschusst die Aktion großzügig."
Anmeldungen hatte die Stadtranderholung seit ihrer Existenz immer mehr als genug, so dass es oft Wartelisten gab. Da Freiburgs Ferienangebote aber vielseitiger geworden sind, ist die Zahl der Anmeldungen in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen. Besonders die diesjährige Investition der Stadt in Betreuungsangebote an Schulen und öffentlichen Einrichtungen macht sich bemerkbar. Sorgen macht sich Karin Großmann aber nicht: "Schließlich sind wir auch dieses Jahr wieder voll, und die Kinder sind begeistert."
Autor: Veronika Keller


