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04. April 2009

Der Kindheitstraum vom Fliegen

MENSCHEN VON NEBENAN: Axel Haas, der in Freiburg eine Greifvogel-Auffangstation betreibt, möchte eine eigene Falknerei gründen.

ST. GEORGEN/HASLACH. Was bringt einen Menschen dazu, sich um Greifvögel zu kümmern? Axel Haas aus Haslach jedenfalls ist fasziniert von den Tieren, von ihrer Kraft und von ihrer Geschicklichkeit als Jäger. Andererseits berührt es ihn, wie verletzlich und in ihrer Existenz bedroht sie sind, wenn sie aus eigener Kraft keine Nahrung mehr finden. Unterhalb des Jesuitenschlosses betreibt Haas, der in Haslach wohnt, auf St. Georgener Gemarkung eine Greifvogel-Auffangstation.

Fünf Wochen lang hat Axel Haas ein Mäusebussard-Weibchen aufgepäppelt. Der Vogel war in der Tierklinik in Landwasser fast verhungert abgegeben worden. An seinem rechten Fuß war die Mittelkralle gebrochen. Die Wunde ist nun wieder verheilt, der Vogel auf seinem Normalgewicht, der Fuß aber noch geschwollen. Dennoch lässt Axel Haas das Tier nun frei. "Sie hat keine Schmerzen mehr. Und wenn sie wieder fliegen und jagen kann, ist es besser. Außerdem steht die Balz der Männchen bevor. Das ist der beste Zeitpunkt, einen Vogel wieder auszuwildern", sagt er. Seine Greifvogel-Auffangstation ist beim Regierungspräsidium registriert. Denn Eulen, Uhus, Bussarde, Habichte und Falken stehen nach europäischem und nationalem Recht unter Schutz, und nur wer sich mit ihrer Haltung und Pflege auskennt, darf sie aufnehmen. Über Spenden für das Futter würde er sich freuen.

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Der 37-Jährige hat schon in Falknereien gearbeitet, zuletzt in einer Auffangstation für Greifvögel und Wildtiere in Teningen. 2005 hat er im Jägerlehrhof Jagdschloss Springe in Niedersachsen die Falknerprüfung abgelegt. Nun will er eine eigene Falknerei aufbauen und öffentliche Flugschauen oder auch Vorführungen für Schulklassen oder Kinder- und Jugendeinrichtungen abhalten. Das Verfahren auf Genehmigung durch das Veterinäramt läuft. Nachdem der staatlich geprüfte Betriebswirt vor einem Jahr seine Arbeitsstelle bei einer Computerfirma verloren hat, hat er beschlossen, sich damit einen Kindheitstraum zu erfüllen. Er träumt ihn, seit er sechs Jahre alt ist und mit seinem Großvater zufällig die Klänge von Jagdhörnern gehört hat. Elektrisiert von dem Geschehen hat er fortan alles aufgesaugt, was er über das Jagen in die Hände kriegen konnte. Nach dem Besuch einer Falknerei mit seinen Eltern war für ihn klar: "Irgendwann will ich auch solche Vögel haben."

Seit Anfang März besitzt Haas einen eigenen Wanderfalken. Loki stammt aus einem nordrheinwestfälischen Zuchtbetrieb. Axel Haas verbringt so viel Zeit wie möglich mit ihm, um ihn zutraulich oder "locke" zu machen, wie die Falkner sagen. Demnächst wird er eine Flugdrahtanlage einrichten, um den Vogel zu trainieren, dass er auf Zuruf zu ihm zurückfliegt, was in der Fachsprache "beireiten" heißt. Die Begriffe sind uralt. Bereits im 13. Jahrhundert hatte der Stauferkönig Friedrich II. alles Wesentliche über die Abrichtung von Falken in seinem Werk "Die Kunst, mit Vögeln zu jagen" zusammengefasst.

Auf lange Sicht will Axel Haas einen vielseitigen Bestand an Greifvögeln aufbauen. Auch ein vier Wochen altes Uhumädchen namens Embla ist in seiner Obhut. Es trägt noch das flaumige Kinderkleid, ist aber schon fast zwei Kilogramm schwer und schon ziemlich "locke". Das Tier hört auf seinen Namen und reckt sich Axel Haas entgegen, wenn es seine Stimme hört. Auch ein Hund gehört zur Haas’schen Tierfamilie und es versteht sich von selbst, dass auch Odin ausgebildet ist. Der Weimaraner ist ein geprüfter Jagdgebrauchshund. Als Hundetrainer und Tiersitter verdient Axel Haas derzeit seinen Lebensunterhalt.

Weitere Infos unter http://www.axelhaas.de

Autor: Silvia Faller