Zu wenige Kita-Plätze und keine Toilette

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Sa, 11. Februar 2017

Freiburg Süd

Schwierige Betreuungssituation in Günterstal /Öffentliche Toilette bleibt außer Betrieb.

GÜNTERSTAL (anb). Bei zwei sehr unterschiedlichen Problemen gibt’s bisher noch keine echten Lösungen: Die Kita- und Schulsituation für Günterstäler Kinder ist angespannt. Und es ist keine ideale Alternative zur stillgelegten öffentlichen Toilette an der Straßenbahn-Endhaltestelle in Sicht. Auch um diese Themen ging es am Mittwochabend beim Bürgergespräch mit Oberbürgermeister Dieter Salomon (die BZ berichtete darüber bereits in der Freitagsausgabe).

Gerd Nostadt, der Vorsitzende des Bürgervereins, fasst die Situation zusammen: Aufgrund der stark gestiegenen Kinderzahlen seien die beiden Kindergärten überfüllt. "Wäre vielleicht ein dritter möglich?" fragt er. Und als die "Schule Günterstal" von einer Grund- zur Förderschule wurde, habe es geheißen, dass sie wieder umgewandelt werden könne. "Das wollen wir nicht", betont Gerd Nostadt, aber er regt an, in der Schule eine "Abteilung" der überbesetzten Loretto-Grundschule in der Wiehre, die alle Günterstäler Kinder aufnehmen muss, unterzubringen. Zum Beispiel die Erstklässler – dann müssten die Kleinsten noch nicht die Wege in die Wiehre auf sich nehmen.

Für beide Anregungen gibt’s negative Einschätzungen. Beatus Kamenzin, der Leiter des Amts für Kinder und Jugend, bestätigt zwar, dass sich der Mangel an Kita-Plätzen derzeit zuspitzt. Günterstal und die Unterwiehre zählen dabei aber als ein gemeinsamer Bereich. Und in diesem werde bis Anfang 2018 für Kinder ab drei Jahren durch den laufenden Ausbau eine Quote von 100 Prozent Kita-Plätzen erreicht. Bei den Kleinen unter drei Jahren könnten nur für 32 Prozent Plätze bereitgestellt werden, nach einer Elternbefragung seien mehr als 50 Prozent nötig. Dauerhaft werde jedoch in Günterstal nicht mit stark wachsenden Kinderzahlen gerechnet – darum komme keine dritte Kita in Frage.

Im weiteren Gespräch deuten sich dann doch noch Perspektiven an: Nachdem Vertreterinnen der beiden Kitas geschildert haben, wie stark diese "aus allen Nähten platzen", regt Dieter Salomon an, gemeinsam mit Beatus Kamenzin weiter nachzudenken – zum Beispiel über Container auf dem Gelände des katholischen Kindergartens Liebfrauen. Für die Unterbringung von Grundschülern an der "Schule Günterstal" dagegen kommt eine klare Absage von Hermann Maier, dem Leiter des Amts für Schule und Bildung. Die "Schule Günterstal" sei speziell für die Unterrichtssituation von Kindern mit Behinderung ausgebaut worden, darum seien die Klassenzimmer nun alle zu klein für Regelschulklassen. Die Zahl der Schulkinder in Günterstal wird laut der Prognosen in den kommenden Jahren wieder abnehmen. Allen seien Schulplätze an der Loretto-Grundschule garantiert – allerdings keine Plätze für die Schulkindbetreuung nach dem Unterricht. Die Plätze würden wegen Platzmangels nur für diejenigen gesichert, die sie dringend brauchen, zum Beispiel die Kinder von Alleinerziehenden. Wegen des Ansturms auf die Betreuung wurden neben der Loretto-Grundschule bereits Container aufgestellt, wo nachmittags Angebote stattfinden.

Noch keine Lösung gibt es bei der öffentlichen Toilettenanlage an der Straßenbahn-Endhaltestelle. Sie stamme aus den 1980er Jahren, die Toiletten seien wegen starker Verschmutzung und Vandalismus dauerhaft geschlossen worden, sagt der VAG-Fahrplanchef Oliver Benz. Das bleibe so, weil es kein Personal zum Öffnen, Schließen und Reinigen gebe. Statt dessen könne der Bürgerverein im Rahmen der Aktion "nette Toilette" nach kooperationsbereiten Gaststätten suchen, die ihre Toilette zur Verfügung stellen. Doch das geht nicht, kontert Gerd Nostadt: Die Gaststätten seien tagsüber geschlossen. Cafés gebe es nicht mehr.

Die Lage sei schwierig, unter anderem, weil es auf dem nahen Friedhof ebenfalls keine Toiletten gebe und viele an der Endhaltestelle umsteigen. Dieter Salomon kündigt an, er wolle mit der Firma Wall GmbH, die mobile "City-Toiletten" anbietet, über diese Situation sprechen.